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Schüler bekommen mehr Platz zum Spielen

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In diesem Bereich wünschen sich Rektor Clemens Gruber, die Lehrer und der Elternbeirat einen Platz zum Spielen für die Kinder. Der Stadtrat gab grünes Licht – nach längerer Diskussion aufgrund der Kosten und der möglichen Unfallgefahr. (Foto: Reiter)

Traunstein – Die einen sehen eine Gefahr für die Schüler, die anderen sind der Meinung, dass die Kinder dadurch eine zusätzliche Fläche zum Spielen im relativ kleinen Pausenhof der Ludwig-Thoma-Grundschule bekommen. Nach längerer Diskussion stimmte der Traunsteiner Stadtrat für die Variante mit einem Lichtgraben. Die Kosten werden auf 90 000 Euro geschätzt. Möglicherweise können diese gefördert werden. Das wird die Stadt nun abklären.


Zum Hintergrund: Im Rahmen des Projekts Klosterkirche werden die Außenflächen neu gestaltet. In dieser Gesamtmaßnahme ist auch die Neugestaltung des Pausenhofs der Ludwig-Thoma-Grundschule in Traunstein geplant. Zunächst war diese ohne Lichtgraben zusammen mit der Schule angedacht worden. Nun haben sich aber Elternbeirat, Rektor und das gesamte Lehrerkollegium für einen Lichtgraben ausgesprochen. »Damit gewinnen wir Platz«, sagte Rektor Clemens Gruber auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts. »Und wir brauchen jeden Platz, vor allem für die vier Klassen der Ganztagsbetreuung.« Derzeit habe die Ludwig-Thoma-Grundschule 485 Schüler, 90 in Kammer und 395 in der Stadt. Es sei wichtig, dass die Kinder Platz zum Bewegen hätten, »um dann wieder fit für den Unterricht zu sein«. Außerdem könnte man den Pausenhof dann besser in drei Bereiche aufteilen: eine Ruhezone, eine Laufzone und eine Spielzone im Lichtgraben.

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Stadträtin Ulrike Hoernes (Traunsteiner Liste) sah keinen Mehrwert in dem Lichtgraben. Außerdem »ist die Unfallgefahr groß, vor allem, wenn es nass und rutschig ist«. Ähnlich sah das Ursula Lay (UW). Neben der Gefahr für die Kinder erwähnte sie auch die Kosten in Höhe von 90 000 Euro, »nur damit es schöner aussieht«. Für die Kinder bringe das Ganze wenig, meinte sie.

Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) sagte, wenn sich Eltern, Lehrer und der Rektor für einen Lichtgraben aussprechen, »dann sollten wir das auch machen«. Sie gehe davon aus, dass sich die Verantwortlichen Gedanken gemacht hätten, was die Unfallgefahr betreffe.

Rektor Clemens Gruber sagte, »das bekommen die Kinder hin.« Der gewünschte Lichtgraben im Pausenhof der Schule sei nicht als schräge Fläche geplant, sondern es handle sich um zwei terrassierte Flächen mit Sandkasten, Spielgeräten und Rutsche.

Burgi Mörtl-Körner (Grüne) war der Meinung, »dass man Kinder so einer Gefahr schon aussetzen kann. Man kann sie sowieso nicht vor allem bewahren«.

Letztlich entschied sich der Stadtrat mit 16 zu 9 Stimmen für die Neugestaltung des Schulhofs inklusive des Lichtgrabens. Es sollen aber noch einmal Gespräche mit der Schulfamilie geführt werden. Bis dahin wird auch die Förderthematik abgeklärt.

Ohne Diskussion wurden die ersten Arbeiten für die Sanierung der Klosterkirche vergeben. Nur Wilfried Schott (Grüne) erwähnte, dass es ihm nicht gefalle, »dass wir nicht wissen, welche Betriebskosten da in Zukunft auf uns zukommen«.

Die Gesamtkosten der Baumaßnahme werden auf 8,8 Millionen Euro geschätzt. Ein Förderbescheid der Regierung von Oberbayern in Höhe von rund 4,3 Millionen Euro liege mittlerweile vor, so die Stadt. Weitere Zuschüsse von der Bayerischen Landesstiftung und der Regierung von Oberbayern über rund 400 000 Euro seien mündlich zugesagt.

Die Bauleistungen in insgesamt 37 Gewerken werden in fünf Chargen ausgeschrieben. Der Stadtrat stimmte nun mit 22 zu 3 Stimmen für die Vergabe der ersten zwölf Gewerke (wir berichteten) mit einem Auftragsvolumen von 3,020 Millionen Euro. Beginnen werden   die   Arbeiten  an der Klosterkirche Ende März, offizieller Spatenstich soll im April sein. KR