weather-image
27°

»Schneegarantie« und Eishallen-Auslastung im Fokus

0.0
0.0

Inzell. »Schneegarantie« für einen Teil der Loipen und die Rodelbahn in Adlgass, die Stärkung der Kleinvermieter und die bessere Auslastung der Max-Aicher-Arena auch außerhalb der Eiszeiten sind in Inzell wichtige touristische Ziele für die nächste Zeit. Bürgermeister Martin Hobmaier gab bei einem Tourismusabend im Haus des Gastes außerdem bekannt, dass im April oder Mai eine Klausurtagung zum Thema Tourismus stattfinden wird. Im Mittelpunkt soll diesmal die Herausforderung stehen, die sportliche und touristische Nutzung der Eishalle noch besser zu verknüpfen.


Laut Hobmaier ist für künstliche Beschneiungsanlagen bereits Geld im Gemeindehaushalt eingestellt, um den Gästen eine gewisse »Schneegarantie« zu bieten. Der Rathauschef zollte in diesem Zusammenhang dem Gewerbeverein Inzell Lob für die Flutlicht-Loipe am Campingplatz.

Anzeige

Bei der Vermarktung der Max-Aicher-Arena setzt die Gemeinde auf eine neue Strategie. Die Kooperation mit Chriss Lombardi, der Grundlagenarbeit geleistet habe, sei beendet worden, so Hobmaier. Ab März soll sich der im Oktober neu eingestellte Eisstadionteam-Mitarbeiter Hubert Kreuz zusätzlich zur sportlichen Vermarktung auch um die nichtsportliche Nutzung kümmern. Mit Kreuz, Eisstadionleiter Hubert Graf sowie Vertretern der ITG und der Gemeinde setzte man sich gemeinsam an einen Tisch, um das Nutzungskonzept weiterzuentwickeln, so der Bürgermeister.

Hotel zur Post: An »Dorfwirtshaus« festhalten

In Sachen Hotel zur Post berichtete Hobmaier, das Haus Rochus werde gerade umgebaut, und die Pläne für das Areal würden erstellt. Sie sollen in den nächsten zwei bis drei Wochen präsentiert werden. Der neue Eigentümer Franz Scheurl wolle an einem »Dorfwirtshaus« und der alten Fassade festhalten. Das Gebäude werde etwas zurückversetzt, um Raum für einen Dorfplatz zu lassen.

Eine neue Großveranstaltung kündigte Hobmaier für 23. bis 25. Januar 2015 an: die Winterspiele der Genossenschaftsbanken aus Bayern und Baden-Württemberg mit insgesamt rund 2500 Teilnehmern. Alle großen Veranstaltungen dieser Winterspiele fänden in Inzell statt. Auch Reit im Winkl und Ruhpolding seien einbezogen. Wie Evelyn Wieser von der ITG erläuterte, betont der neue Urlaubsprospekt beim Thema »Ski Alpin« die Nähe zum Skigebiet Winklmoos-Steinplatte, um auch versierte Skifahrer für Inzell zu interessieren.

Einen Überblick über weitere Großveranstaltungen gab ITG-Chef Gerhard Steinbacher. Der Eisschnelllauf-Weltcup findet vom 7. bis 9. März statt. Der Eisspeedway-Grand-Prix ist vom 21. bis 23. März, die »Pfingstroas« am 8. Juni, der Michaeliritt am 28. September und die nächste Ballonwoche vom 25. bis 31. Januar 2015 – mit noch mehr Ballons.

Beratungsprogramm für Kleinvermieter

Am Herzen liegt Steinbacher die Unterstützung der Kleinvermieter im Ort, »ein wichtiges Standbein für einen funktionierenden Tourismus«. Es gebe hervorragende Beispiele in Inzell, wie durch konsequente Investition und Qualitätsverbesserung eine Nische gefunden wurde und die Erfolge sich einstellen. »Ein erster Schritt hierzu kann auch eine Betriebsberatung sein«, erklärte er. Gemeinsam mit dem Tourismusverband Chiemgau arbeite man daran, die Stärken der Privat- und Kleinvermieter noch besser hervorzuheben. »Wir achten sehr darauf, dass wir das nicht von oben überstülpen, sondern mit den Gastgebern zusammen entwickeln«, betonte Chiemgau-Geschäftsführer Stefan Semmelmayr.

Bisher ließen sich 13 Vermieter in Inzell beraten. Für die nächsten 20 Betriebe gibt es noch einen Zuschuss von 100 Euro von Chiemgau Tourismus. Weitere 50 Euro zahlt die ITG, sodass dem einzelnen Vermieter noch 100 Euro Eigenanteil bleiben.

Markus Ritter aus Bernau, der 16 Jahre Landesgeschäftsführer von »Urlaub auf dem Bauernhof« war und bereits 160 Betriebe beraten hat, berichtete, wie so eine Beratung funktioniert. Bei einem zwei bis drei Stunden dauernden Beratungsbesuch wird alles – von der Vermarktung bis zur Einrichtung – unter die Lupe genommen. Danach erhält der Vermieter eine Reihe von Empfehlungen.

»Es hat sich gelohnt, absolut«, berichtete Elisabeth Oldenburg. Die gebürtige Holländerin vermietet seit 2008 drei Ferienwohnungen. Sie hat ihre Internetseite neu gestaltet und ihre Preise etwas erhöht. vm