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Schäfflertanz in Traunstein

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Eine Ausstellung über die Schäfflertänze in Traunstein und München ist noch bis zum Donnerstag in der »Alten Wache« des Traunsteiner Rathauses zu sehen. (Foto: Buthke)

Traunstein – Anlässlich des 500. Jubiläums des Schäfflertanzes in München wurde bei der Kolpingfamilie Traunstein, die seit 1953 regelmäßig einen Schäfflertanz aufführt, die Idee geboren, eine Ausstellung über die Geschichte des Schäfflertanzes in Traunstein zu organisieren. Das Ergebnis ist noch bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr in der »Alten Wache« des Traunsteiner Rathauses zu sehen.


Dass die Mitglieder der Kolpingfamilie Traunstein nicht die Ersten waren, die in Traunstein einen Schäfflertanz aufführten, machte Sepp Parzinger bei seinem geschichtlichen Rückblick während der Eröffnungsfeier deutlich. Die Aufführung eines Schäfflertanzes wurde erstmals 1859 erwähnt. Wer ihn aufgeführt hat, weiß man nicht. Ein zweiter Auftritt wurde 1865 durch ein Zeitungsinserat und einen Leserbrief dokumentiert.

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Nur 1978 wurde außertourlich getanzt

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Turnvereins Traunstein hatte Franz-Xaver Ehrl 1914 die Idee, einen Schäfflertanz aufzuführen. Innerhalb von drei Tagen hatten die Schäffler des TV Traunstein sagenhafte 54 Auftritte. 1953 begann die Kolpingfamilie Traunstein anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Kolpingfamilie Traunstein mit ihren Schäfflertanzaufführungen, die dann regelmäßig alle zehn Jahre stattfanden. Nur 1978 wurde anlässlich des 125. Jubiläums der Kolpingfamilie außer der Reihe getanzt. Künftig sollen die Schäfflertänze alle sieben Jahre wie in München stattfinden. Der nächste Schäfflertanz findet daher bereits 2020 statt.

Dass der Schäfflertanz in München vor 500 Jahren nach überstandener Pest zum ersten Mal getanzt wurde, ist eine Legende. Es wird bezweifelt, dass es 1517 in München überhaupt eine Pestepidemie gab, da die Sterberegister für dieses Jahr keine auffälligen Todesraten aufweisen. Die Legende, die ihn mit der Pest in Verbindung bringt, dürfte erst im 19. Jahrhundert entstanden sein.

Alle Einnahmen werden gespendet

Laut Sebastian Eisenreich gibt es in Bayern 52 Schäfflergruppen, wobei Traunstein die Einzige ist, die die kompletten Einnahmen aus den Hutsammlungen und dem Schnapsverkauf der Marketenderinnen für wohltätige Zwecke spendet. Bis heute kamen rund 45 000 Euro an Spenden zusammen.

Von einem wundervollen Einblick in die Historie des Schäfflertanzes sprach Oberbürgermeister Christian Kegel. Sein Hintergrund sei es, die Menschen zum Lachen zu bringen. Er nannte es erfreulich, dass Bräuche erhalten würden. Die Kolpingfamilie leiste dazu einen wertvollen Beitrag.

Mit Fotos, Zeitungsausschnitten und Texten erinnert die Ausstellung an die Schäfflertänze in Traunstein und in München, zeigt Fotos von Schäfflergruppen in Deutschland und beteiligten Musikkapellen. Daneben gibt es das Gewand und die Gerätschaften der Schäfflertänzer, Bierkrüge, Urkunden, Zinnfiguren und vieles mehr zu sehen. Bjr

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