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Schöne Grüße aus Serbien

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Wahrscheinlich wegen der Kopfbedeckung hat der serbische Verkäufer die abgebildeten Bergwerksbesucher für Muslime gehalten. (Fotos: privat))

Berchtesgaden/Erlangen – Im Zeitalter von Facebook und WhatsApp scheint die gute alte Postkarte nur noch etwas für Traditionalisten zu sein. Oder für Sammler wie Günther Klebes. Der 68-jährige Franke liebt alte Postkarten, genauer solche mit eisenbahnhistorischen Motiven aus dem deutschsprachigen Raum. Seine jüngste Errungenschaft ist eine 90 Jahre alte Ansichtskarte mit einem Besucherzug im Salzbergwerk Berchtesgaden.


Klebes ist in einer luxemburgischen Internet-Auktion auf die Karte gestoßen. Dort war sie als »Train with Muslim – Islam« angeboten worden. Erst beim näheren Hinschauen erinnerte er sich an einen früheren Besuch im Salzbergwerk. »Ich habe mich gewundert, wie der Anbieter auf Muslime gekommen« sagt der Schulbusfahrer, der in Erlangen zu Hause ist. Postkarten, die die unterschiedlichsten Züge und Brücken in Bayern zeigen, gehören schon länger zu seiner rund 600 Exponate umfassenden Sammlung. Aber eine Ansicht mit einem Personenzug im Salzbergwerk musste auch noch her.

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»Erstaunlich fand ich auch, dass der Anbieter eine Adresse in Serbien hatte«, erklärt Klebes. Weil er der einzige Bieter war, konnte er die Wunschkarte auch noch zum Schnäppchenpreis von gerade einmal 2,80 Euro erwerben. »Das ist eigentlich viel zu billig«, gibt er zu. Er wäre auch bereit gewesen, bis zu fünf Euro auszugeben; denn es war eine selten angebotene Karte. Wie Klebes weiß, gibt es auch Postkartensammler, sogenannte Philokartisten, die einen zweistelligen Betrag für eine derartige Ansichtskarte hinblättern würden.

Wie nun das gute Stück von Bayern nach Serbien gekommen ist, darüber kann der Sammler nur spekulieren. »Ob dahinter eine Auswanderung steht, oder einfach ein Bündel alter Postkarten nach einer Haushaltsauflösung an einen Händler veräußert wurde, der die Karten über das Internet weiter vermarktet, weiß ich nicht«, sagt Klebes.

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Günther Klebes auf einer seiner zahlreichen Exkursionen.

Der 68-Jährige sammelt »alles, was mit der Bahn zu tun hat – außer echte Lokomotiven«. Bei ihm zu Hause stehen Modelle und historische Uniformmützen – die so genannten »Rotkäppchen« neben zahllosen selbst geschossenen Fotos und Alben voll einschlägiger Telefonkarten und Briefmarken. Daneben arbeitete der Schulbusfahrer und dreifache Vater ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission, als Hobby nennt er »Bahn fahren«, und auf seiner Hochzeitsreise ist er vor 34 Jahren mit dem Glacier-Express von St. Moritz nach Zermatt gefahren. Sehr oft ist er mit der Bahn unterwegs. Frei nach dem Motto »Der Weg ist das Ziel !« Christian Fischer