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»Sankt-Wolfgang-Brunnen« feierlich eingeweiht

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Bürgermeister Franz Parzinger (links) enthüllt im Beisein von den Vertretern der Stadtwerke, Franz Hagenauer (Mitte) und Engelbert Danner, am Brunnenhaus ein Schild auf dem der Name »Sankt-Wolfgang-Brunnen« und die Bauzeit eingraviert sind. (Foto: Rasch)

Traunreut. Wasser ist die wichtigste Grundlage für das Leben. Um dieses höchste Gut zu schützen, werden die Quellen eingefasst und Brunnenhäuser gebaut. Die Gelegenheit, neue Brunnen zu eröffnen, bietet sich aber eher selten: »Deshalb ist heute für die Stadt Traunreut ein wichtiger und besonderer Tag«, sagte Bürgermeister Franz Parzinger bei der Einweihung des neuen »Sankt-Wolfgang- Brunnens« in Niedling. Der Brunnen ist als zweites Standbein gedacht, sollen die Brunnen in Traunwalchen ausfallen.


Die feierliche Zeremonie wurde von einer Abordnung der Blaskapelle Traunwalchen musikalisch umrahmt. Den kirchlichen Segen erteilten der evangelische Pfarrer Stefan Hradetzky und sein katholischer Kollege, Diakon Uwe Kraus.

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Von der ersten Abteufung bis zur Fertigstellung des Brunnens, der sich in einer Waldlichtung zwischen Oderberg und Niedling befindet, sind mittlerweile 25 Jahre verstrichen. Allein das Wasserrechtsverfahren zur Ausweisung des 144 Hektar großen Trinkwasserschutzgebietes habe nach Angaben des technischen Leiters der Stadtwerke Traunreut, Franz Hagenauer, neun Jahre gedauert. Obwohl die Stadtwerke für Einschränkungen bei der landwirtschaftlichen Produktion einen angemessenen finanziellen Ausgleich leisteten, gäbe es bayernweit erhebliche Widerstände gegen neue Schutzgebiete. Für das neue Schutzgebiet konnten jedoch alle Grundstückseigentümer nach Beratung durch die Stadtwerke für den Schutz des Trinkwassers gewonnen werden.

Wie Hagenauer weiter mitteilte, handle es sich bei dem Brunnen Niedling um einen ganz besonderen Brunnen, der mit 80 Metern Tiefe, einer Leistungsfähigkeit von maximal 40 Liter pro Sekunde, einer genehmigten Jahresfördermenge von knapp 695 000 Kubikmetern und bester Wasserqualität ein sicheres zweites Standbein darstelle. Normalerweise werde in sogenannten Flachbrunnen bei einer Tiefe von circa 25 Metern eingespeist. Sollten die Brunnen in Traunwalchen ausfallen, können mit dem neuen Brunnen etwa 60 Prozent des täglich benötigten Trinkwasserbedarfs für die Stadt Traunreut kompensiert werden. Der Rest kommt vom Brunnen Nunhausen und von benachbarten Wasserversorgern.

Im Brunnenhaus mit Satteldach befindet sich die technische Ausrüstung, die im Wesentlichen aus einer Tauchmotorpumpe, Druckausgleichsbehälter und Rohrleitungen besteht. Der circa 850 Quadratmeter große Fassungsbereich wurde eingezäunt. Die Kosten für das Brunnenhaus, einschließlich einer 800 Meter langen Stromleitung von Niedling bis zum Brunnen, belaufen sich auf 340 000 Euro. Hinzu kommen noch 96 000 Euro für eine 325 Meter lange Wasserleitung zur Anbindung des Brunnens an die Steigleitung zum Hochbehälter Frühling.

Bevor die Gäste, dem Anlass angemessen, mit Wasser auf das Projekt anstießen, enthüllte Franz Parzinger am Brunnenhaus ein Schild, auf dem mit der Namen und die Bauzeit des Brunnens stehen. Die Idee, den Brunnen auf den Namen »Sankt Wolfgang« zu taufen, stammt vom ehemaligen Stadtpfarrer Thomas Schlichting. Der Wolfgang-Weg, eine beliebte Pilgerstrecke im Mittelalter, führte von Regensburg über das heutige Traunreuter Stadtgebiet ins Salzkammergut nach Sankt Wolfgang. ga