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Rund 32 000 Euro in das Amazonas-Gebiet überwiesen

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Neuwahlen beim Verein Partnerschaftliche Brasilienhilfe Grabenstätt: Einstimmig wiedergewählt wurde Vorsitzende Uschi Erl (links). Zur Seite steht ihr in den kommenden drei Jahren der neue zweite Vorsitzende Job Wülfing (Zweiter von links). Die »Mutter der Grabenstätter Brasilienhilfe«, Betty Wülfing, bleibt Beisitzerin und Engelbert Gottsmann Schriftführer. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Die Jahreshauptversammlung des Vereins »Partnerschaftliche Brasilienhilfe Grabenstätt« stand ganz im Zeichen der Neuwahlen und eines Informationsaustausches über Tapauá/Amazonas, wo sich eines der »Zentren der Hoffnung« befindet, in dem rund 250 Kinder und Jugendliche parallel zur Schule fit fürs Leben gemacht werden.


Ohne die langjährige finanzielle Unterstützung der Partnerschaftlichen Brasilienhilfe Grabenstätt wäre dies so nicht möglich. »Insgesamt gingen im Jahr 2015 31 547,50 Euro nach Brasilien – darin enthalten sind rund 13 828 Euro an Sternsingergeldern aus Grabenstätt, Erlstätt und Grünwald«, freute sich Vereinsvorsitzende Uschi Erl. Im Januar hätten die fleißigen Grabenstätter und Erlstätter Sternsinger rund 13 044 Euro und die Grünwalder Sternsinger rund 3180 Euro »ersungen« und damit sogar einen »neuen Rekord« aufgestellt, bedankte sich Erl. Man werde die Brasilienhilfe erfolgreich fortführen und die dafür »zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel aus den fetten Jahren langsam abbauen«, versprach Erl.

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Pfarrer Nepomuk Huber kandidierte nicht mehr

Nach der Entlastung der alten Vorstandschaft bestätigten die Mitglieder bei den turnusmäßigen Neuwahlen Uschi Erl einstimmig im Amt der ersten Vorsitzenden. Mit Job Wülfing hat sie nun einen neuen Stellvertreter an ihrer Seite. Der bisherige Beisitzer Wülfing beerbt Pfarrer i. R. Johann Nepomuk Huber, der sich über 35 Jahre lang mit Leib und Seele für die Brasilienhilfe eingesetzt hatte und nun aus Altersgründen nicht mehr kandidierte. In ihren Ämtern für drei weitere Jahre bestätigt wurden Schriftführer Engelbert Gottsmann, Kassiererin Irmgard Gottsmann und die Beisitzer Betty Wülfing, Georg Schützinger, Sandra Speckbacher, Rolf Zollner, Pia Ostler und Hannes Piller. Kassenprüfer bleiben Josef Juretschke und Henry Scholtysik.

»Der Verein Partnerschaftlichen Brasilienhilfe Grabenstätt hat in den letzten 20 Jahren viel Gutes geleistet und ich wünsche mir, dass so weiter geht«, betonte Schützinger. »Danke dir, dass du uns immer unterstützt hast«, gab die gebürtige Brasilianerin Betty Wülfing das Lob zurück. Sie hatte die Grabenstätter Brasilienhilfe 1980 mitinitiiert und seitdem mit großem Einsatz und viel Herzblut an deren Erfolgsgeschichte mitgeschrieben.

Was die Verhältnisse im Staat Brasilien, in der Politik und in der Verwaltung, anbelange, habe es in den vergangenen Jahren hoffnungsvolle Tendenzen gegeben, doch »mittlerweile hat sich die Entwicklung leider wieder ins Gegenteil verkehrt, zum Leidwesen der Bevölkerung«, bedauerte Betty Wülfing. Die Gefahr sei groß, dass die jungen Leute aus den ärmlichen Urwald-Gebieten mit falschen Hoffnungen »in die Großstädte abwandern und dort unter der Brücke landen.« Im Zentrum der Hoffnung in Tapauá bekämen sie jene Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, die es ihnen, wenn sie im Alter von 18 Jahren ausscheiden, erlauben würden, sich vor Ort eine eigene Existenz aufzubauen, meinte Erl. Leider schaffe es nicht jeder.

Grundschülern die Brasilienhilfe vorgestellt

In ihrem Rückblick auf 2015 verwies Uschi Erl auch auf zwei Projektausschusssitzungen und das Gastspiel an der Grundschule Grabenstätt, bei dem man den Schülern das Brasilienhilfe-Projekt vorgestellt habe. Dom Santiago Sánchez Sebastián habe Dom Jesús, der die Grabenstätter Brasilienhilfe stets unterstützte, im Amt des Bischofs der Prälatur von Lábrea abgelöst. Überrascht, sogar schockiert sei man zunächst gewesen, als man von der Versetzung des langjährigen Leiters des Zentrums der Hoffnung in Tapauá, »unserem Freund« Frei Miguel erfahren habe, »aber es geht jetzt gut weiter«, so Erl.

Frei Miguels Mitbruder und Nachfolger Frei Efraín schrieb bereits nach Grabenstätt: »Ich hoffe sehr, ihr wisst, wie wichtig eure Hilfe für uns ist. Sie ist umso mehr nötig, weil es immer schwieriger wird, das Zentrum der Hoffnung zu unterhalten. Letztes Jahr wurde die Unterstützung der Regierung gestrichen, und nur durch eure Spende konnten wir das Zentrum weiterführen«. Zudem bat er darum, »eure Spende mit dem noch ärmeren Centro von Pauini teilen zu dürfen. mmü