weather-image
22°

»Sanfte Modernisierung« oder »Spaßbad«?

0.0
0.0
Bildtext einblenden
In Vorbereitung auf den »Winterschlaf« befindet sich derzeit das Siegsdorfer Freibad. In den kommenden Jahren stehen dort wohl einige Sanierungsarbeiten an. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Auf Antrag der UW-Fraktion befasste sich der Siegsdorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit der Zukunft des Freibads.


Nachdem der Tagesordnungspunkt einstimmig in die öffentliche Sitzung vorgezogen worden war, stellte Alexander Klammer dem Gremium die Ergebnisse der UW-Veranstaltung »Ideenwerkstatt Siegsdorfer Schwimmbad 2020« vor, die im Sommer im Schwimmbad etwa 50 interessierte Besucher angelockt hatte. Eine Führung durch die Technik des Bads mit den beiden Bademeistern hatte allen deutlich gemacht, dass an einer Sanierung – vor allem der technischen Anlagen und der Sanitäreinrichtungen – in naher Zukunft kein Weg vorbeiführt.

Anzeige

Mehrheit will Ausrichtung als »Familienbad«

Die Veranstaltungsbesucher sprachen sich mehrheitlich für den Erhalt am jetzigen Standort und die grundsätzliche Ausrichtung als »Familienbad« aus und zollten dem Personal um die beiden Bademeister Christine Schmidt und Ingo Sünkel großes Lob für die kompetente und freundliche Führung sowie die Sauberkeit des Bads. Als weitere Pluspunkte kamen die großen ruhigen Liegeflächen und der bestens geführte Kiosk zur Sprache.

Allerdings sollten nach Besuchermeinung das Kinder- und Jugendbecken sowie die Rutschbahn attraktiver gestaltet werden. Weitere Wünsche waren ein eigenes Sprungbecken mit Sprungturm oder ein Strömungskanal und die Verbesserung des Spielplatzes. Unbestritten notwendig sind neben der Modernisierung der Technik auch der Umbau oder die Erneuerung der Umkleideräume, Toiletten und Duschen, nicht zuletzt um auch hier Barrierefreiheit zu erreichen.

Im Gemeinderat entstand daraufhin eine lebhafte Diskussion mit vielen Fragen und Vorschlägen aus allen Fraktionen. Christine Schmidt verwies darauf, dass ein Sprungturm oder Strömungskanal einen deutlich höheren Personalaufwand bedeuten würde, und berichtete aus dem täglichen Betrieb. Derzeit machen vor allem die Umwälz-Technik und ein Leck in den Leitungen zwischen Becken und Ausgleichsbehältern Probleme.

Den Einnahmen im Jahr 2015 in Höhe von 62 118 Euro standen Aufwendungen von 242 423 Euro gegenüber. Das bedeutet, dass die Gemeinde Dreiviertel der laufenden Kosten aus Steuermitteln finanziert.

Bürgermeister Thomas Kamm bremste die Detaildebatte mit Verweis auf die noch folgende ausgiebige Tagesordnung und bat die Fraktionen darum, im Zuge der laufenden Haushaltsberatungen auch dieses Thema auf die Agenda zu setzten. »Macht euch Gedanken darüber, ob wir eine 'sanfte Modernisierung unseres Familienbades' oder ein 'attraktives Spaßbad' wollen«, gab der Bürgermeister den Gemeinderäten als Hausaufgabe. Sobald man sich auf einen gemeinsamen Weg geeinigt habe, könnten in einer Vorplanung nicht nur Details erörtert, sondern auch eine Kosten- und Bauzeitprognose festgelegt werden. FK