weather-image

Rumänischer Kirchenmaler gestaltet Ikonen

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Der rumänische Kirchenmaler Marian Nan gestaltete die Ikonen in der neuen rumänisch-orthodoxen Kirche. (Foto: P. Mix)

Traunreut – Die neue rumänisch-orthodoxe Holzkirche, die im vergangenen Jahr errichtet wurde, ist inzwischen auch innen fast fertig ausgestattet. Seit einigen Wochen ist Marian Nan dort täglich damit beschäftigt, an beiden Längsseiten des Kirchenschiffes Ikonen mit den Bildern von Heiligen anzubringen.


Marian Nan ist ausgebildeter Kirchenmaler aus Calarasi in Rumänien, er absolvierte ein Studium an der Universität von Pitesti. Im rumänischen Fernsehen sah er vor einiger Zeit einen Bericht über die Grundsteinlegung der traditionellen Kirche in Traunreut und war beeindruckt von diesem Projekt. Er setzte sich mit Pfarrer Constantin Bartok in Verbindung und bot seine Dienste als Maler an. Wie der Geistliche erläutert, ist es in rumänisch-orthodoxen Kirchen üblich, byzantinische Ikonen an den Wänden anzubringen. Diese Bilder der Heiligen sind nach seinen Worten im übertragenen Sinne »Fenster zum Himmel«. Rumänische und teils auch katholische Heilige sind dort zu sehen.

Anzeige

Unter anderem hat Marian Nan auch die heilige Irmengard vom Chiemsee dargestellt, die noch vor der großen Spaltung der Kirchen wirkte und daher auch in orthodoxen Gotteshäusern vorkommt. Ein großes Gemälde von Christus Pantokrator hat der Kirchenmaler bereits vorab in seiner Heimat erstellt. Es hängt in der Traunreuter Kirche an der Decke und ist drei mal drei Meter groß. Die Ikonen an den Seitenwänden sind auf Spanplatten gemalt und folgen genauen Vorgaben, wie die einzelnen Heiligen auszusehen haben. »Ein Kirchenmaler muss die orthodoxe Liturgie kennen und sich in der Geschichte der Heiligen gut auskennen. Er muss sie immer so malen, wie ihr Aussehen überliefert ist«, erklärt Pfarrer Bartok.

Marian Nan fertigte zunächst Skizzen aller Heiligen an, zeichnete sie dann vor und brachte in verschiedenen Schichten die Farben auf. Er verwendete Temperafarben und muss die Gemälde nun, wenn sie ganz trocken sind, noch mit einer Wachsschicht überziehen. Eingefasst sind die Ikonen am oberen und unteren Rand mit Zierleisten, die Motive typischer rumänischer Volkskunst aufgreifen. Auf einem Gerüst stehend malte der Rumäne in den vergangenen Wochen täglich von früh bis spät abends in der Kirche. Er wohnt in dieser Zeit bei einem Kirchenmitglied in Übersee.

»Die Ikonen der byzantinischen Kunst sind etwas Lebendiges«, erläutert Pfarrer Bartok. »Sie zeigen, dass alle Menschen nach Gottes Angesicht gemacht sind, dass die Menschen auch lebende Ikonen sind.« Seit rund 2000 Jahren, seit der Zeit Kaiser Konstantins und dem Anfang des Christentums, werden solche Bilder angefertigt und sind fester Bestandteil orthodoxer Kirchen. Der Altarraum der neuen Kirche in Traunreut ist durch eine große Ikonostase vom restlichen Kirchenschiff abgetrennt, die ebenfalls von rumänischen Handwerkern und Künstlern angefertigt wurde. Alle Teile sind handgeschnitzt und bemalt. Einige weitere Gemälde fehlen noch. Auf die Lieferung der bestellten Stühle wartet Pfarrer Bartok außerdem. Ansonsten ist die Kirche fast fertig und bereit für die Einweihung am 10. Mai. mix

- Anzeige -