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Rückkehr ins Rathaus nach fast acht Monaten

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Bürgermeister Herbert Häusl kehrt am heutigen Montag wieder auf den Rathaussessel zurück – nach fast achtmonatigem Krankenhausaufenthalt. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Nach fast acht Monaten, von denen er den Großteil im Krankenhaus verbracht hat, kehrt Bürgermeister Herbert Häusl am heutigen Montag wieder auf seinen Sessel im Rathaus – »generalsaniert«, wie er scherzt, und um 25 Kilo leichter. Diesem Tag hat er lange entgegengefiebert – all die Monate war es sein Ziel, wieder zur Arbeit zurück zu können und die fünf Jahre als Bürgermeister, die bis zur Wahl bleiben, zu Ende zu bringen.


In den vergangenen acht Monaten musste er eine Menge aushalten. Wegen Durchblutungsstörungen am Bein musste er im Juli ins Krankenhaus. Zu dem Problem kam ein Durchbruch des Dünndarms, der rasch operiert werden musste. Es folgten eine ganze Reihe von Operationen. Nach Monaten geduldigen Wartens heilten die Wunden schließlich.

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So ist er voll des Lobes für alle, die ihn im Klinikum Traunstein betreut haben. Und auch bei der Reha in Prien habe er große Fortschritte gemacht, sagt Häusl – und ergänzt: »Das war kein Gaudi-Aufenthalt.« Wenn jemand meine, das sei Urlaub, dann liege er falsch. Jetzt fühle er sich wieder gerüstet für die Arbeit – allerdings ganz piano: »Ich werde schauen, was geht, und reiße ganz bestimmt nicht gleich den nächsten Baum aus.« Er werde viele Informationen sammeln müssen, auch wenn er sich im Krankenhaus alle Protokolle und sonstige wichtigen Dinge, wie etwa den Haushalt, zuschicken hat lassen und mit den Kollegen immer wieder Verbindung gehabt habe.

Erstes Ziel sei es, den Zweiten Bürgermeister Christian Reiter so zu entlasten, dass dieser wieder Vollzeit seiner Arbeit in Laufen nachgehen kann. Dass er bereits in nächster Zeit viele Veranstaltungen besuchen werde, glaube er nicht. Denn er wolle sich nicht zu sehr zu verausgaben: »Ich muss meine Kräfte so einteilen, dass sie fünf Jahre lang ausreichen.«

Die Monate im Krankenhaus, die meiste Zeit mehr oder weniger ans Bett gefesselt, die erzwungene Unbeweglichkeit, immer um alles bitten zu müssen: Das seien Erfahrungen gewesen, die nicht so einfach gewesen seien. So war für ihn die erste Autofahrt seit Langem zum Einkaufen geradezu ein Erlebnis. Er könne jetzt aus eigener Erfahrung nachvollziehen, wie wichtig Barrierefreiheit ist. Begeistert schildert er, wie viele Waginger ihn besucht haben, darunter auch eine ganze Reihe, von denen er es nicht erwartet hätte. Die Zeit im Krankenhaus werde einem schnell lang – Fernsehen sei ihm ein schlechter Zeitvertreib gewesen, »Fernsehen am Tag macht trübsinnig«. So habe er ausgesprochen viel gelesen. Beim Ausblick konzentriert sich Häusl auf den heutigen Montag. Eine erste Teilübergabe mit Christian Reiter sei geplant, und dann müsse er sehen, wie es ihm gehe. Dankbar ist Häusl allen, die durch seine Abwesenheit Mehrarbeit leisten mussten: an erster Stelle Christian Reiter, auch der Dritten Bürgermeisterin Hedwig Witzleben – die »als erste dritte Bürgermeisterin in Waging auch wirklich einmal regiert hat«, als Reiter einige Tage außer Gefecht war – und alle Mitarbeiter im Rathaus.

Aus seiner Sicht sei alles hervorragend weitergelaufen, weil alle zusammengeholfen hätten. Er könne gut nachvollziehen, was Reiter in seiner Doppelbelastung geleistet habe: Schließlich habe er selbst vor Jahren auch häufig den damaligen Bürgermeister Sepp Daxenberger vertreten müssen.

Gerührt blickt er auf seinen 60. Geburtstag zurück, an dem er die Reha-Klinik verlassen durfte: Unzählige Menschen hätten ihm gratuliert. Seine Söhne Martin (31) und Tobias (28) hätten mit seiner Schwester Christl Mühlbacher dafür gesorgt, dass alles reibungslos verlief. »Wenn der Tag geplant gewesen wäre, hätte es nicht besser sein können«. he