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Schuldenstand trotz Investitionen fast halbiert

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Reit im Winkl. Bei der Wahlveranstaltung der Freien Wähler Reit im Winkl im Festsaal sagte Vorsitzender und Bürgermeister Josef Heigenhauser, jede politische Gruppierung und jeder Kandidat müsse sich daran messen lassen, was vor der Wahl versprochen wurde und wie viel davon umgesetzt worden sei. Im Rückblick auf die vergangene Gemeinderatsperiode könne er sagen, dass diese Vergleichsbilanz äußerst positiv ausfalle.


Situation vor sechs Jahren war alles andere als rosig

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Die Situation vor sechs Jahren sei alles andere als rosig gewesen: keine gesicherte Wasserversorgung, kein funktionierender Hochwasserschutz, Rückschritte im Tourismus, aufgeschobene Projekte in der Abwasserentsorgung, kein einziges Gebäude energetisch saniert und dies als höchst verschuldete Gemeinde des Landkreises. »Damals gab es für uns nur zwei Möglichkeiten, entweder Teil des Problems oder Teil der Lösung zu werden. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden und die Probleme angepackt.«

Weder bei der Wasserversorgung noch beim Hochwasserschutz habe man sich auf finanzielle Abenteuer eingelassen, sondern nach vernünftigen und realistischen Lösungen gesucht. Durch geschicktes Verhandeln mit Behörden konnten die Kosten gegenüber der Planung sogar gesenkt werden.

Auch im Tourismus habe Reit im Winkl die Trendwende geschafft, was sich in einer Steigerung der Gästezahlen um 28 Prozent und der Übernachtungszahlen um 11 Prozent zum Vergleichsjahr 2008 ausdrücke.

Auch für die Gewerbetreibenden wirke sich die Trendwende im Tourismus positiv aus. Erste Erfolge zeigten sich auch bei der demografischen Entwicklung, denn der Bevölkerungsschwund sei gestoppt worden. Die größte Herausforderung aber sei die Wiederherstellung der finanziellen Handlungsfähigkeit der Gemeinde gewesen. Hier habe der Gemeinderat Außergewöhnliches geleistet, indem er die Schulden trotz Investitionen um über 40 Prozent verringert habe. Unter Einbeziehung der Rücklagen sei sogar eine Senkung um 58 Prozent zu verzeichnen, nämlich von 8,7 auf 3,7 Millionen Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung sei um beachtliche 1563 Euro zurückgegangen.

Nun müsse man künftige Aufgaben entschlossen angehen. Handlungsbedarf gebe es im Straßenunterhalt und beim Hochwasserschutz, aber auch der Tourismus erfordere ständige Wachsamkeit und Professionalität. Eine wichtige Weichenstellung stehe auch beim Hallenbad an.

Zweiter Vorsitzender und Gemeinderat Michael Neumaier stellte die Wählergruppierung vor. Die Freien Wähler Reit im Winkl seien schon seit 1948 maßgeblich an der Gemeindepolitik beteiligt. In all den Jahren habe sich eine treue Schar von Mitgliedern gebildet. Die regelmäßigen Diskussionsabende seien stets gut besucht. Um die Unabhängigkeit und Parteilosigkeit zu wahren, sei man nicht dem Landesverband beigetreten.

Auch die Entscheidung, mit einer eigenen Liste anzutreten, entspringe diesem Wunsch. Zudem habe man befürchtet, dass eine Einheitsliste an Schwung und Aktivität verliere. Für die Bürger seien eine größere Auswahl an Kandidaten und der Wettbewerb verschiedener Gruppierungen ein klarer Vorteil – das schaffe mehr Ideen und größere Meinungsvielfalt. Dass man mit den übrigen Gemeinderäten konstruktiv zusammenarbeite, sei ohnehin selbstverständlich.

Vorteil und Gefahren des Interneteinsatzes beim Vermieten erläuterte dann Gemeinderätin Lisa Ruh. Es gebe sehr viele Internetportale. Der Vermieter solle die auswählen, die am besten zum eigenen Haus passten. Um vor Abmahnungen sicher zu sein, müssten wichtige Grundregeln eingehalten werden etwa die Beachtung der Bildrechte oder die Verwendung der richtigen Sterne. Sehr erfreulich sei die Tatsache, dass Reit im Winkl bei den My-IRS-Buchungen einen absoluten Spitzenplatz einnehme. Als Grund nannte sie die zahlreichen Aktivitäten der Gemeinde, der Tourist-Information und der Vermieter, die sich ständig weiterbildeten und Erfahrungen austauschten.

Loipenbeschneiung ersparte Vermietern manche Absage

Über die Chancen im Wintertourismus sprach Gemeinderat und Loipenbeauftragter Andi Mühlberger. Man habe sich 2008 zum Ziel gesetzt, wieder der führende Tourismusort in Bayern zu werden. Viele Projekte seien verwirklicht, etwa die Premium-Winterwanderwege, die neue Loipenbeschilderung und die Loipenbeschneiung, die den Vermietern zahlreiche Absagen erspart habe.

Ziel müsse es sein, einer der führenden Tourismusorte im gesamten Alpenraum zu werden. Dazu müsse die Loipenbeschneiung optimiert werden. Als zusätzliche Bausteine nannte er den Einsatz bezahlbarer Straßenquerungssysteme sowie moderner App-Systeme, mit deren Hilfe der Langläufer wichtige Informationen erhalte.