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Schwarz- und Rotbuntzüchter in der Region sind zufrieden

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Teisendorf. Die Mitglieder des Zuchtverbandes Schwarzbunt und Rotbunt Bayern in der Region Oberbayern-Ost trafen sich im Gasthaus Helminger in Rückstetten zu ihrer Jahreshauptversammlung. Zuchtleiter Lorenz Leitenbacher stellte die aktuellen Zahlen und Tendenzen des Zuchtverbandes vor. BBV-Kreisobmann Anton Kern und Veterinär Dr. Matthias Popp hielten fachlich bezogene Grußworte zu Milchmarkt und Tbc. Fachreferate hielten Katrin Söldner vom Fachzentrum Rinderhaltung am Landwirtschaftsamt Traunstein und Fütterungsberater Markus Wagner von der Gesellschaft für Agraranalyse.


Für herausragende Stallleistungen wurden mehrere Milchviehhalter geehrt. So erhielten für Kühe mit einer Lebensleistung von über 10 000 Kilogramm Milch die Betriebe Josef Zehentner aus Waging für die Kuh Filli (über 116 000 Kilogramm Milch und elf Kälber) sowie der Betrieb Peter Auer aus Saaldorf für die Kühe Zeisel (121 000 Kilogramm und acht Kälber) und Marie (118 000 Kilogramm und zehn Kälber) Urkunden.

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Für die Durchschnittliche Herdenleistung von über 10 000 Kilogramm Milch im Jahr wurden neben anderen geehrt: Engelbert Steiner aus Übersee, Johann Jäger jun. aus Fridolfing, Konrad Weinl aus Altötting, Johann Thanbichler aus Teisendorf und Lorenz Leitenbacher aus Teisendorf.

Die aktuelle Situation am Milchmarkt sei durch die guten Exportmöglichkeiten sehr stabil und zufriedenstellend, sagte Kern. Gerade die gute Nachfrage nach Milch mache die milchbetonten Kuhrassen interessant. Im Jahr 1960 gab es noch rund 300 000 Betriebe in Bayern. Heute seien nur noch ungefähr zehn Prozent der damaligen Milchviehbetriebe vorhanden, fügte Kern hinzu.

Dr. Popp ging auf die Lage und Untersuchungspflicht durch die aufgetretene Tbc bei Rindern ein. Nachdem im Allgäu im vergangenen Jahr bei Rindern und Rotwild der neue Typ »Caprae« aufgetreten sei, sei eine Untersuchungspflicht durch das Ministerium für die Landkreise der Alpenkette verfügt worden. In den Landkreisen Berchtesgadener Land wurden bis jetzt laut Popp rund 4500 Rinder, im Landkreis Traunstein 24 000 Rinder und im Landkreis Rosenheim rund 20 000 Rinder auf Tbc untersucht. Alle Tiere waren gesund. Im Laufe der Jagdsaison seien 125 Stück Rotwild getestet worden, wobei auch kein Tbc-Fall auftrat. In den weiter westlich gelegenen Landkreisen seien Einzelfälle gefunden worden.

Sollte ein Tier wirklich an Tbc erkrankt sein, ist es erforderlich dieses Tier zu keulen und nicht der ganze Bestand. Im Allgäu wurden nach Rücksprache der Betriebsleiter ein oder zwei kleinere Bestände von rund 30 Tieren gekeult, da so den Betrieben die Sperrzeit erspart blieb. Wie Popp ausführte, darf die Milch der betroffenen Tiere nicht geliefert werden.

Kern fügte dazu ein, dass die Milch der andere nicht befallenen Kühe zwar verkehrsfähig, aber nicht vermarktungsfähig sei, auch wenn die Milch nach dem Pasteurisieren völlig unbedenklich sei. Dazu merkte Popp an, dass es viele Länder gebe, die nicht Tbc-frei seien, wozu auch Irland gehöre. Und hier käme ja auch keine auf den Gedanken, die Qualität der bekannten Buttermarke aus diesem EU-Land in Frage zu stellen.

Insgesamt stehen in den 1355 Milchviehbetrieben im Berchtesgadener Land und Traunstein, die an der Milchleistungsprüfung des Kuratoriums der Erzeugerring für tierische Veredelung in Bayern (LKV) teilnehmen, knapp 50 000 Kühe. Davon sind 28 Schwarzbunt- und Rotbuntbetriebe mit insgesamt 1100 Kühen. Wie von Söldner weiter zu erfahren war, liegen die Betriebe der beiden Landkreise mit durchschnittlich 35 Kühnen am Ende der statistischen Betriebsgröße, was durch die Bergregion mit der kleinen Struktur geschuldet sei. Der bayerische Durchschnitt liegt bei rund 42 Kühen. MP