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Sanitärgebäude für Campingplatz

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Taching am See. Der Gemeinderat beschloss in der letzten Sitzung des Jahres einstimmig den Haushalt für 2014. Außerdem ging es um das neue Sanitärgebäude am Campingplatz.


Nachdem der Entwurf des Haushaltsplanes bereits im Detail in der Novembersitzung besprochen worden war, wurde dieser Tagesordnungspunkt schnell abgehandelt. Das Steueraufkommen wurde mit 1,7 Millionen Euro veranschlagt. Größter Einnahmeposten ist die Einkommensteuerbeteiligung mit erwarteten 710 000 Euro.

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418 300 Euro für den Kauf von Grundstücken

Geplant wird mit einem Überschuss von 167 300 Euro, der für die Finanzierung der Investitionsausgaben verwendet wird. Im Vermögenshaushalt wurde die Planung bestimmt von den Baumaßnahmen am Campingplatz und von Ausgaben für Grunderwerb. Die veranschlagten Ausgaben für einen Neubau in Höhe von 887 000 Euro wurden vorsorglich im Haushalt angesetzt, wobei eine Aufteilung auf zwei Jahre erfolgte. Für 2014 wurden vorerst 462 000 Euro eingeplant. Für den Kauf von Grundstücken wurden 418 300 Euro veranschlagt. Die Investitionen können auch 2014 ohne Kreditaufnahme finanziert werden, weil die Gemeinde bis zum Jahresende 2013 über 900 000 Euro ansparen konnte.

Das Gremium sollte in dieser Sitzung auch darüber entscheiden, ob auf Basis des aktuellen Planungsstandes für den Neubau eines Sanitärgebäudes am Campingplatz der Startschuss gegeben werden soll. Bauchschmerzen bereitete dem Gemeinderat nicht die Planung, welche auf große Zustimmung stieß, sondern die geschätzte Baukostensumme von 887 000 Euro.

Bürgermeisterin Ursula Haas schlug vor, in der Sitzung noch keinen endgültigen Durchführungsbeschluss zu fassen. Vielmehr sollte eine exakte Kostenberechnung und die Planung einer Sanierung mit entsprechender Kostenermittlung eingeleitet und das Ergebnis abgewartet werden. Der Vorschlag der Bürgermeisterin setzte sich denkbar knapp mit 7 zu 6 Stimmen durch.

Matthias Riesemann vom beauftragten Planungsbüro hatte zuvor einen fertigen Planentwurf vorgestellt. Die Planung sieht zur Einsparung von Betriebskosten ein flexibles Nutzungskonzept vor, wobei während der Hauptsaison Sanitäreinrichtungen zugänglich sind, die in der Nebensaison noch geschlossen bleiben. Insgesamt würden den Campern 20 Toiletten, 10 Pissoirs, zwei behindertengerechte Bäder und 18 Duschen zur Verfügung stehen. Großer Wert wurde auf Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit gelegt. Zudem sieht die Planung zwei öffentliche WCs vor, welche von Spaziergängern genutzt werden können. Bei einer Realisierung der Planung entstünde ein Bau, welcher den aktuellen Anforderungen eines Campingbetriebes entspricht.

Zwei Modellrechnungen vorgestellt

Kämmerer Bernhard Kraus legte zur Erläuterung, ob sich so eine Investition überhaupt amortisieren wird, zwei Modellrechnungen mit einer Abschreibungsdauer von 20 beziehungsweise 30 Jahren vor. Ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb wäre bei Abschreibung der Investitionskosten über so einen langen Zeitraum bei einer aber nur geringen Gewinnspanne möglich. Allerdings müssten die Mehraufwendungen mit einer entsprechenden Preispolitik abgefangen werden. In einer Grafik wurden die Vergleichspreise der anderen Plätze rund um Waginger und Tachinger See aufgezeigt. Auch nach einer Preiserhöhung wären die Preise noch konkurrenzfähig.

Hinsichtlich der Finanzierbarkeit konnte die Kämmerei angesichts der zwischenzeitlich angesparten Rücklagen grünes Licht geben. Durch die Bindung der Mittel wäre allerdings die Liquidität der Gemeinde für die Jahre 2014 und 2015 stark eingeschränkt. In der Praxis hieße dies für die Gemeinde Taching, dass außer vorgesehenen Straßenbauvorhaben in den nächsten Jahren keine größeren Projekte finanzierbar wären und auch für diese eine vorübergehende Kreditaufnahme nötig wäre.

Haas will exakte Kostenberechnung

Die Bürgermeisterin vertrat angesichts der sehr engen Spielräume in der vorliegenden Wirtschaftlichkeitsberechnung die Meinung, dass vor einem Durchführungsbeschluss die Kosten nicht nur geschätzt werden dürften, sondern dass eine exakte Kostenberechnung erstellt werden sollte. Sie wies eindringlich darauf hin, dass bei einer so hohen Investitionssumme eine genaue Kostenermittlung und eine Abwägung von Alternativen vor einem endgültigen Beschluss Voraussetzung sei, um eine Maßnahme, die keine gemeindliche Pflichtaufgabe sei, gegenüber den Bürgern begründen zu können. Deshalb sollte man auch noch genauer untersuchen, ob eine Sanierung des neueren Gebäudeteiles möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Bei Letzterem waren einige Mitglieder des Gemeinderates anderer Meinung. Sie argumentierten, dass nur durch den Neubau eine praktische Nutzung des Gebäudes erreicht werde und bei einem Weiterbetrieb des Campingplatzes die Investition getätigt werden müsse. bk