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Schneetreiben bereitete Autofahrern auf der Autobahn Probleme

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Einspurig  musste  der  Verkehr auf der Autobahn an einem Lastwagen vorbei geführt werden, der zwischen  den  Anschlussstellen Grabenstätt und Bergen in Richtung Salzburg an einer Steigung hängen geblieben war. (Foto: Polizei)

Von Unfällen und Behinderungen auf der Autobahn berichtet die Verkehrspolizei Traunstein als Folge der starken Schneefälle am Sonntag ab Nachmittag. Gegen 14.30 Uhr kontrollierte eine Streife der Autobahnpolizei Siegsdorf an der Anschlussstelle Frasdorf einen 60-jährigen Italiener, der mit seinem Audi wegen überhöhter Geschwindigkeit bei Bernau auffiel. Während die Beamten ihn aufforderten, sein Fahrzeugdach vom Schnee zu befreien, fing es an stark zu schneien. Innerhalb weniger Minuten war die Fahrbahn weiß und die Sichtweite lag unter 100 Meter.


Alle Fahrzeuge für den Winterdienst rückten aus

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Als die Beamten in der Gegenrichtung den Bernauer Berg hinunterfuhren, war dort zunächst vom Schnee noch keine Spur – es dauerte aber nicht lange, bis es wegen der Schneefälle am Bernauer Berg in Richtung München zu einem Unfall mit drei Fahrzeugen kam. Gut eineinhalb Stunden später musste die Autobahnmeisterei Siegsdorf mit allen verfügbaren Winterdienstfahrzeugen ausrücken – die Schneefront hatte den Bereich zwischen Grabenstätt und Siegsdorf voll im Griff.

Für den Fahrer eines italienischen 40-Tonners mit Lebensmitteln war an einer Steigung zwischen Grabenstätt und Rastanlage Hochfelln Süd Schluss. Dadurch und aufgrund der Witterungsverhältnisse kam es zu ersten Stauungen. Die beiden Lkw-Fahrer zogen daraufhin Schneeketten auf. Nachdem zudem ein Schneepflug die Spur vor dem Italiener freigeräumt hatte, konnte er weiterfahren und erreichte die Rastanlage.

Um 18.30 Uhr meldete eine Streife der Polizeiinspektion Fahndung am Angerer Berg in Fahrtrichtung Salzburg einen im Graben hängenden, ungesicherten Wagen. Als die Streife der Autobahnpolizei eintraf, ragte das Heck des ungesicherten italienischen Audis in die Fahrbahn – das Auto war versperrt, der Fahrer nicht aufzufinden. Das Fahrzeug wurde abgesichert und abgeschleppt. Grund für den Unfall waren wohl die Sommerreifen. Gerade als das Abschleppunternehmen den Wagen entfernt hatte, kam der Fahrer, ein 37-jähriger Marokkaner, mit Schneeketten in der Hand zurück. Dass es dafür zu spät war, machten die Beamten ihm deutlich klar. Neben einem Bußgeld von 155 Euro wurden ihm auch die nicht unerheblichen Abschleppkosten, die ein Vielfaches dessen ausmachten, in Rechnung gestellt.

Kaum hatten die Beamten diesen Fall abgeschlossen und an der Anschlussstelle Bad Reichenhall gewendet, kam es gegen 19.25 Uhr zu einer erneuten Behinderung am Angerer Berg durch ein liegengebliebenes Fahrzeug, diesmal in Fahrtrichtung München.

Den Vogel schoss jedoch eine Mini-Fahrerin ab, als sie ihr Fahrzeug im Bereich Jechling in Fahrtrichtung München mittig auf beiden Fahrspuren abstellte, ausstieg und ihr Auto vom Schnee befreite. Als sie jedoch die Polizei bemerkte, stieg sie schnell ein und fuhr weiter.

Die Streife musste schließlich einen portugiesischen Mercedes Sprinter absichern, der an der Steigung mit abgefahrenen Sommerreifen im Schneematsch hängen geblieben war und nun die rechte Spur blockierte. Zwei nacheinander fahrenden Schneepflügen war es zu verdanken, dass die Straße für den 34-Jährigen wieder befahrbar wurde. Die Streife eskortierte ihn von der Autobahn, untersagte die Weiterfahrt und zeigte ihn an.

Verkehr normalisierte sich erst ab 20 Uhr

Ab 20 Uhr beruhigte sich die Wetterlage zusehends und der Verkehr normalisierte sich wieder. Dem unermüdlichen Einsatz der Bediensteten der Autobahnmeisterei sowie den Beamten war es zu verdanken, dass es trotz starken Reiseverkehrs zu keinem Stillstand des Verkehrs kam.

Da auffällig viele Autofahrer unterwegs waren, die zwar ihre Fensterscheiben vom Schnee befreit, aber offenbar die zum Teil sehr hohe Schneefracht auf dem Dach vergessen hatten, mussten die Beamten mehrere Fahrer anhalten und beanstanden. Eine nicht unerhebliche Gefahr geht nicht nur von einem plötzlichen Bremsmanöver und damit verbundener Sichtbehinderung beim Abrutschen des Schnees über die Windschutzscheibe aus, sondern besonders auch für nachfolgende Verkehrsteilnehmer, wenn Schnee und Eis auf Straße und Fahrzeuge fällt. fb