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Satteldach für neues Feuerwehrhaus in Schönau am Königssee

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Hier soll das neue Königsseer Feuerwehrhaus gebaut werden – neben das jetzige Gebäude in den Hang. (Foto: Kastner)

Schönau am Königssee – Nun ist es fix: Das neue Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Königssee wird auf dem gemeindeeigenen Grundstück im Hang neben dem aktuellen Feuerwehrhaus an der Alten Königsseer Straße entstehen. Der Gemeinderat Schönau am Königssee befürwortete den entsprechenden Bauantrag am Dienstag einstimmig. Das Gremium entschied sich nach internen Diskussionen der letzten Monate nun doch für ein Satteldach anstelle des ursprünglich vorgesehenen Flachdachs. Kostenpunkt für das Projekt: zirka 2,3 Millionen Euro.

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»Der jetzige Feuerwehr-Standort in Königssee ist der beste, weil wir damit die Zehn-Minuten-Hilfsfrist einhalten«, sagte Bürgermeister Hannes Rasp. Außerdem sei der Vorteil des Hanggrundstücks, dass es der Gemeinde bereits gehört. Wesentliche Änderung gegenüber der im März von Architekt Hans Romstätter aus Traunstein präsentierten Machbarkeitsstudie war im jetzt vorliegenden Bauantrag die Dachform. »Wir bauen also keine Seilbahnstation, sondern ein Gebäude mit Satteldach«, formulierte es Bürgermeister Rasp humorvoll. Die Änderung war auf Druck von Gemeinderat Josef Springl (CSU) zustande gekommen.

Um das Gebäude auf dem gemeindeeigenen Grundstück unterbringen zu können, ist laut Architekt Hans Romstätter eine größere Hangabtragung erforderlich. Die rund acht Meter hohe Hangverbauung soll mittels Baustahl, Bohrankern und Spritzbeton erfolgen. Davor wird das aus Sockelgeschoß und hölzernem Obergeschoß bestehende Gebäude platziert. Es enthält neben drei Garagen unter anderem den Alarmeingang mit Umkleiden, Sanitärräume mit Duschen für Damen und Herren, einen kleinen Besprechungsraum, den Kommandantenraum, eine Werkstatt, eine Schleuse mit Schlauchwaschmaschine (auch für die Schönauer Wehr) sowie Lagerräume auf einer Galerie. Im Obergeschoß gibt es unter anderem einen großen Schulungsraum, einen Aufenthaltsbereich mit Küche, ein Büro, einen Trockenraum sowie ein Stuhllager.

Voraussetzung für die Realisierung des Projekts sind die entsprechenden Bodenverhältnisse im Hang. Und die sind nach dem Vorentwurf des Bodengutachtens nicht schlecht. Nach den bisherigen Erkenntnissen gibt es unter der Humusschicht laut Hans Romstätter zunächst eine »steindurchsetzte Letten«, darunter aber sehr guten, nagelfluhartigen Boden. »Der ist zwar schwer rauszunehmen, wir tun uns aber dann beim Verbau leichter«, so Romstätter.

Auf dem Feld gegenüber ist die Errichtung von 20 Stellplätzen geplant, vier weitere können rund um das Feuerwehrhaus ausgewiesen werden. Das Entgegenkommen der Nachbarn lobte denn auch Stefan Punz (CSU). Die hätten grünes Licht nicht nur für die Anlegung der Stellplätze, sondern auch für die Überlassung der Abstandsflächen und für notwendige Grunddienstbarkeiten für die Zufahrt gegeben. Von einem »konstruktiven Planungsprozess« sprach Franz Graßl (CSU). Man sei zu einem sehr guten Ergebnis sowohl für die Gemeinde als auch für die Feuerwehr gekommen. Das sieht mittlerweile auch Thomas Janzen (Freie Wähler) so. Der hatte sich vor einigen Monaten noch skeptisch über den Standort geäußert. Überlegen sollte man sich nach seiner Ansicht aber, ob man anstelle der Holzbauweise im Obergeschoß nicht lieber auf Mauerwerk setze. Ulli Kastner