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Sascha Hehn muss nichts zahlen

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Foto: dpa/Nicolas Armer

Traunstein – "Traumschiff-Kapitän" Sascha Hehn muss seiner früheren Agentin keine Provision aus einem Werbeauftrag für einen deutschen Elektroriesen zahlen.


Die Achte Zivilkammer am Landgericht Traunstein wies die Klage der Münchner Agentin auf Zahlung von 25 000 Euro am Donnerstagmorgen kostenpflichtig ab. Die Klägerin muss sowohl die Gerichtskosten als auch die Kosten des beklagten 62-jährigen Schauspielers, alles nebst Zinsen, tragen. Richterin Birgit Unterreiner sah den von der Agentin geltend gemachten Anspruch als nicht ausreichend nachgewiesen an.

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In dem Verfahren stand seitens der Parteien Aussage gegen Aussage. Zeugen hatten eher die Version Hehns gestützt. Wie die Achte Zivilkammer ihre Entscheidung genau begründet, war nicht zu erfahren. Nur der Urteilstenor wurde verkündet. Von den Prozessbeteiligten erschien dieses Mal niemand. Der im Landgerichtsbezirk Traunstein lebende Schauspieler hatte an zwei öffentlichen Verhandlungsterminen persönlich teilgenommen.

In dem Verfahren ging es aus Sicht der Klägerin um einen 2015 von ihr vermittelten Auftrag für einen 2016 gesendeten TV-Spot des Elektrounternehmens mit Sascha Hehn. Die Agentin und ihr Anwalt Dieter Beloch aus München argumentierten, der 62-Jährige habe 160  000 Euro Gage erhalten. Dafür stehe ihr – wie in der zeitweisen Zusammenarbeit in den 1990er Jahren – ihre »übliche Provision« zu. Hehn habe sie telefonisch gebeten, sich um die Sache zu kümmern, so die Klägerin sinngemäß.

Sascha Hehn, durch die Fernsehserie »Schwarzwald-Klinik« als »Dr. Brinkmann« ebenso wie als Kapitän in der »Traumschiff«-Serie zum Star geworden, widersprach dieser Darstellung. Wieviel Gage er für den Spot bekam, blieb in dem Zivilprozess offen. Der Beklagte mit dem Münchner Anwalt Stefan von Moers zur Seite betonte lediglich, der Betrag sei deutlich niedriger gewesen. Außerdem habe er allein die Verhandlungen mit dem Unternehmen geführt. Seine ehemalige Agentin habe diesen einzig seine Telefonnummer für die Kontaktaufnahme gegeben.

Dies bestätigte eine 41-jährige TV-Producerin aus Hamburg im Zeugenstand, die Sascha Hehn damals zunächst nicht hatte erreichen können. Ein aktuelles Management fand sie nicht. Mit der Klägerin wechselte die 41-Jährige mehrere Mails. Die Agentin schrieb, sie solle nach Rücksprache mit Hehn für ihn verhandeln. Als die TV-Producerin mit der ihr beruflich bekannten Freundin des Schauspielers sowie Hehn telefonierte, stellte sich alles anders dar. Der 62-Jährige sagte zu der 41-Jährigen, die Agentin sei »nicht vertretungsberechtigt«, es sei nur mit ihm zu verhandeln.

Letztlich wurde ein Vertrag mit dem Elektroriesen über eine Gage in unbekannter Höhe geschlossen – ohne Ausweis einer Agenturprovision. Eine spätere Rechnung der Agentin beglich das Unternehmen nicht. Die 45-jährige Freundin des Schauspielers, die das Büro mit Hehn in dessen Haus teilt, erinnerte sich unter anderem an seine empörte Reaktion auf die Provisionsforderung der Klägerin am Telefon. Ihr »Mann« habe der Frau klar untersagt, für ihn zu verhandeln. kd

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