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Rücksichtsloser Raser

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Siegsdorf – Wegen Nötigung und Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt die Polizei gegen einen russischen BMW-Fahrer. Sie hatte ihn bei Siegsdorf angehalten, nachdem er über mehrere Kilometer »wie der Henker« auf der Autobahn Salzburg–München gefahren war.


Einer Zivilstreife der Verkehrspolizei Traunstein war der 5er BMW am Sonntag gegen 17.40 Uhr im Bereich Anger aufgefallen. Die Beamten sahen im Rückspiegel das mit hoher Geschwindigkeit herannahende Fahrzeug, dessen Fahrer andere Verkehrsteilnehmer sogar rechts überholte. Nachdem der BMW-Fahrer die Streife eingeholt hatte, nahm diese die Verfolgung auf – und wurde dabei Zeuge, wie der Fahrer keine Gelegenheit ausließ, um zum Teil mit hoher Geschwindigkeit rechts zu überholen. Außerdem interessierten ihn offenbar die Geschwindigkeitsbeschränkungen insbesondere im Baustellenbereich überhaupt nicht. Seine Eile und Überholabsicht machte er zuweilen damit deutlich, dass er sehr dicht auf vorausfahrende Fahrzeuge auffuhr.

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Aufgrund des starken Rückreiseverkehrs war es für die Streife, selbst unter Verwendung der Sondersignale, nur schwer möglich, dem Treiben Einhalt zu gebieten. An der Anschlussstelle Siegsdorf gelang es dann, BMW-Fahrer von der Autobahn zur nahen Wache zu lotsen.

Da es zumindest in einem Fall des Rechtsüberholens zu einer erheblichen Gefährdung eines anderen Autofahrers gekommen war, wurde der 54-jährigen Russe vorläufig festgenommen und wegen Nötigung und Gefährdung des Straßenverkehrs angezeigt. Erst nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft, die eine Sicherheit einforderte, durfte der Geschäftsmann aus Moskau seine Weiterfahrt vorerst antreten. Für die von ihm begangenen Verkehrsverstöße hat er zumindest mit einem Fahrverbot von drei Monaten wenn nicht sogar mit einem Fahrerlaubnisentzug zu rechnen.

Die Ermittlungen dauern noch an. Verkehrsteilnehmer, die von dem BMW-Fahrer ebenfalls gefährdet wurden, sollen sich bei Verkehrspolizei unter Telefon 08662/66820 melden. fb