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Sanierung geht nicht ohne Spenden

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Freuten sich über die Spende des Bayernbunds (von links): die Landtagsabgeordnete Annemarie Biechl, Äbtissin Johanna Mayer, Altäbtissin Domitilla Veith, Christian Glas, Hanna Fahle und Franz Mayer. (Foto: Thümmler)

Chiemsee. Die energetische Sanierung der Benediktinerinnen-Abtei wurde jetzt mit dem Ostflügel, dem Haus Tassilo, fortgesetzt. Zusätzlich zur Dachsanierung müssen knapp 100 Fenster, davon 16 Gaubenfenster, erneuert werden. Allerdings sieht sich die Abtei, mit den Aufgaben finanziell überfordert, wie aus einem »Hilfeschrei« der Cellerarin (Finanzministerin) Elisabeth Barlage hervorgeht.


»Wir lieben unser Kloster und tun alles, um es zu erhalten. Steuermittel stehen uns nicht zur Verfügung, staatliche Zuwendungen zum Erhalt der Bausubstanz nur in geringem Umfang«, so Barlage. So sei die Abtei für jede Unterstützung dankbar, sei es mit einer Spende, einer Mitgliedschaft im Freundeskreis oder der Übernahme einer Fensterpatenschaft.

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Beim Haus Tassilo müssten die asbesthaltige Dachdeckung erneuert und das Dach gedämmt werden mit nichtbrennbarer Mineralwolle. Gleichzeitig werden einige Bereiche brandschutzmäßig auf den neusten Stand gebracht, sanitäre und elektrische Einrichtungen verbessert oder erneuert. Die Kosten schätzte Barlage auf rund eine Million Euro. Die Abtei sanierte bereits 2012 die Ostseite des Gebäude-Quadrums, das Haus Benedikt, im Frühjahr die Westseite dieses Hauses mit 53 großen Fenstern und im Herbst die Ostseite mit über 40 Fenstern, davon 13 Dachgauben, einschließlich der Dachsanierung.

Barlage bezeichnete das Kloster mit seinem Seminarbereich für Gäste aus allen Ländern, Völkern und Religionen als einzigartigen Ort. Die Abtei Frauenwörth sei mit ihrer 1200-jährigen Geschichte ein kulturelles und historisches Kleinod in einer der schönsten Gegenden Deutschlands. Bayernherzog Tassilo III. habe das Kloster im achten Jahrhundert gegründet. Die selige Irmengard, gestorben 866, eine Urenkelin Karls des Großen, werde als erste namentlich bekannte Äbtissin heute noch verehrt.

Um das Kloster sanieren zu können, kommt die Spende de Bayernbunds Rosenheim über 7500 Euro gerade recht. Damit können fünf Fenster eingebaut werden. Die Spenden wurden nach einem Gottesdienst im Münster beim Klosterwirt an Äbtissin Johanna Mayer übergeben. Christian Glas, der Vorsitzendes des Kreisverbandes Rosenheim des Bayernbunds, bezeichnete es als großartige Leistung, wenn von 630 Mitgliedern des Bayernbundes 112 spendeten. Bei den 7500 Euro habe es zwei größere Einzelspenden gegeben. So spendeten die Gebirgsschützen-Kompanie Bad Endorf und das Busunternehmen Hans Hofstetter aus Bad Endorf beide je 500 Euro.

Eines der Leitthemen des Bayernbundes sei die Bewahrung der Heimat, so Glas als Begründung für die Fenster-Aktion. Dieser Grundsatz treffe auch auf Baudenkmäler zu. So sei für den Bayernbund die Abtei Frauenwörth der geistige und kulturelle Mittelpunkt, sowie auch das Gedenken an den Bayernherzog Tassilo, den Klostergründer im achten Jahrhundert. Zu der aufwendigen energetischen Sanierung, bei der rund 100 Fenster ausgetauscht werden, möchte der Bayernbund beitragen, erklärte Glas.

Symbolisch, anstelle der Fenster selbst, gab es für die Verantwortlichen ein Päckchen mit dem Geldbetrag für ein Fenster, Süßigkeiten und Bilder von den Bauarbeiten, so für Äbtissin Johanna Mayer, MdL Annemarie Biechl, die Vorsitzende des Freundeskreises, Ordensschwester Hanna Fahle und Franz Mayer, Beirat im Freundeskreis. Die Äbtissin freute sich sehr über die Spende: »Ich bin wirklich gerührt«. Biechl würdigte die gute Zusammenarbeit des Freundeskreises, der ebenfalls das Bauprojekt der Abtei mit erheblichen Mitteln unterstützte mit dem Kloster und dem Bayernbund.

Spenden für die Sanierung der Abtei kann man überweisen auf das Konto bei der Liga Bank München, Konto-Nr. 850, BLZ 750 903 00, Stichwort: Dächer. th