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Sandra Sonntag trat aus der FDP aus

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Sandra Sonntag hat eine neue politische Heimat gefunden.

Unterwössen – Seit 2007 war die Unterwössner Gemeinderätin und Stellvertretende Kreisvorsitzende Sandra Sonntag Mitglied der FDP. Wie sie jetzt gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt bekannt gab, hat sie bereits Anfang März die Partei verlassen. Ihre neue politische Heimat hat sie auf Gemeindeebene bei der Überparteilichen Wählervereinigung Bürgerkandidaten und auf Kreisebene bei den Freien Wählern gefunden.


Sonntag begründete ihren Parteiaustritt überwiegend mit »zu wenig Basisdemokratie und so gut wie keiner Hilfe von oben«. Die FDP habe ihren Schwerpunkt zwar schon immer in der Bundespolitik und weniger in der Kommunalpolitik gehabt. Mit dem neuen Vorsitzenden Christian Lindner habe sie sich aber eine thematische Verbreiterung der Partei und eine Rückkehr zu den sozialliberalen Wurzeln erhofft. »Leider musste ich jedoch feststellen, dass die FDP noch weiter in die neoliberalen Strukturen zurückfällt«, so Sonntag.

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Für ihren Wählerauftrag, im ländlichen Raum regionale Politik umzusetzen, sah sie deshalb in der FDP auf absehbare Zeit keine Chance mehr.

Sonntag war ein Jahr nach ihrem FDP-Beitritt auf Anhieb 2008 in den Gemeinderat von Unterwössen gewählt worden. Sie war damit die erste und einzige FDP-Gemeinderätin im Landkreis Traunstein. Ein Jahr später gründete sie den bis heute einzigen Ortsverband der FDP im Landkreis und wurde 2013 als FDP-Bundestagskandidatin nominiert.

Ihren politischen Anschluss an die Wählervereinigung Bürgerkandidaten in Unterwössen begründete sie »mit deren Zielen für mehr Bürgerbeteiligung, echte Mitentscheidung der Bürger und eine Gemeinschaftsliste bei den Kommunalwahlen in Wössen als Gegenmittel gegen die Dominanz einer Partei«. Persönlich möchte sie mit der Wählervereinigung mehr Transparenz in der Gemeindepolitik erreichen.

Im Kreistag hatte Sonntag als einzige FDP-Kreisrätin keinen Fraktionsstatus. Nach umfassenden Gesprächen mit allen Fraktionen hatte sie nach eigenen Worten bei den Freien Wählern »die größte politische Schnittmenge« gefunden. Besonders angesprochen hätte sie die praktizierte Basisdemokratie, eine Politik von unten nach oben und eine breitere Aufstellung kommunalpolitischer Themen. bvd