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Schnelles Netz überall in Unterwössen

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Breitband-Ausbau
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Kabelbündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Leerrohr) für ein schnelles Glasfasernetzwerk. Foto: Jan Woitas Foto: dpa

Unterwössen – Ein Zuwendungsbescheid über 264.966 Euro der Regierung von Oberbayern bringt jetzt dem Ortsteil Hacklau und dem Flugplatz bis zum Gehöft Staffen schnelles Internet. Die Gemeinde nimmt selbst 67.492 Euro für diesen letzten 332.458 Euro starken Schritt in die Hand.


Bürgermeister Ludwig Entfellner sieht schon heute fast das gesamte Gemeindegebiet mit Glasfaserkabeln an Verteilerkästen versorgt. Falls das schnelle Internet noch nicht in der Wohnung ankommt, muss der Bürger dafür selbst mit Verträgen mit Unternehmen sorgen.

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Peter Heider in Stein an der Traun, Diplomingenieur, Inhaber der Firma TeCoStra und Begleiter der Gemeinde beim Breitbandausbau, und Bürgermeister Ludwig Entfellner freuen sich über den Förderbescheid. Damit ist die Finanzierung des Ausbaus gesichert und die Verträge, die im Vorfeld mit der Telekom ausgehandelt wurden, können mit der Finanzierungszusage unterschrieben werden. Die Förderbedingungen schreiben den Abschluss der Arbeiten bis Ende 2021 vor. Das so entstehende Netz ermöglicht Geschwindigkeiten von mehr als 50 MBit/Sekunde im Download der Daten und mindestens 2 MBit/Sekunde im Upload.

Heider sieht damit die Gemeinde Unterwössen gut aufgestellt. Dass diese Form des Ausbaus vom Verteilerkasten zum Haus weiter auf die langsameren Kupferkabel setzt, begründet er mit den Einsparungen der Unternehmen. Aber die technische Lösung des Vectorings habe im Bereich der Kupferkabel hohe Datenbeschleunigungen gebracht. Mit dem Vectoring werden elektromagnetische Störungen ausgeglichen, die es zwischen Kupferleitungen auf dem Weg in die Haushalte gibt. Das ermöglicht mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/Sekunde deutlich schnellere Datenübertragungen.

Bisher sei die Technik noch dadurch ausgebremst worden, dass sich im Vorfeld alle Kabelunternehmen auf einem Glasfaserkabel auf einen gemeinsamen Standard einigen mussten. Jetzt stellt die Telekom vermehrt auf diese Technik um – laut Heider ohne Kosten für Gemeinden und Verbraucher.

Sorge, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, weil nicht nur der Mensch, sondern immer mehr auch Geräte von der Armbanduhr bis Kühlschrank, Waschmaschine und Herd auf das Internet zugreifen (Stichwort »Internet der Dinge«), hat er nicht. »Das Kupferkabel ist eine 100 Jahre alte Datenübertragungstechnologie«, so Heider. »Früher gelang es mit Mühe, durch ein Kabel ein Telefongespräch ordentlich zu führen. Heute überträgt dieses Kupferkabel zugleich das Video-Streaming am PC, das Programm für unterschiedliche Fernseher und Telefonate. Da spielen die paar Abfragen des Kühlschranks im Datenvolumen eine völlig untergeordnete Rolle.« Das Beispiel zeige aber, wie schnell die Technik voranschreitet. Heider sieht gerade für das Glasfasernetz ungeahntes Potenzial. »Glasfaser wird uns auch noch in 100 Jahren versorgen«, schätzt er.

In Zukunft biete das Glasfasernetz noch viel Raum. Heider vergleicht es mit einem Baum. »Den Stamm und die dicken Äste gibt es jetzt. In der Zukunft werden immer mehr feinere Äste hinzukommen.« Und dann gebe es ja noch den Funk. »Wenn sich der Funk als Mittel der Datenübertragung weiter durchsetzt, dann braucht auch niemand mehr ein Datenkabel zu seinem Haus.« lukk