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Schreiben, Forschen, Sammeln

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Waging am See. Das Wichtigste sei es jetzt, möglichst viele Menschen anzusprechen. Mit diesem Appell wandte sich Franz Patzelt, der Vorsitzende des Vereins für Heimatpflege und Kultur Waginger See, an diejenigen, die sich zum zweiten Treffen des »Heimatbuch«-Arbeitskreises im Waginger Bräukeller eingefunden hatten. Denn, wie berichtet, soll für die Gemeinde Waging ein Buch erstellt werden. Ein endgültiger Titel steht noch nicht fest, »Heimatbuch« ist lediglich der Arbeitstitel. Die Regie hat der Heimatpflegeverein übernommen.


Gerade auch das Wissen der Menschen ist gefragt

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Jeder solle in seinem Bekanntenkreis die Leute ansprechen und sie auf das Projekt hinweisen, appellierte Patzelt. Denn gesucht seien Materialien wie alte Texte und Bilder, vor allem aber auch das Wissen der Menschen. Daher brauche man auch Mitarbeiter, so Patzelt weiter, die zu den Leuten hingehen, dieses Wissen abrufen und es dann festhalten. So haben sich beispielsweise Christl Hötzendorfer, Marianne Häusl und Dr. Ludwig Ellinger schon einige Geschichten aus früheren Zeiten erzählen lassen und aufgeschrieben.

Diese persönlichen Schilderungen von Wagingern sollen im vierten und letzten Teil des »Heimatbuchs« zusammengefasst werden, der unter der Überschrift »Alltagsgeschichte« steht. Die ersten drei Kapitel hat man unter folgende Begriffe gestellt: Landschafts-, Allgemein- und Kirchengeschichte. Derzeit läuft im Wesentlichen noch das Sammeln dessen, was vorhanden ist – und das ist nicht gerade wenig.

Allein Franz Patzelt in seiner Eigenschaft als Ortsheimatpfleger und -chronist hat eine Fülle von Material nicht nur zusammengetragen, sondern auch geschrieben. Die Jahreshefte des Heimatvereins – inzwischen schon 24 – bieten darüber hinaus eine Vielzahl an Informationen über ganz verschiedene Bereiche. Und dann gibt es da auch noch das ebenfalls weitestgehend schon einmal in Schriftform gefasste Wissen von Männern, die sich beruflich mit der Materie befasst haben: der ehemalige Kreisarchivar Götz von Dobeneck aus Tittmoning, Hans Roth aus Laufen oder Professor Heinz Dopsch aus Salzburg. Sie alle haben ihre Mitarbeit in gewissen Bereichen zugesagt.

Buch soll nicht zu fachlich daherkommen

Von daher wird sich zum Sammeln von Material sehr bald auch das Sichten und Aussortieren gesellen. Denn das Buch soll ja nicht überfrachtet und für eine breite Leserschicht interessant sein, darf also nicht zu fachlich daherkommen. Sammelstellen gibt es derzeit im Wesentlichen zwei: Das ist zum einen Gemeinderats-Kulturreferentin Hedwig Witzleben, an die man alles senden kann, was bereits digital vorliegt, zum anderen die Familie Heiß (Salzburger Straße 17), bei der alles andere Material in Papierform abgegeben werden kann. Thomas Heiß hat sich nämlich bereit erklärt, Dokumente und Fotos einzuscannen und damit bearbeitbar zu machen.

Es liegt also viel Arbeit vor den etwa 15 Leuten, die sich bisher zur Mitarbeit bereit erklärt haben. Man will sich Zeit nehmen, betonte Franz Patzelt, trotzdem aber am Ball bleiben. Ein nächstes Treffen soll kommendes Jahr nach der Faschingszeit stattfinden. Eine Herausgabe des Buches im Jahr 2014 sei illusorisch, auch wenn der Verein in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiere.

Was die Finanzierung anbetrifft, rechnet der Heimatpflegeverein fest mit einer Finanzierung durch die Gemeinde, auch wenn es darüber bisher keinen Beschluss gibt. Allerdings habe sich, wie Patzelt berichtete, der Bürgermeister zwischenzeitlich schon mal nach dem Projekt erkundigt und angefragt, wie viel Geld dafür im kommenden Jahr in den Haushalt eingestellt werden solle. Zunächst aber hat Initiator und Koordinator Patzelt den Mitarbeitenden mit auf den Weg gegeben, fleißig zu schreiben, zu forschen und zu sammeln. he