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»Schockanrufer« wurden verhaftet

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Zwei sogenannte »Schockanrufer« hat die Polizei am Sonntag festgenommen: Es handelt sich um zwei 35 und 49 Jahre alte litauische Staatsangehörige.


Nach Angaben der Polizei vom Montag übergab eine 89-jährige Traunreuterin am Sonntagmorgen nach einem Schockanruf an die beiden Männer mehrere tausend Euro. Ein weiterer Versuch in Traunreut verlief für die Litauer erfolglos und es kam zu keiner Geldübergabe. Beamte der Zivilen Einsatzgruppe Traunstein haben die beiden 35 und 49 Jahre alten Litauer in ihrem Auto im Bereich Altenmark ausfindig gemacht und das Fahrzeug im Bereich Trostberg gestoppt. Die beiden Männer wurden anschließend festgenommen. Bei ihnen wurden mehrere Handys und auch das zuvor abgeholte Bargeld sichergestellt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kommen die beiden für weitere Taten im Bundesgebiet in Frage.

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Vielfältig sind die Hiobsbotschaften, die die meist russischsprachigen Opfer am Telefon bekommen, wenn ein »Schockanrufer« am Telefon ist. Als Arzt, Polizist oder Rechtsanwalt behauptet der Anrufer, dass Sohn, Tochter oder Enkel jemanden im Verkehr oder auf andere Weise schwer verletzt hat und dringend Geld für eine Behandlung oder zur Abwendung einer Gefängnishaft notwendig ist. Derart geschockt hinterfragen viele Opfer dann nicht einmal den Umstand, dass ein Geldabholer noch während des Telefonats an der Haustüre klingelt und mehrere tausend Euro gleich mitnimmt. Erst wenn die Gedanken wieder etwas geordneter sind, tauchen Zweifel auf und die Polizei wird verständigt.

Die Kriminalpolizei Traunstein hat sofort nach den Festnahmen weitere Ermittlungen übernommen: Es wird davon einem banden- und gewerbsmäßigen Betrug ausgegangen.