weather-image
26°

Schadholz beschert Stadtforst negatives Betriebsergebnis

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Auch im vergangenen Jahr machten Stürme dem Traunsteiner Forstbetrieb zu schaffen, sorgten sie doch für jede Menge Schadholz mit entsprechend sinkenden Preisen, die zu erzielen waren. Für die Zukunft bezeichnete Stadtförster Gerhard Fischer in seinem Jahresbericht die wirtschaftliche Situation am Holzmarkt als unsicher. (Foto: Stadtforst)

Traunstein – Den Jahresbericht 2017 der Städtischen Forstverwaltung Traunstein und der Stiftung Geschwister Haßlberger gab Stadtförster Gerhard Fischer wie jedes Jahr im Stadtrat ab. Der Bericht wurde ohne größere Diskussion einstimmig zur Kenntnis genommen.


Dem Bericht nach gehören zum Betriebspersonal der forstliche Leiter, Revierleiter, eine Teilzeit-Beschäftige und vier Forstwirte. Beim Personal gab es keine Änderungen. Zwei Mitarbeiter waren längere Zeit erkrankt. Beide werden auch künftig gesundheitsbedingt nicht mehr in der Holzernte eingesetzt.

Anzeige

Die Betriebsfläche beträgt zurzeit 612 Hektar. »Im vergangenen Jahr gab es keine Änderung in der Besitzfläche«, erklärte Fischer. Der Holzeinschlag betrug 6988 Festmeter – 97 Prozent des Plansolls. Davon wurden 6170 Festmeter im Stammbetrieb, 817 Festmeter im Stiftungswald eingeschlagen. 15 Prozent der Holzmenge seien in Folge von Schadeinwirkung geerntet worden, erklärte Fischer weiter.

Fichten-Bauholz und Laubstammholz stellten mit 4359´Festmeter das Hauptsortiment dar. Als gewerbliches Energieholz wurden 1019 Festmeter vermarktet. Sehr große Schadholzmengen in Mitteleuropa erbrachten ein Überangebot von Fichtenholz (und Esche) am Markt. Wegen der negativen Holzpreisentwicklung (Preisrücknahmen um mehr als 20 Prozent) und wegen der Personalsituation wurde die mögliche Erntemenge an Fichten-Stammholz nicht ausgeschöpft. Dies verminderte die Gesamteinnahmen um etwa 30 000 Euro, so Fischer.

Der Durchschnittspreis beim Holzverkauf (ohne Selbstwerbung) betrug im vergangenen Jahr 71 Euro je Festmeter für ungerücktes Holz – das entspricht rund 12 000 Euro weniger als im Vorjahr. Weitere Arbeitsschwerpunkte waren Neukulturen (Eichenkulturen in Truchtlaching nach Sturm), die Sicherung von Waldrändern (Esche) – mit Kosten für die Entnahme mit einem Spezialkran in Höhe von 18 000 Euro sowie die Jungwuchspflege.

Im Stammbesitz schließt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung für 2017 mit einem Verlust in Höhe von 50 365 Euro. Auf der Einnahmenseite stehen Holz- und Nebennutzungen in Höhe von rund 378 510 Euro, Jagd 4079 Euro, Vermietung, Pacht mit 10 432 Euro, Sonstiges 687 Euro, Zuschüsse von 26 497 Euro, Lohn Rückersätze mit 33 405 Euro und Verkauf 408 Euro, zusammen also 453 610 Euro.

Dem stehen gegenüber Gemeinkosten 22 472 Euro, Gehälter, Honorar mit 110 165 Euro, Löhne von 217 518 Euro, Materialkosten von 37 009 Euro, Unternehmer 94 723 Euro, Steuer, Miete, Pacht, Büro 18 166 Euro und Investitionen von 3922 Euro gegenüber, zusammen also 503 975 Euro. Nicht berücksichtigt sind dabei Grundstücksgeschäfte.

Die Stiftung Haßlberger verzeichnet bei den Einnahmen Holz für 31 027 Euro, Erbbauzinsen in Höhe von 39 541 Euro und Zuschüsse von 8379 Euro, zusammen also 78 947Euro.

Auf der Ausgabenseite stehen die Dienstleistung Ersatz für Betreuung mit 11 400 Euro, Material, Unternehmer mit 35 056 Euro, Steuern und Versicherungen mit 468 Euro, Zuwendungen an Bedürftige mit 2814 Euro und Grabpflege mit 457 Euro, zusammen also 50 195 Euro, gegenüber. Die Stiftung Haßlberger erwirtschaftete einen Überschuss in Höhe von 28 752 Euro.€

Der Waldzustand entspreche der Erhebung in Bayern, fuhr Fischer fort. Die waldbauliche Entwicklung laufe positiv und entspreche der Umbauplanung. Bei der Jagd war Arbeitsschwerpunkt neben der Bejagung wiederum der Bau sicherer Hochsitze und Kanzeln. 2017 wurden inklusive Verkehrsunfällen 88 Rehe erlegt. In Froschham wurde in Form einer revierübergreifenden Jagd mit dem Revier Otting wieder eine sehr erfolgreiche Bewegungsjagd durchgeführt.

Zur Öffentlichkeitsarbeit zählten Besuche von Schulklassen und Kindergärten, das Forstamt habe Motorsägenschulungen angeboten. An Besuchergruppen gab es den Deutschen Forstverein, eine Themenexkursion betraf den Fichtenanbau im Alpenvorland. Im Sinne des Umweltschutzes habe man im Bürgerwald eine Kette von sechs Amphibientümpeln angelegt. An drei Fundorten habe man den Tannen-Stachelbart im Bürgerwald (Reliktart aus Schutzgebieten) gefunden.

Im Ausblick fürchtete Fischer, die wirtschaftliche Situation sei am Holzmarkt wegen zu erwartender Schadholzmengen (Fichte, Esche) unsicher. Weiter müsse man mit hohen Kosten für Sicherungen an Waldrändern (Esche) rechnen. coho