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»Schee, dass de boarisch' Sprach gibt«

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Gustl Lex (links) und Ludwig Schick nahmen die zahlreichen Zuhörer mit auf eine Reise durch den bayerischen Dialekt. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding – Ja, es ist wirklich »schee, dass de boarisch' Sprach gibt«! Davon konnten sich zahlreiche Zuhörer im Haus des Gastes überzeugen. Der Sitzungssaal war voll besetzt.


Nicht nur Liebhaber der bayerischen Mundartdichtung kamen bei der Lesung der beiden »Mundartprotagonisten« Gustl Lex aus Grabenstätt und dem Ruhpoldinger »Urg'wachs« Ludwig Schick voll auf ihre Kosten.

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Und damit der Abend eine rundum gelungene Veranstaltung wurde, sorgte die »Rathausmusi« mit Bürgermeister Claus Pichler, Hans Hechenbichler, Evi Sandner und Rudi Regnat für einen unterhaltsamen Ohrenschmaus. Noch dazu gesellte sich auch die Familie von Ludwig Schick mit seiner Frau Hildegard und Tochter Franziska, die einige Lieder und Jodler zum Besten gaben.

Viel Amüsantes, aber auch Nachdenkliches präsentierten Lex und Schick abwechselnd in einem wahren Spiel mit der bayerischen Sprache, die alle Fassetten der Mundart zutage förderte. Gustl Lex führte mit »Lebfrisch kimmt's außa« gleich auf die richtige Fährte, denn Brauch, Sprach’ und Gwand seien die Merkmale der bayerischen Gemeinschaft. »Das ist Heimat«, sagte er. Auch humorvolle Gedanken zum Urlaub im Ausland machte er sich, um als Quintessenz festzustellen, dass der »Urlaub dahoam im Chiemgau und dem boarischen Meer« doch auch seine Reize hat.

Ludwig Schick befasste sich mit der Herkunft der bayerischen Sprache. Er meinte, dass der Bayer bei der Vergabe der Sprachen durch den Herrgott zu langsam war und damit keine Zuweisung derselben mehr bekam, was letztlich aber Gottvater dazu brachte, ihm den »göttlichen Dialekt« mit in die Wiege zu legen. Auch die anschließende Geschichte aus der Nachkriegszeit sorgte für viele Lacher, denn die »Buscho-Mutter« hatte einem »gar kasigen, schmächtigen Preußen« zum Aufpäppeln täglich ein Glas gesunder Kuhmilch verabreicht. Am Tag, als der sichtlich wohlgenährte Urlaubsgast abreiste, gestand sie ihm ein, jedes Mal statt der Kuhmilch doch die noch gesündere »Goaßmilli« kredenzt zu haben.

Und so ging es kunterbunt weiter. Gustl Lex berichtete unter dem Titel »Alles Chicago« von den amerikanischen Packerln, die nach dem Krieg die leidende Bevölkerung erreichten. Als längere Zeit kein Brief, aber doch wieder ein Packerl mit einer Dose den betroffenen Haushalt erreichte, stellte sich ganz zu Schluss heraus, dass sich darin die Asche der verstorbenen Tante befand, die »aber gar nicht gut schmeckte«. Ludwig Schick, alias »Buscho«, verstand es, mit einem Mundartgedicht die vier Elemente zu beschreiben, um dann festzustellen, dass der Maxl in der Schule als weiteres Element auch noch den täglichen Rausch eines Hausherrn kannte.

»Jetzt is a wieda in sei'm Element.« Nachdenklich und auch ein wenig emotional wurde es dann mit dem Verserl über die Schwarzachenalm, das er in Memoriam des kürzlich verstorbenen Ortsheimatpflegers Franz Ringsgwandl verfasste. Mit »Hoamgeh« machte sich Gustl Lex dann Gedanken über die Flüchtlingssituation und dem Übermaß des Wohlstandes bei uns, doch alle würden letztlich der ewigen Heimat zugehen.

Viel Lustiges, auch ein wenig Nachdenkliches, spannte einen Bogen über alle möglichen Ereignisse, die unser schönes Bayernland hergeben. Die Besucher bekamen ein Feuerwerk des Dialektes zu Gehör! hab