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Schon 4600 Unterschriften gesammelt

Waging am See. Inzwischen haben mehr als 4600 Bürger die Petition »Rettet endlich den Waginger See« unterzeichnet. Davon haben die meisten handschriftlich auf Listen in der Region um den Waginger See unterschrieben. Ulrich Kühn von attac-Rupertiwinkel, der Koordinator der Petition und Mitglied von »Initiative Waginger See«, ist sehr erfreut über die positive Resonanz. Noch bis 16. August kann man sich dafür eintragen.


Die »Initiative Waginger See« hat inzwischen Kontakt aufgenommen mit dem Landwirtschaftsministerium, um zu unterstreichen, dass nur eine nachhaltige Lösung bei dem enormen Phospateintrag von 16 Tonnen zum Ziel führt. »Die Leistung derjenigen Bauern, die ihre Landwirtschaft so umstrukturieren, dass dem See auf Dauer nicht mehr geschadet wird, muss wie jede Dienstleistung in anderen Berufszweigen angemessen entlohnt werden«, fordert Agnes Thanbichler, die Sprecherin von attac-Rupertiwinkel, und ergänzt: »Wenn den Landwirten, die freiwillig etwas für den See tun wollen, wie in der Pressemeldung vom Landwirtschaftsminister Brunner vom 10. Juli erwähnt wird, nur wieder geringe finanzielle Anreize geboten werden, dann ist keine entscheidende Wende zu erwarten.«

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Kühn nennt ein Beispiel: Der Ertrag für ein Maisfeld auf dem fruchtbaren Grund direkt am See erbringt bis zu 1500 Euro pro Hektar. Verzichtet nun ein Bauer auf den Maisanbau und lässt nur das Gras vollkommen ungedüngt wachsen, dann erhält er als Ausgleich nach dem KULAP-Programm 2014 gerade mal 350 Euro. »Schon aus dieser Relation wird deutlich, dass es auf Dauer nicht darum gehen kann, kleine Maßnahmen von Zeit zu Zeit zu unterstützen. Ziel muss es sein, die Landwirtschaft im Einzugsgebiet des Waginger Sees so umzustrukturieren, dass dem See nicht mehr geschadet wird und der Landwirt danach keine weitere finanzielle Unterstützung mehr braucht«, unterstreicht Pfarrer Siegfried Fleiner aus Kirchstein.

Inzwischen hat die Initiative Kontakt mit Professoren von Universitäten, Institutionen und Fachbüros aufgenommen, um herauszufinden, welches Interesse an einer solchen Aufgabenstellung wie der landwirtschaftlichen Umstrukturierung besteht. »Die Rückmeldungen sind ermutigend«, so Kühn, »insbesondere dann, wenn bei der Umstrukturierung das Einkommen der Landwirte gesichert bleibt und so eine regionale Verarbeitung angestrebt wird«. he