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Schulhaus-Neubau stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung

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Nußdorf. Der geplante Neubau des Schulhauses und einer Turnhalle standen im Mittelpunkt der Bürgerversammlung, zu der rund 100 interessierte Bürger in den Landgasthof Zenz nach Sondermoning kamen. Darüber hinaus wurden im Diskussionsteil Fragen zum Bau von Radwegen, zur Kirchenrenovierung und zu Straßenschäden durch seismische Messungen gestellt.


»Das Zukunftsprojekt der Gemeinde ist der Neubau des Schulhauses samt Turnhalle«, so Bürgermeister Hans Gnadl. Er hielt es für nötig, in der Bürgerversammlung das »Verwirrspiel Schule« zu beenden und die, laut ihm unrichtigen, Aussagen und Unterstellungen, die in den Wochen vor der Kommunalwahl im Zusammenhang mit dem Schulhausneubau kursierten, klarzustellen.

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Gnadl betonte, dass der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung und nicht als »Geheimbund, hinter verschlossenen Türen und ohne Bürgerinformation« über die Zukunft und Entwicklung der Grundschule beschlossen hatte. Er erinnerte an die Entscheidung, keine Generalsanierung des Schulhauses für 4,4 Millionen Euro durchzuführen. Stattdessen hatte sich der Gemeinderat bei nur einer Gegenstimme für die Notwendigkeit eines Neubaus der Schule ausgesprochen. Der Neubau allein würde 4,1 Millionen Euro kosten, mit kleiner Mehrzweckhalle 4,4 Millionen Euro und mit Turnhalle 5,9 Millionen Euro.

Noch keine Entscheidung zu neuem Standort

Alles Weitere, vom Standort, über Bauausführung und Gestaltung bis hin zu Art und Größe der Turnhalle sei noch nicht entschieden, so Gnadl. Dies werde im Gemeinderat erst beraten und beschlossen, wenn die Grundstücksverhandlungen abgeschlossen sind.

Auf die Frage von Ernst Gailer, ob sich die Gemeinde einen Neubau mit Turnhalle leisten könne, zeigte sich der Rathauschef überzeugt, dass die Finanzierung sicher sei. Eine jährliche Belastung von rund 200 000 Euro bei 30-jähriger Finanzierung sei für den Gemeindehaushalt tragbar. »Wir haben eine solide finanzielle Basis und eine gute Ausgangslage.« Genaueres könne aber auch erst dann gesagt werden, wenn feststeht, wo gebaut wird und was der Grunderwerb kostet.

Christian Ehinger aus Sondermoning schlug vor, die hochgekochten Emotionen zum Thema Schulhaus auf eine objektive Ebene zu bringen, indem ein Arbeitskreis gebildet werde, aus Leuten, die fachkundig seien. Dieser Beirat soll als beratendes und den Gemeinderat unterstützendes Gremium verstanden werden. »Das wichtige Projekt Schule dürfe die Gemeinde nicht auseinanderreißen«, so Ehinger.

Gnadl sagte, dass diese Anregung gerne aufgegriffen werde und eine »Arbeitsgruppe Schule« auch die Absicht des Gemeinderates sei. Er wolle darüber hinaus aber auch die Kinder fragen, wie sie sich eine neue Schule vorstellen, ebenso den Elternbeirat. Auch die Vertreter des Sportvereins sollen mit einbezogen werden, besonders im Hinblick auf die neue Turnhalle.

Georg Schuster sagte, bevor Geld für den Bau von Schule und Turnhalle ausgeben werde, sei die Erneuerung der Aschenbahn am Sportgelände dringend notwendig. Die Anlage sei in einem jämmerlichen Zustand und werde auch künftig für den Schulsport gebraucht. Bürgermeister Gnadl sagte, er kenne den maroden Zustand von Aschenbahn und Weitsprunganlage, bat jedoch im Hinblick auf die Neubaupläne von Schule und Turnhalle um Geduld. Eine Kunststoffbahn soll, wenn möglich, in das Gesamtprojekt integriert werden.

Den Bau eines Radweges entlang der Kreisstraße zwischen Nußdorf und Wang hält Georg Schuster für notwendig. Der parallel, nur 200 Meter abseits der Kreisstraße verlaufende Radweg, vom Feldschneiderweg in Nußdorf, am Wanger Mösl vorbei nach Wang, werde seiner Meinung nach nicht angenommen; viele radeln auf der Kreisstraße weiter. »Der Radweg Nußdorf-Wang steht auf unserer Agenda«, so Rathauschef Gnadl. »Die Realisierung steht und fällt jedoch mit der Bereitschaft der Grundabtretung.« Die Bereitschaft der Grundstücksbesitzer sei grundsätzlich gegeben und es gebe Gespräche darüber. Sobald der Grunderwerb erfolgreich abgeschlossen sei, werde auch gebaut, so Gnadl.

Josef Schauer wollte wissen, wie es mit den bei seismischen Untersuchungen durch Vibrationsfahrzeuge beschädigten Gemeindestraßen weitergehe: »Bleiben die buckeligen Straßen so, oder wird noch gebaut?« Gnadl berichtete, dass drei Strecken – die Gemeindestraßen von Nußdorf nach Litzlwalchen und nach Hartmann sowie die Straße von Wang nach Aiging – zu Rüttelstrecken wurden. Die Gemeinde strebe eine finanzielle Entschädigung an. Dabei wurden von einem Gutachter das Alter der Straßen und der Zustand vor den seismischen Untersuchungen bewertet. Insgesamt erwarte die Gemeinde eine Entschädigung von einigen Tausend Euro. Einen Neubau der schadhaften Streckenabschnitte werde es aber nicht geben. Da ein Rechtsstreit und eine Klage sehr wahrscheinlich keinen Erfolg bringen würden, werde die Gemeinde davon absehen.

Kirchenpfleger Georg Schuster sprach der Gemeinde zum Abschluss den Dank der Kirchenverwaltung für die finanzielle Unterstützung bei der Außenrenovierung der Pfarrkirche St. Laurentius aus. Auch die Mitarbeiter des Bauhofs standen stets kostenlos zur Verfügung und halfen. Bürgermeister Gnadl gab das Lob zurück und würdigte die Kirchenverwaltung, dass sie die große, rund 380 000 Euro teure Maßnahme angepackt und vollendet habe. pv