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Schwarzer Rathauschef mit starken Grünen

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Der bisherige Amtsinhaber Franz Schießl zeigte sich als guter Verlierer und wünschte seinem Nachfolger Thomas Gasser eine gute Hand. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf. Neben dem neuen CSU-Bürgermeister Thomas Gasser (wir berichteten) sind die eigentlichen Gewinner der Kommunalwahlen in Teisendorf die Grünen. Sie legten mit 4,6 Prozentpunkten gegenüber den vorherigen Gemeinderatswahlen am meisten von allen Fraktionen zu und holten für ihre 16,24 Prozent insgesamt drei Sitze. Zugleich zeigte sich der grüne Bürgermeisterkandidat Edwin Hertlein stolz darüber, dass die Öko-Partei den höchsten Landwirte-Anteil hat, nämlich 66 Prozent: Neben dem Biobauern Mattias Spiegelsperger aus Wimmer wird die Gumpertinger Bäuerin Elisabeth Aschauer in den Gemeinderat einziehen. Deutlich Federn lassen musste die Freie Wählergemeinschaft (FWG), die 2008 mit 31,07 Prozent sieben Sitze bekam sowie den Bürgermeister stellte: Sie rauschte auf 27,16 Prozent herunter und hat künftig nur noch sechs Sitze.


Leicht gestärkt wurde die CSU von 44,07 auf 45,47 Prozent: Sie kann ihre neun Sitze verteidigen und bekam zusätzlich den Posten des Rathauschefs. Die SPD verlor etwas von 13,02 auf 11,13 Prozent, konnte jedoch ihre zwei Sitze halten. Neben dem jetzigen Dritten Bürgermeister Georg Quentin erhält mit 1515 Stimmen der Kaminkehrer Johann Rauscher einen Ratssitz. »Wir haben unser Wahlziel erreicht. Besser wären natürlich drei Sitze gewesen«, sagte Rauscher auf Anfrage im Gasthof Alte Post, wo sich alle Fraktionen am Wahlabend trafen.

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Am späten Abend mussten sich beim künftigen Rathauschef Thomas Gasser die Gratulanten zum Teil anstellen. Gassers Art der »Bürgereinbindung und -ansprache« habe den Wählern offenbar gefallen, meinte CSU-Bezirksrat Georg Wetzelsperger zum klaren Bürgermeister-Ergebnis; Gasser hatte 52,91 Prozent der Stimmen geholt und somit Franz Schießl aus dem Amt gekickt. Der dritte Bewerber, Edwin Hertlein von Bündnis 90/Die Grünen brachte es auf 11,67 Prozent der Stimmen.

Gedrückt war die Stimmung bei den Freien Wählern. »Wir können nicht zufrieden sein«, sagte der bisherige FWG-Sprecher Peter Schuhbeck. Bürgermeister Franz Schießl kam gegen Mitternacht, als der Gemeinderat ausgezählt war, mit seiner Frau Resi noch einmal in die Wahlzentrale im Rathaus und wechselte einige Worte mit seinem Nachfolger.

Überschwängliche Glückwünsche gab es für die FWG-Neulinge, Konditorin Anita Niederstraßer aus Englham und Bernhard Reitschuh aus Neukirchen. Die ehemalige Sennerin der Stoißer Alm konnte ihre 1991 Stimmen – nach Schießl und Schuhbeck die Drittmeisten – kaum fassen. Sie bekam sogar mehr als ihr Vater Johann Niederstraßer, der sie zur Kandidatur motiviert hatte.

Erneut ziehen die FWG-Räte Norbert Schader und Sissy Lang in den Gemeinderat ein. Künftig nicht mehr vertreten sind bei der FWG Dr. Diethard Waldner und Georg Krammer, die zu wenig Stimmen hatten, und Johann Helminger, der nicht mehr kandidierte.

Bei der CSU bleiben Wetzelsperger, Vizebürgermeister Gernot Daxer, Alois Stadler und Andreas Neumeier Gemeinderäte und kommen neu Rupert Helminger jun., Thomas Egger, Markus Putzhammer, Thomas Prechtl und – als Nachrücker für Gasser – Stefan Ufertinger dazu. Nicht mehr kandidiert hatten bei der CSU Maria Lindner, Magdalena Schmidt, Josef Schuhbeck und Norbert Kendler sowie bei der SPD Manfred Reiter. Durch die zwei neuen Rätinnen von FWG und Grünen bleiben es drei Frauen im Gemeinderat. vm