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Schnellfahrer nerven die Chieminger

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Der viele Verkehr im Ort war Thema bei der jüngsten Bürgerversammlung in Chieming. Vor allem Radler und Kinder seien gefährdet, hieß es. (Foto: Archiv Humm)

Chieming – Gegen den starken Durchgangsverkehr in Chieming und das zu schnelle Fahren gehört etwas unternommen. Das forderte in der Diskussion bei der Chieminger Bürgerversammlung Gebhard Gaßner von der Bürgerinitiative »Zukunftschancen für Chieming«.


Radler nutzten wegen des enormen Verkehrsaufkommens im Ort meist die Gehsteige, Mütter der Kurklinik setzten sich beim Überqueren der Straße mit ihren Kindern einer hohen Unfallgefahr aus, stellte Gaßner fest. Die Bürgerinitiative fordere darum »ohne Wenn und Aber« eine Ortsumfahrung; den Bürgermeister bat Gaßner um Unterstützung.

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Umfahrung gibt es nur bei Einigkeit

Bürgermeister Benno Graf meinte, das Vorwärtskommen gestalte sich hier schwierig. Auf der Suche nach einer Lösung führe er immer wieder Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt. Sein Appell: »Eine Lösung wird es nur dann geben, wenn wir alle gemeinsam an einem Strick ziehen, den gemeinsamen Wunsch nach einer Ortsumfahrung haben.« Graf verwies dabei auf das knappe Ergebnis der Bürgerbefragung mit 51 zu 49 Prozent.

Ein Mitglied des Kindergarten-Fördervereins war für eine 30er Zone auch für die Durchfahrtsstraße, vor allem zum Schutz der Kinder. Hans Ehrich beanstandete ebenfalls trotz 30er-Zone das zu schnelle Fahren auch entlang der Josef-Heigenmooser-Straße. Er regte eine Geschwindigkeitsreduzierung durch den Einbau von Schikanen an. Graf sah hier rechtliche Bedenken. Er verwies auf die verstärkten Geschwindigkeitskontrollen und erinnerte daran, dass die Gemeinde sogenannte »Smileys« hat aufstellen lassen. Keine Chance sah er für die Aufstellung eines Dauerblitzers.

Ein Bürger aus der Theresienstraße regte an, man sollte nach weiteren Trassen für eine Ortsumfahrung suchen und sie dem Straßenbauamt melden mit dem Hinweis, dass die Gemeinde die Planungskosten vorfinanzieren könnte. Nach seiner Meinung würde sich der Bereich zwischen Chieming und Grabenstätt anbieten. Dazu sagte Graf, eine Ortsumfahrung über das Gebiet einer Nachbargemeinde würde nur Ärger bringen. Er war entschieden gegen eine solche Lösung.

Christa Enzinger, die an der Stötthamer Straße wohnt, beklagte sich ebenfalls, dass viele Autofahrer die 30 km/h nicht einhielten und sich auch wenig darum kümmerten, wer Vorfahrt hat. Graf stellte fest, dass es seit Einführung von 30 km/h im Ort – mit Ausnahme an der Staatsstraße 2096, für die Chieming nicht zuständig ist – keine größeren Unfälle mehr gebe.

Zur Ortsumfahrung kündigte er erneut Gespräche mit Gemeinderat und Straßenbauamt an. Er informierte auch über das Bestreben der Verwaltung, weitere Trassenmöglichkeiten zu suchen. Bei Einigkeit der Bürger könnte er sich auch vorstellen, dass die Gemeinde finanzielle Vorleistungen erbringt.

Ein Bürger aus der Pfaffinger Straße kritisierte die vielen, nur teilweise bewohnten, Zweitwohnungen im Ort. Er sagte, ihre Benutzer brächten nur wenig Kaufkraft und plädierte für eine Anhebung der Steuer für Zweitwohnungen.

Einen Jugendtreff sah der Bürgermeister skeptisch

Doris Wagnerberger, Lehrerin an der Grund- und Mittelschule Chieming, informierte, dass sich mehrere Schüler einen Jugendtreff im Ort wünschen. Das sah Graf aber skeptisch, da dies ohne Aufsichtsperson nicht gehen würde.

Thomas Wirnshofer bedauerte, dass viele junge Familien sehr gerne in Chieming dauerhaft wohnen würden, jedoch Baugrund nach dem Einheimischenmodell nicht verfügbar sei. Er regte an, dass die Gemeinde das doch ändern könnte. Der Bürgermeister stellte fest, dass in seiner Gemeinde durchaus freie Grundstücke vorhanden wären, die Besitzer diese jedoch nicht verkaufen wollen. OH