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Schloss Pertenstein ist seine große Leidenschaft

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Hans Lauber feiert am heutigen Samstag seinen 80. Geburtstag. Sein Name ist seit Jahrzehnten untrennbar mit Schloss Pertenstein verbunden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Hans Lauber feiert am heutigen Samstag seinen 80. Geburtstag. Er feiert fernab von Schloss Pertenstein, mit dem der Name Lauber seit Jahrzehnten untrennbar verbunden ist. Seiner Initiative und seiner Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass das 1290 erstmals urkundlich erwähnte Wasserschloss vor dem Verfall gerettet wurde und heute zu den bedeutendsten Kultur- und Begegnungsstätten im Chiemgau zählt. Lauber, der für sein unermüdliches und facettenreiches Wirken im vergangenen Jahr mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde, hat sein halbes Leben Pertenstein gewidmet und tut es noch.


1963 kam er als Lehrer an die Grund- und Hauptschule Traunwalchen, die heutige Carl-Orff-Grundschule. Von seinem Klassenzimmer aus blickte er jahrelang auf Schloss Pertenstein und wollte nicht mit ansehen, wie der Turm allmählich immer schiefer wurde. Damit reifte in ihm die Idee, das Schloss zu retten.

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Lauber gilt als Phantast, Visionär und Pragmatiker zugleich. Er versteht es, seine Mitmenschen in den Bann zu ziehen und sie für seine Ideen zu begeistern. Seine Leidenschaft, die »ewige Baustelle« Pertenstein grabend oder suchend neu zu entdecken, lässt ihn nicht los. Ohne Hans Lauber wäre das Schloss wohl eine Ruine geblieben. Mit ein paar Gleichgesinnten gründete er 1969 den Heimatbund Schloss Pertenstein und begann mit der behutsamen Sanierung des Schlosses, das der Besitzer Graf Toerring dem Verein auf Erbpacht überlassen hatte.

Heute weist die »Toerring-Allee« den Besuchern den Weg zu einer Kultur- und Begegnungsstätte, die weit über den Chiemgau hinaus großes Ansehen genießt. Als Schullehrer, Musiklehrer und Mitbegründer der Sing- und Musikschule Traunwalchen brachte Hans Lauber auch die Voraussetzungen mit, das Schloss mit kulturellem Leben zu erfüllen. Die drohende Auflösung der Schule Traunwalchen veranlasste ihn, den Komponisten Carl Orff als »Retter der Musikbewegung in der Schule« einzubeziehen. Seit 1978 trägt die heutige Grundschule den Namen des Komponisten. Der Orff'sche Gedanke besitzt seither auch auf Schloss Pertenstein einen hohen Stellenwert: Viele Werke von Carl Orff wurden mit großem Erfolg aufgeführt und sogar die internationale Orff-Ausstellung ist dort beheimatet.

Auf Laubers Initiative hin wurden auch der Verein »Orff 95« und die »Akademie für Musik, Tanz und Theater« aus der Taufe gehoben. Neben der regen Bautätigkeit, die viele weitere Projekte in und um die ehemalige Hofmark Pertenstein einschließt, hat er sich auch als Chorleiter und Komponist einen Namen gemacht. Die bis vor einigen Jahren aufgeführten Mysterienspiele zum Advent und zur Passion trugen ebenso seine Handschrift wie Messen oder seine »Anlass-Lieder« für kirchliche und weltliche Aufführungen.

Seit über fünf Jahrzehnten schwingt er den Taktstock beim Harter Männerchor, beim Chieminger Männerxangsverein (CMXV) und bei den Chorfreunden Traunwalchen, die heuer ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Unter anderem war er auch Mitinitiator bei der Gründung des FC Traunreut und legte den Grundstein für die Pferdefreunde.

Sein Geburtsort ist Odzaci im heutigen Serbien, wo Hans Lauber auch bestattet werden möchte. Mit Hilfe seiner Familie und von Freunden hat er in seinem Geburtsort unter anderem den Bau eines Bürgerhauses initiiert, Kirchen renoviert und alte Feuerwehrfahrzeuge hinbringen lassen. Mit dem ebenfalls aus Serbien stammenden, früheren Erzbischof Robert Zollitsch hat er eine Stiftung gegründet mit dem Ziel, den Menschen dort zu helfen. ga