Schockanrufer in Traunreut

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Traunreut – Eine ältere Frau fiel in Traunreut auf einen sogenannten Schockanrufer herein. Der Betrüger erbeutete dabei einen vierstelligen Geldbetrag.


Wie die Polizei am Freitag mitteilte, gab es in Traunreut am Mittwoch und Donnerstag insgesamt vier Fälle von sogenannten Schockanrufen: Zu unterschiedlichen Uhrzeiten meldete sich ein russisch sprechender Mann bei vier verschiedenen Frauen im Stadtgebiet und teilte jeweils mit, dass ihr Enkel in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen sei. Für eine anstehende Operation seien mehrere tausend Euro nötig.

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In drei Fällen erkannten die Angerufenen die Betrugsmasche und brachen das Gespräch ab. In einem Fall jedoch fiel die Angerufene auf den Trick herein. Der unbekannte Anrufer hatte der aus Russland stammenden 77-Jährigen am frühen Donnerstagabend am Telefon erklärt, er sei Rechtsanwalt. Der Enkelsohn der Frau habe einen Unfall verursacht, bei dem ein Kind schwer verletzt worden sei. Für die notwendige Operation des Opfers müssten nun die Kosten übernommen werden. Da die 77-Jährige ihre Hilfe zusicherte, wurde ein Termin zur Abholung des Geldes vereinbart. Wenig später klingelte ein unbekannter Mann an der Tür der Frau, um das Geld abzuholen. Die Seniorin übergab ihm mehrere tausend Euro. Erst später wurde der Frau bewusst, dass sie Betrügern aufgesessen war, und sie ging zur Polizei. Doch da war der Betrüger bereits über alle Berge.

Die Kriminalpolizei Traunstein hat nun die Ermittlungen übernommen. Sie warnt eindringlich: Immer misstrauisch sein, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die man als solche nicht erkennt. Keinesfalls sollte man Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgeben. Im Zweifelsfall sollte man nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache halten. Ganz wichtig: Niemals Geld an unbekannte Personen übergeben. Sollte jemand einen solchen Anruf erhalten, unverzüglich die Polizei über die Notrufnummer 110 verständigen. fb