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Schlange im Kompost

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Diese Schlingnatter entdeckte ein Rottauer in seinem Garten auf dem Komposthaufen. (Foto: Dieter Rossner)

Grassau – Wenig bekannt ist die Schlingnatter als heimische Amphibienart im Chiemgau. Wegen ihrer versteckten Lebensweise wird sie kaum wahrgenommen, und wenn man sieht, dann wird sie meist mit der Kreuzotter verwechselt. Mit Freude entdeckte ein Gartenbesitzer in Rottau nun eine dieser, in Süddeutschland selteneren, Schlangen auf seinem Komposthaufen. Sie ist täglich bei Sonnenschein auf ihrem neuen Zuhause zu bewundern.


Schlingnattern der Art »Coronella austriaca« können bis zu 80 Zentimeter lang werden und recht unterschiedlich gefärbt beziehungsweise gezeichnet sein. Die Männchen sind meist hell- bis rötlichbraun, die Weibchen sind grau bis graubraun.

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Die Schlingnatter gilt als spezialisierter Reptilienjäger. Während die Nahrung der Jungtiere fast ausschließlich aus jungen Blindschleichen, Eidechsen oder Schlangen aber auch aus Regenwürmern besteht, sind die erwachsenen Schlangen hinsichtlich ihrer Beutewahl deutlich flexibler. Sie jagen zusätzlich noch Kleinsäuger und Jungvögel sowie gelegentlich Amphibien oder Insekten. In den meisten Fällen wird der Nahrung aufgelauert, vor allem aber junge Säuger werden gezielt in ihren Bauten gesucht. Kommt das Beutetier in Reichweite der Schlange, so wir es blitzschnell gepackt, umschlungen und nach kurzer Zeit gefressen.

Diese Art des Erlegens der Beute durch das Umschlingen war auch Grund für die Benennung. Andere Namen sind Glattnatter oder Zornnatter. Der letztere Name lässt sich auf ihr Verhalten bei Berührung durch den Menschen zurückführen. Dabei beißt sie gerne zu, auch wenn dies bei dieser ungiftigen Schlange recht ungefährlich ist. Deshalb lässt man sie am besten in Ruhe die Sonne genießen. og

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