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Schiffsschraube abgerissen – Fünf Personen auf dem Chiemsee in Seenot

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Foto: Symbolbild, BRK Wasserwacht Prien/Rimsting

Chiemsee – In Seenot gerieten gestern gleich zwei Boote mit fünf Insassen auf dem Chiemsee – sie mussten in einem großen Rettungseinsatz während des Gewitters gerettet werden.


Auf dem Chiemsee gerieten am Dienstagabend zwei Boote mit insgesamt fünf Insassen in Seenot. Wie die Polizei Prien berichtet, konnten die Personen gerettet werden und blieben unverletzt. Die Rettung eines der Boote war der schwierigste Einsatz, der im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Dienstag bewältigt werden musste. Insgesamt kam es zu 230 Einsätzen im Dienstbereich des Präsidiums.

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Schlauchboot kentert – Drei Personen können sich ans Ufer retten

Gegen 21.30 Uhr wurde durch den Deutschen Wetterdienst Sturmwarnung für den Chiemsee ausgelöst. Eine Bootsstreife der Wasserschutzpolizei Prien machte sich daraufhin einsatzbereit und erhielt schon wenig später über die Funk die Meldung über ein Schlauchboot, das im Bereich Bernau gekentert war und drei Personen, die sich im Wasser befanden.

Das große Streckenboot der Polizei und Wasserrettungskräfte machten sich auf dem Weg zum Unglücksort. Bis zum Eintreffen der Boote hatten sich die drei Personen auf Höhe des Autobahnparkplatzes "Chiemsee Pavillon" ans Ufer retten können. Sie konnten gegen 22.30 Uhr unverletzt von den Wasserrettern aufgenommen werden.

Elektroboot aus Sturmböen, Wellengang und absoluter Dunkelheit gerettet

Nur eine halbe Stunde später – gegen 23 Uhr – erreichte das Polizeiboot eine weitere Einsatzmeldung "Elektroboot treibt manövrierunfähig im Bereich der Fraueninsel". Der Handynotruf der Bootsinsassen wurde von der Wasserwacht in Bernau entgegengenommen und an die Polizei übermittelt. Nachdem die polizeiliche Absuche bei Windstärke 7 bis 8, sehr hohem Wellengang und fast völliger Dunkelheit im Bereich der Inseln zunächst ohne Erfolg verlief, löste die Einsatzleitung Wasserrettung Chiemsee dann die Alarmierung aller Wasserrettungseinheiten aus.

Wenig später zeigte das hochauflösende Radargerät des Polizeibootes etwa 2,5 Kilometer östlich der Fraueninsel auf der Weitsee ein Objekt an. Bei der Überprüfung konnte dann das havarierte und unbeleuchtete Elektroboot gefunden und die Besatzung – eine Frau und ein Mann aus Bernau – völlig durchnässt, aber unverletzt, geborgen werden. Am Boot der beiden war die Schiffsschraube abgerissen worden. Es musste von der Polizei abgeschleppt und zur Wasserwacht Bernau gebracht werden.

Heftige Gewitter in der Region und ganz Bayern

Das Gewitter war zwar kurz, dafür aber umso heftiger. Starke Regenfälle und Sturmböen sind über die Chiemgau-Region und das Berchtesgadener Land hinweggezogen. Ins ganz Südbayern kam es zu teils verheerenden Gewittern. Bäume wurden entwurzelt, stürzten auf Straßen, Autos und Häuser. Hunderte Rettungseinsätze waren nötig.

Neuer Wetterrekord im Juli im Chiemgau

Vergangenen Juli wurde ein neuer Rekord aufgestellt: Es gab mehr als doppelt so viele Gewitter wie im langjährigen Mittel. Insgesamt war der Monat zwar durchwachsen, dafür aber zwei Grad über dem Mittelwert. Zum Artikel.

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