weather-image

Schaufenster leer stehender Geschäfte trotzdem schön gestalten

0.0
0.0

Waging am See. In Waging ist man, so der Grundtenor bei der Jahreshauptversammlung des Vereins »Waging bewegt« (wir berichteten), mit der Situation des Handels im Großen und Ganzen zufrieden. Dass es aber durchaus noch Handlungsfelder gibt, wo man etwas verbessern kann, zeigte ein Vortrag von Achim Gebhard von der CIMA Beratungs- und Management GmbH auf: Er gab den Waginger Geschäftsleuten und Kommunalpolitikern Anregungen mit auf den Weg, wie sich – von der Parksituation über die Beschilderung bis hin zur Außenwirkung der Geschäfte – noch mancherlei optimieren lassen würde.


»Trends und Herausforderung in der Standortentwicklung in Waging am See« war Gebhards Referat überschrieben. Dabei lobte der Referent zunächst das »attraktive, einladende Ortsbild« im sanierten Ortskern, fügte aber gleich an, dass man auf diese »gute Stube« schon noch aufsetzen und an der Qualitätsschraube drehen könne. Optimierungsbedarf sieht Gebhard in Sachen Orientierung: Die Ortsmitte sei »nicht direkt ersichtlich«, es gebe keine zentrale Parksituation; Beschilderung, Besucherführung und Möblierung (zum Beispiel Bänke) seien nicht einheitlich. Nicht-Ortskundige, so fand Gebhard, würden sich schwertun, sich zurechtzufinden. Zudem fehlten seiner Ansicht nach »Aufenthalts- und Ruheräume«, die gerade angesichts des demografischen Wandels, bei einer zunehmenden Zahl von älteren Menschen, immer wichtiger würden.

Anzeige

Leerstand von Geschäften »nicht kritisch«

Natürlich kam auch das allgegenwärtige Thema Parken zur Sprache. Es sei unbedingt darauf zu achten, mahnte Gebhard, dass die Mitarbeiter der Geschäfte nicht die Kundenparkplätze blockierten. Insgesamt aber stellte er der aktuellen Parkplatzsituation ein gutes Zeugnis aus: Es seien große Parkplätze vorhanden, durch ein Parkleitsystem geordnet und in erreichbarer Nähe.

Der Leerstand von Geschäften im Ort sei »nicht kritisch«. Wenn tatsächlich ein Geschäft leer stehe, sei dringend darauf zu achten, die Schaufensterbereiche trotzdem zu gestalten, sie möglicherweise als Werbung für den Standort zu nutzen. Darüber hinaus sei es wichtig, dass sich die Gewerbetreibenden und die Gemeinde Gedanken darüber machen, welche Umsatzpotenziale es noch gebe, welche Branchen eventuell fehlten. Wichtig ist es, so Gebhards Appell, die Immobilien in Schuss zu halten. Schließlich sei man »Unternehmer, nicht Unterlasser«.

Im Vorfeld der Jahreshauptversammlung hatte »Waging bewegt« in Zusammenarbeit mit der CIMA noch eine Mitgliederbefragung auf den Weg gebracht, bei der allerdings der Rücklauf mehr als enttäuschend war. Auch darauf ging Gebhard ein: »Das Ehrenamt«, so sagte er, sei hier schon »fast an der Erschöpfungsgrenze«. Es gebe in Waging gute Projekte, aber das funktioniere nicht, wenn nicht die Gemeinschaft der Geschäftsleute zusammenhelfe. Und zu einer gedeihlichen Vereinsarbeit gehöre auch, dass die Mitglieder ihre Erwartungen klar formulierten.

Bürgermeister Häusl schwebt Gutachten vor

Bürgermeister Herbert Häusl stellte zu der Gesamtthematik fest, dass ihm und der Gemeinde die Standortentwicklung von Waging sehr am Herzen lägen. Von daher regte er zum einen an, dass Gebhard seine Beobachtungen einmal auch dem Gemeinderat darlegen sollte. Zum anderen könnte sich der Bürgermeister gut vorstellen, ein Standortentwicklungs-Gutachten machen zu lassen – vor allem auch vor dem Hintergrund von immer wiederkehrenden Anfragen von Handelsketten, die sich in Waging ansiedeln wollen. Es sei in solchen Situationen immer schwer, fand der Bürgermeister, zu beurteilen, ob eine solche Ansiedlung sinnvoll sei oder nicht, ob sie dazu geeignet sei, Geschäftsstrukturen zu zerstören oder aber vielleicht zu ergänzen. Denn schließlich wolle man notwendige Anpassungen oder Veränderungen auch nicht verpassen. he