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Sanierung der Bergener Kläranlage geplant

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Bergen – In seiner jüngsten Sitzung hat der Bergener Gemeinderat einstimmig einen großen Schritt getan, die Kläranlage nach Jahren für 4,2 Millionen Euro zu ertüchtigen. Die Entwurfsplanung ist beschlossen. Ein weiteres Thema bei der Sitzung war das Ende der Kongregation der Schwestern des Göttlichen Erlösers in Bergen nach 90 Jahren. In Planung ist außerdem ein Konzept der Gemeinde für eine bessere Bürgerinformation.


In der vorletzten Sitzung hatten Mitarbeiter des Ingenieurbüros Dippold und Gerold ausführlich über die Planungen für die Ertüchtigung der Kläranlage informiert. In der Bürgerversammlung stellte die Gemeinde das Projekt den Bürgern vor. In der jüngsten Sitzung bestand weiterhin Diskussionsbedarf. Gemeinderat Thomas Rodler (CSU/BBU) hinterfragte die Investitionskosten für das im Konzept enthaltene Blockheizkraftwerk. Die Idee ist es, mit der Anlage das bisher im Sommer abgefackelte Faulgas zur Wärmegewinnung zu nutzen, das Schwimmbad zu heizen und zudem noch Strom zu erzeugen.

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Projekt in Teilmaßnahmen auf den Weg bringen

Schnell waren sich alle mit Bürgermeister Stefan Schneider einig: »Wir werden nicht eine halbe Million mehr ausgeben, nur weil es uns gefällt.« Im Anschluss an die Entwurfsplanung soll das Projekt in Teilmaßnahmen auf den Weg gebracht werden. Die dann ermittelten, konkreten Zahlen fließen in eine Wirtschaftlichkeitsberechnung ein. Erst auf deren Grundlage entscheidet der Rat dann über die Vergabe der Teilprojekte, so Schneider.

Am Hölzlweg in Bergen soll ein Haus weichen, damit auf dem großen Grundstück zwei Mehrfamilienhäuser mit zusammen fünf Wohneinheiten entstehen können. So beantragt es ein Immobilienunternehmen. Die Bauten selbst machen dem Gemeinderat keine Sorgen. Die Vorschriften sind eingehalten, zwei Befreiungen von der First-Richtung für einen Quergiebel und die seitliche Wandhöhe sind unproblematisch. Trotzdem diskutierten die Räte lange.

Die Örtlichkeit ist ein Musterbeispiel dafür, wie die Verdichtung der Wohnbebauung Verbesserungen in der Infrastruktur verlangt. Bei der Vielzahl der Anwohner und dem Straßenverlauf ist auf der engen Straße kaum Platz. Grundstückseinfahrten sind schwierig anzufahren. Die Räte diskutierten Lösungen wie eine Einbahnstraßenregelung. Der Rat genehmigte das Vorhaben schließlich mit einer Gegenstimme.

Dem Antrag auf Änderung des Bebauungsplans Holzhausen für ein Bauvorhaben an der Kaltenbrunner Straße ist der Gemeinderat einstimmig gefolgt. Ursprünglich hatte der Gemeinderat erwogen, in die Bebaungsplanänderung Nachbargrundstücke einzubeziehen, um den aktuellen Verhältnissen gerecht zu werden. Das würde aber das Bauvorhaben für die jetzige Antragstellerin zu lange verzögern, teilt Bürgermeister Schneider auf Anfrage mit.

Offizielle Verabschiedung der Schwestern geplant

Betroffen zeigte sich der Gemeinderat von der Entscheidung der Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser, den Standort Bergen aufzulösen und die Schwestern Gertraud und Walfrieda ins Mutterhaus zu berufen. Bürgermeister Schneider sagte, dass die Schwestern seit 90 Jahren wesentlicher sozialer Mittelpunkt in der Gemeinde seien. Er sprach von deren gewaltiger Lebensleistung im Ort. Die Gemeinde verabschiedet die Schwestern am Sonntag, 26. April, offiziell mit einem Kirchenzug, Gottesdienst und Empfang.

Thema bei der Sitzung war auch die Anfrage eines Bürgers, ob es möglich ist, die Gemeinderatsprotokolle im Internet zu veröffentlichen. Dem steht laut Bürgermeister derzeit noch ein Beschluss des Gremiums entgegen, die Protokolle nur am Rathaus auszuhängen. Schneider informierte, dass die Gemeinde plant, »dem Bürger nicht nur Informationen, sondern auch Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, damit umzugehen«. Dafür werde derzeit ein Konzept erarbeitet.

Monika Mitterer (Grüne Liste) brachte das Thema TTIP auf den Tisch. Es zeichnete sich eine klare Mehrheit durch alle Fraktionen ab, klar Farbe gegen das Freihandelsabkommen zu bekennen, zumindest soweit es um kommunale Themen wie die Daseinsvorsorge und die Trinkwasserversorgung geht. lukk