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Sanierung der Klobensteinkapelle: Arbeiten sollen im April beginnen

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Kein Durchkommen zur verwüsteten Kapelle gab es in den vergangenen Wochen.

Traunstein – Die Höhe des Schadens an der Klobensteinkapelle, die ein umstürzender Baum im Herbst schwer verwüstet hat, steht noch nicht fest. Weil Schneemassen in den vergangenen Wochen die Unglücksstelle an der Traun in Empfing bedeckten, habe bislang keine Bestandsaufnahme vor Ort stattfinden können.

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Das sagte die Pressesprecherin der Stadtverwaltung im Rathaus, Carola Westermeier, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Die Aufarbeitung der Verwüstungen an und in der Kapelle beginne »frühestens Anfang April«.

Fichte hielt Sturm nicht stand

Deutlich sind die Spuren, die der Sturm im Herbst hinterlassen hat. Bäume und Äste liegen kreuz und quer. Sogar die eine oder andere schwere Last, die der starke Wind nicht zu Boden geworfen hatte, liegt jetzt als Schneebruch auch noch auf dem Boden.

Ein Föhnsturm fegte am 28. Oktober über Traunstein hinweg – mit verheerenden Folgen für die Kapelle aus dem 19. Jahrhundert. Eine rund 30 Meter große Fichte konnte dem starken Südwind nicht standhalten, der Baum brach etwa einen Meter über dem Boden und stürzte mit voller Wucht auf das Bauwerk. Die Fichte zerstörte das Dach – eine Holzkonstruktion mit Kupfereindeckung – gänzlich.

Der Stadt gehört die Kapelle. Nach der Verwüstung sicherte sie den Bereich und ließ ihn von Mitarbeitern des Bauhofes und der Forstverwaltung absperren. Ebenfalls unverzüglich erfolgte die Schadensmeldung an die Sturm- und Hagelversicherung. Seitdem stellt sich die Frage, ob sie die Kosten für die Wiederrichtung übernimmt.

Anfang November besichtigte ein Vertreter der Versicherung den Ort. Zwei Monate später führten dann Bedienstete der Stadt und der Versicherung ein Gespräch bezüglich der weiteren Vorgehensweise und Schadensabwicklung.

Kapelle wird »komplett zurückgebaut«

Und so lautet die Absprache für das gemeinsame Vorgehen: Sobald es die Witterungsverhältnisse zulassen, veranlasst die Stadt, dass die Kapelle, so die Pressesprecherin, »komplett zurückgebaut wird«. Alles, was zerstört worden ist, wird ihren Angaben zufolge entfernt, anderes, was dem Sturm nicht zum Opfer gefallen ist und im Rahmen des Wiederaufbaus genutzt werden kann, bleibt stehen. Auf dieser Grundlage sei dann die angestrebte Bestands- und Schadenserfassung möglich.

Ein Zimmerer hatte sich dieser Tage schon einmal auf den Weg zur Kapelle begeben. Er musste dann aber unverrichteter Dinge wieder umkehren, denn immer noch lag so viel Schnee, dass der Handwerker die Arbeiten nicht aufnehmen konnte.

Wenn die Beteiligten wissen, was alles zu machen ist, nehmen sie Kurs auf den Wiederaufbau der zerstörten Kapelle. In einem ersten Schritt werden dann Angebote von Handwerkern eingeholt, die eine Reparatur durchführen können.

Die Stadt rechnet damit, dass sie auf den Kosten für die Wiederherstellung des Gebäudes nicht sitzen bleibt. Der Beauftragte der Sturm- und Hagelversicherung habe, so Westermeier, »ein positives Zeichen gegeben, dass ein Schadensfall vorliegt«. Und weiter: »Wir gehen davon aus, dass die Versicherung den Schaden komplett übernimmt.«

Termin für Wiedereröffnung offen

Wann die Stadt an eine Wiedererrichtung der Kapelle geht, ist noch völlig offen. Weil die Bestandsaufnahme jetzt erst beginnt, habe die Verwaltung im Rathaus noch keinen Zeitplan aufgestellt, so die Pressesprecherin.

Die Klobensteinkapelle, heute ein sogenanntes Kleindenkmal, hatten 1854 Josef und Theres Forstmaier gebaut. Zugleich schufen sie eine Klause in Form eines Kirchleins, die wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeitweise von einem Einsiedler bewohnt war. 1934 entstand unterhalb der alten eine neue Klause, die ein Eremit dann einige Jahre nutzte.

Eine Renovierung der Kapelle erfolgte 1884. Doch der Zahn der Zeit nagte in den folgenden Jahrzehnten weiter an dem Bauwerk, sodass man schließlich gezwungen war zu handeln. Die umfassende Neugestaltung im Jahre 1968 stand unter der ehrenamtlichen Leitung des damaligen Stadtbaumeisters Rudolf Simhofer. pü