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Schäffler machten auch in Waging Station

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Als Reifenschwinger betätigte sich Schäfflermeister Hannes Huber und wirbelte seine beiden Holzreifen behände durch die Luft. (Foto: Eder)

Waging am See. Premiere für Waging: Erstmals in ihrer Geschichte machten die Traunsteiner Schäffler Station in Waging am See – von zwei mehr privaten Aktionen abgesehen die einzigen »Auswärtstermine« der Tanzgruppe, wie »Tanzlehrer« Sebastian Eisenreich erzählte. An vier Stationen im Ort zeigten die Schäffler der Traunsteiner Kolpingfamilie ihre Tänze – immer umlagert von interessierten Zuschauern.


»Euch zur Freud‘ und zum Erhalt der Tradition« führen die Schäffler ihre Tänze auf, wie Schäfflermeister Hannes Huber den Besuchern erklärte. Und er fügte an, dass dazu als drittes noch der soziale Zweck komme; »denn wir Schäffler tanzen kostenlos, aber hoffentlich nicht umsonst«. Drei Adressaten werden heuer unterstützt, wie Huber aufzählte: der ambulante Hospizdienst der Caritas, das Familienpflegewerk des Frauenbunds Traunstein und nicht zuletzt die Franz-von-Kohlbrenner-Schule in Traunstein. Für die Schule soll nämlich ein Brotbackofen angeschafft werden. Die Materialkosten wollen die Schäffler »ertanzen«, dann aber beim Einbau auch selber mit Hand anlegen. Denn der Brotbackofen soll nicht nur für die Schule, sondern auch für den Kindergarten und für Vereine zur Verfügung stehen.

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Musikalisch begleitet wurden die Schäfflertänzer von der Musikkapelle Surberg-Lauter. An vier Orten traten sie auf: Zuerst an der Mariensäule, dann auf der Salzburger Straße bei der Firma Wiedemann und beim Seniorenheim und zuletzt bei der Praxis Dr. Berger in der Bahnhofstraße. Nachdem mit Sägmehl der Tanzkreis auf dem Boden fixiert worden war, zu optimaler Orientierung, ging es mit den Auftritten los. Da sah man die klassischen Schäffler-Figuren: »Achter«, »Kreuz«, »Vier Kapellen«, »Krone«, »Schlangentanz« und zum jeweiligen Abschluss den »Laubengang«. Dazwischen war der als Höhepunkt heftig beklatschte Reifenschwinger zu sehen, bei dem Schäfflermeister Huber seine beiden Holzreifen durch die Luft wirbelte.

Die Zuschauer hatten ihre Freude an den Vorführungen, und gegen die Kälte half – zumindest ein klein wenig – das eine oder andere Schnäpschen, das die netten Marketenderinnen gegen kleine Spenden gerne ausschenkten.

Wagings Bürgermeister Herbert Häusl, der beim ersten Tanzauftritt an der Mariensäule als Zuschauer mit dabei war, bedankte sich bei den Schäfflern für den Besuch in Waging und hob in dem Zusammenhang die guten Verbindungen zwischen seiner Gemeinde und der »Großen Kreisstadt« hervor und begrüßte besonders auch seinen Amtskollegen Sepp Wimmer aus Surberg, der bei der Musikkapelle mitspielte. Häusl gestand schließlich auch noch ein, dass er noch nie einen Schäfflertanz »live« gesehen habe – eine Tatsache, die er wohl mit den meisten anderen Besuchern der Schäfflerauftritte in Waging gemeinsam hatte. he