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Schleching will Bauern nicht auf Schäden sitzen lassen

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Schleching. Das Thema Hochwasser nahm in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats einen breiten Raum ein. Bürgermeister Josef Loferer regte an zu überlegen, mit welchem Betrag sich die Gemeinde an Schäden beteiligt, »wo Bauern auf Schäden hocken bleiben«.


Schmutzwasserkanal wurde erheblich beschädigt

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Gemeinderat Andi Hell unterstützte den Vorschlag, denn »die Bauern bringen schon seit Jahrzehnten Opfer für die Gemeinde«. Es wurde unter anderem auch über das Sofortgeld informiert. Für betroffene landwirtschaftliche Betriebe beträgt es 5000 Euro und für betroffene Privathaushalte 1500 Euro. Zudem werden Container zur Entsorgung gestellt. Erforderlich hierzu ist die Dokumentation sämtlicher Schäden, hieß es weiter. Die Schadensermittlungen sind bereits angelaufen.

Auch der gemeindliche Schmutzwasserkanal ist beschädigt. Die Hochwasser führende Ache hat in Raiten kurz vor der Pumpstation Donau einen großen Schaden verursacht. Im Bereich des ehemaligen Auwaldes wurde ein Teil der Uferbefestigung weggespült. Da die Trasse des Schmutzwasserkanals hier direkt hinter dem Damm verläuft, ist der Kanal auf einer Länge von rund 200 Metern beschädigt worden oder nicht mehr vorhanden. Als Sofortmaßnahme wurde eine provisorische Leitung verlegt, damit das Abwasser nicht im Boden versickert oder in die Ache läuft.

Die Wiederherstellung wird rund 205 000 Euro kosten. Die hohe Summe ergibt sich hauptsächlich wegen der erschwerten Erdarbeiten in diesem Gelände. Um dies zu umgehen, hat das Ingenieurbüro Sextl einen Alternativvorschlag ausgearbeitet. Dieser sieht die Neuverlegung einer Druckleitung mittels Spülbohrung im weiteren Randbereich der Bundesstraße vor. Das hätte den Vorteil, dass in einer Tiefe von circa 1,50 Metern der Kanal ohne größere Flurschäden verlegt werden könnte. Schächte wären nicht erforderlich und die Pumpstation in Donau könnte entfallen. In Raiten müsste ein Pumpenschacht mit Kompressor errichtet werden. Der Kostenvoranschlag für diese Variante liegt bei circa 180 000 Euro.

Gemeinderatsmitglied Hannes Hörterer von der Bergwacht berichtete über den Einsatz am Hochwasser-Sonntag. Er beklagte, dass kein Arzt vor Ort war und die Notversorgung durch einen anwesenden Sanitäter übernommen werden musste. Er verwies auf das dringliche Problem eines Notweges, damit Schleching nicht wieder von der Außenwelt abgeschnitten sei. Es muss schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden, sagte er.

Er bat auch um schnelle Hilfe bei der Wiederherstellung der Wirtschaftswege, damit die Bauern zu ihren Grundstücken kommen. Die Böden seien im Überschwemmungsgebiet mit 25 Zentimetern Murrsand und Schlamm bedeckt, betonte er. Das habe im Boden alle Lebewesen abgetötet und den Boden unbrauchbar gemacht. Weiter muss geklärt werden, wo dieser – zum Teil kontaminierte Boden – abgelagert werden könne, fügte er hinzu.

Checkliste soll erarbeitet werden

Die Zweite Bürgermeisterin Elfi Bachmann berichtete von ihrer Teilnahme beim Besuch des Landwirtschaftsministers Brunner in Staudach-Egerndach. Die dort angesprochenen Probleme betreffen das gesamte Achental. Die Bürgermeister aller Gemeinden müssen sich zusammensetzen und gemeinsame Lösungen finden. Auch die österreichische Seite mit Kössen müsse mit dabei sein, denn Schutzmaßnahmen, die dort beschlossen und durchgeführt werden, würden auch auf Schleching Auswirkungen haben, sagte sie. Mit der Feuerwehr sollen in einer Sondersitzung des Gemeinderats prophylaktische Maßnahmen anhand einer Checkliste für Katastrophenfälle erarbeitet werden.

Für die Kosten des Katastropheneinsatzes der Gemeinde wie Kraftstoffkosten, Verpflegungsaufwand, Reparatur- und Ersatzbeschaffungskosten, beschädigte oder verloren gegangene Ausstattung ab 500 Euro werden 70 Prozent gefördert. Zuwendungsfähige Aufwendungen der Hilfsorganisationen werden in voller Höhe gefördert.

Bürgermeister Josef Loferer hob die große Hilfsbereitschaft der Schlechinger Bürger mit Spenden, Essen für die Helfer und tatkräftiger Hilfe hervor. 48 Stunden, in denen die Schlechinger mit so vielen ehrenamtlichen Helfern zur Stelle waren, da kann man stolz auf die große Einsatzbereitschaft sein, betonte er. wun