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Schutzbedürftigen Menschen helfen

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Traunstein. Gabriele M. weiß nicht mehr weiter. Von ihrer Krebserkrankung erholte sie sich bis heute nicht, sie ist immer noch arbeitsunfähig. Auch ihre Ehe hielt der Belastung nicht mehr stand, jetzt ist sie allein. Die finanzielle Situation verschlechtert sich dramatisch. Sie wendet sich deshalb an einen Wohlfahrtsverband. Dort nehmen sich Fachkräfte Zeit. Dank dieser Hilfe gelingt es Gabriele M., ihre Situation zu verbessern.


Im Landkreis Traunstein haben sich die Wohlfahrtsverbände in der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Freie Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen. Mit Sorge bewerten sie die Entwicklung des sozialen Marktes. Um auf diese aufmerksam zu machen und um erstrebenswerte Ziele klarer zu formulieren, erstellten die Vertreter der ARGE Freie Wohlfahrtspflege eine neue Satzung. »Unser Fokus ist das Gemeinwohl der Menschen in unserer Region. Vor allem schutzbedürftige Menschen gilt es, in unsere Mitte zu nehmen«, betont Diakon Thomas Zugehör, Vorstand des Diakonischen Werks Traunstein und diesjähriger Sprecher der ARGE Freie Wohlfahrtspflege.

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»Wohlfahrtsverbände sind ohne Gewinnerzielungsabsicht tätig«, betont Kurt Stemmer, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Traunstein. Edmund Niederlöhner, Stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt, hebt die demokratischen Strukturen hervor. »Die Mitglieder eines Wohlfahrtsverbands wählen die jeweiligen Vertreter der Aufsichtsgremien. Diese wiederum kontrollieren und beaufsichtigen die Führungskräfte und die Verwendung der finanziellen Mittel.«

»Als Wohlfahrtsverband sehen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung und zahlen damit immer noch mehr drauf«, ärgert sich Franz Burghartswieser, Geschäftsführer des Caritas-Zentrums Traunstein. Selbstverständlich übernehme ein Wohlfahrtsverband aus seiner Verantwortung heraus auch Aufträge in Randbereichen, wohl wissend, dass sich diese mitnichten finanziell tragen. Wie oft betriebswirtschaftliche Vorgaben auch pädagogische Arbeitsansätze behindern, erlebt auch Annemarie Funke, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Traunstein. »Es kann nicht sein, dass Menschen mit einer geistigen Behinderung in Werkstätten einen ähnlichen Arbeitsdruck bewältigen müssen wie Arbeitnehmer, die voll belastungsfähig sind.«

Eine weitere Besonderheit von Wohlfahrtsverbänden sind die vielen Ehrenamtlichen. Was diese zusätzlich zu der professionellen Hilfe von bezahlten Fachkräften leisten, sei gar nicht hoch genug einzuschätzen, betonte Kurt Stemmer.

Betroffene können sich unter der Telefonnummer 0861/98980 informieren.