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Saal des Gasthofs Prinzregent soll renoviert werden

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Marquartstein. In seiner jüngsten Sitzung behandelte der Gemeinderat die Anträge aus der Bürgerversammlung im November. Klaus Hell, langjähriger Vorstand des Sportvereins Marquartstein, hatte den Antrag gestellt, den historischen Saal des Gasthof Prinzregent zu renovieren und so für die Gemeinde zu erhalten.


In einem Schreiben an alle Gemeinderäte bekräftigte Hell seine Meinung nochmals, dass eine grundlegende Sanierung des Saales, in den etwa 250 Besucher passen, unumgänglich sei. Den 1930 an den Gasthof angebauten Saal bezeichnete er als »zentralen Baustein des kulturellen Lebens« in Marquartstein. Die Entwicklung in den Nachbargemeinden mache deutlich, wie schwierig die Situation werden könne, wenn so ein Saal nicht mehr nutzbar sei oder ganz verschwinde.

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Der noch heute bestehende Gasthof zum Prinzregent war 1886 von Anton und Regina Aigner erbaut und 1890 von Sohn Mathias Aigner mit einer Kegelbahn und dem Neubau eines Sommerlokals erweitert worden. 1930 wurde der Theatersaal mit Bühne angebaut und die bisherigen Nebengebäude wie Metzgerei und Schlachterei umgebaut. 1962 kaufte das Auerbräu Rosenheim den Gasthof und verpachtete ihn an Otto und Rosa Langbauer, geborene Ammer, die den Gasthof 1965 kauften. Seit 1992 wird er von Rudi Ammer-Langbauer geführt.

In dem inzwischen historischen Prinzregentensaal wurden unzählige Hochzeiten gefeiert und als Theatersaal war er von höchster Bedeutung für die aufstrebende Fremdenverkehrsgemeinde. Bis vor wenigen Jahren sorgte das Bauerntheater mit jährlich ein bis zwei neuen Stücken für regen Besuch des Saales. Berühmte Gäste waren zum Beispiel der Komponist Richard Strauss oder der Maler Anton Müller-Wischin.

Zurück zum Gemeinderat: Konkret stellte Klaus Hell den Antrag, eine »neutrale Arbeitsgruppe« mit interessierten Gemeindebürgern, Bedarfsträgern und Fachleuten zu bilden, sodass das Interesse der Bevölkerung für das Thema geweckt werde. Wenn auch eine Arbeitsgruppe in dieser Form Neuland für die Gemeinde sei, könne dies den Zusammenhalt in der Gemeinde stärken und auch zum Erfolg führen.

Bürgermeister Andreas Dögerl begrüßte Hells Antrag. Da sich nach Überprüfung der finanziellen Lage herausgestellt habe, dass der eigentlich vorgesehene Bau eines Bürgerhauses mit Veranstaltungssaal in absehbarer Zeit nicht realisiert werden könne, sei natürlich der Erhalt des Prinzregentensaals umso notwendiger, so der Bürgermeister.

Es stehe nichts dagegen, dass Klaus Hell eine solche Arbeitsgruppe bilde. Allerdings sollte der Eigentümer des Saales, Rudolf Ammer-Langbauer, unbedingt mit dabei sein. Die Vorschläge der Gruppe seien selbstverständlich nicht bindend und verpflichtend und sollten nach der Erarbeitung eines Konzepts Gemeinderat und Verwaltung vorgestellt werden. Wenn die Arbeitsgruppe Hilfe durch Städteplaner oder Verwaltung brauche, sei die Gemeinde auch jederzeit bereit zu helfen. Diesen Vorschlag des Bürgermeisters billigte der Gemeinderat einstimmig. gi