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Schmaler Grat vom Fan zum Fanatiker

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Bei der Diskussion über Fußball-Fan-Kultur begrüßte der Vorsitzende Maxi Burghartswieser (links) vom einladenden Fanclub »Rot-Weiße Traun« zwar nur sehr wenige Fans, dafür aber aus jeder Altersgruppe. (Foto: Buthke)

Traunstein. Das Biergartenwetter und der Auftakt der 2. Bundesliga am Freitagabend hatten ihr übriges dazu beigetragen, dass sich das Interesse an der Veranstaltung zur »Fußball-Fan-Kultur« im Rahmen der Kulturtage in Grenzen hielt. Moderator Willi Schwenkmeier machte jedoch aus der Not des geringen Besucherinteresses eine organisatorische Tugend: Aus der vorgesehenen Podiumsdiskussion wurde kurzerhand ein Runder Tisch. Organisiert hatte die Veranstaltung der Bayern München Fanclub Rot-Weiße-Traun aus Traunstein.


Zum Einstieg stellte Schwenkmeier fest, der Fußball sei für die Gesellschaft unheimlich wichtig. »Aber der Fußball funktioniert nur mit den Zuschauern.« Im Gegensatz zu früher, als man wegen des Fußballs ins Stadion ging, gingen die Anhänger heute hin, weil ihr Verein spielt. Müsse der Fan jedoch zum Fanatiker werden?

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Helmut Schreckenbauer, seit 15 Jahren beim DFB-Sportgericht erklärte, der Fan wolle nur das Beste für seinen Verein und den Fußball. Der Fanatiker dagegen schade dem Verein. »Der Grat dazwischen ist manchmal sehr schmal«, wusste er aus Erfahrung. Die Verantwortung sah er bei den Fanclubs und allen, die sich im Fußball engagieren.

»Gewisse Hemmschwellen werden heute bedenkenlos übertreten, ergänzte der ehemalige Schiedsrichter Bernhard Slawinski, der in München die Gewaltprävention und Integration im Amateurfußball leitet. Als Beispiel für Gewalt nannte er die Pyrotechnik mit über 1000 Grad, die bedenkenlos gezündet würde, obwohl Kinder im Stadion seien. »Ich verstehe nicht, warum solche Leute von den Fanclubs geduldet werden«, war Slawinski ratlos.

Wenn einer ausgebildet sei, richtig damit umgehe und sie kontrolliert abbrenne, sei sie schön anzuschauen, sagte dagegen Maxi Burghartswieser, Vorsitzender des Fanclubs Rot-Weiße Traun. Er forderte daher klare Regeln im Umgang damit und keine Verbote. Österreich mache es uns vor. Hans Gerlein vom FC Bayern Fanclub »Die 13 Höslwanger« bezweifelte die Forderung Burghartswiesers. »Die Ultras wollen sie nicht kontrolliert abbrennen, sie wollen provozieren.« Bjr