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Rudolf Riedler bleibt Obermeister der Metzger-Innung

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Die Metzger-Innung bleibt auch weiter unter bewährter Führung: Obermeister bleibt Rudolf Riedler (Dritter von rechts), sein Stellvertreter ist Martin Langwallner (Zweiter von rechts). Weitere Vorstandsmitglieder sind Hans Spitzauer (von links), Peter Eicher jun., Martin Kastner und Christoph Pickl. (Foto: Wittenzellner)

Rudolf Riedler bleibt auch weiterhin Obermeister der Metzger-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land. Er wurde bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Gumping in Feldkirchen ohne Gegenstimmen wiedergewählt, sein Stellvertreter bleibt Martin Langwallner. Auch sonst gab es kaum Veränderungen bei den turnusgemäß durchgeführten Wahlen.


Obermeister Riedler übte im Rahmen seines Berichts scharfe Kritik an der aktuellen Fleisch-Werbung eines der größten deutschen Discounter. Hier werde Fleisch aus Massentierhaltung angeboten, die Nachhaltigkeit bleibe auf der Strecke. »Der Einkauf von Fleisch beim Discounter ist weder nachhaltig noch gut. Das sagen wir bei jeder Gelegenheit«, gab er sich kämpferisch. Er warb dafür, dass der Verbraucher den direkten Dialog mit dem Metzgermeister vor Ort suche.

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Eine bisher stattfindende, überbetriebliche Ausbildung in München sei aufgrund der weiten Entfernung für die regionalen Betriebe wenig sinnvoll. Man überlege hier, eine eigene Alternative anzubieten. Die Berufsschule Traunreut komme hier als möglicher Standort in Frage. Gegebenenfalls stehe aber auch eine einwöchige, überbetriebliche Ausbildung in Augsburg zur Disposition, wo auch die Übernachtungsfrage einfach vor Ort gelöst sei.

Auch neue Verordnungen zu Fettabscheidern ärgern die heimischen Metzger. Müsse man doch in Abständen von mehreren Jahren ein Explosionsgutachten erstellen. »Wann ist zuletzt eine Metzgerei in die Luft geflogen?«, fragte er sarkastisch. Verordnungen wie diese würden den kleinen Handwerksbetrieben das Leben schwer machen. Dazu gehöre auch das Thekenbelegungsprotokoll, das für die Metzgereien nicht mehr zumutbar sei.

Man werde zum Spielball der Industrie. Deshalb wolle man sich – auch über den Verband – bei nicht praktikablen Neuerungen wehren. Beim Mindestlohn habe man keine Probleme über die Höhe, sondern über die damit einhergehende Bürokratie. »Den zahlen wir schon lange und den zahlen wir gerne.« Man werde unter Generalverdacht gestellt. Es könne nicht sein, dass der kleine Handwerksbetrieb für alle Mitarbeiter die Arbeitszeiten dokumentieren müsse.

Freude über steigende Lehrlingszahlen

Der Obermeister zeigte sich erfreut, dass man wieder eine Berufsschulklasse in Traunstein zusammengebracht habe. »Aber wir müssen dranbleiben, dass das so bleibt, und wir den Ausbildungsstandort sichern können.« Die vielfältige Präsenz bei regionalen Ausbildungsmessen habe sich bezahlt gemacht. Der Fachlehrer an der Berufsschule 1 Traunstein, Sebastian Krutzke, bedankte sich für die gute Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Innung. Er warb dafür, weiter verstärkt auszubilden.

Finanziell bewegt sich die Innung in geordneten Bahnen. Darauf konnte der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land, Gerhard Wittenzellner verweisen. Entsprechend wurde die Jahresrechnung 2014 nach positivem Votum der Rechnungsprüfer Maria Wimmer und Raimund Hölzl einstimmig verabschiedet. Auch der Haushaltsplan 2015 fand die Zustimmung der anwesenden Mitglieder und wurde ebenfalls einstimmig beschlossen.

Einen breiten Raum der Hauptversammlung nahmen die Neuwahlen ein. Rudolf Riedler wurde erneut zum Obermeister gewählt, sein Stellvertreter ist auch weiterhin Martin Langwallner. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Peter Eicher jun., Robert Magg, Christoph Pickl, Hans Spitzauer jun. und Martin Kastner. Auch die Rechnungsprüfer wurden in ihrem Ehrenamt bestätigt. Die beiden Prüfer sind weiterhin Maria Wimmer und Raimund Hölzl.

Die anwesenden Mitglieder nutzten in zwei Fachvorträgen die Möglichkeit, sich über aktuelle Neuerungen rund um das Metzgerhandwerk zu informieren. Lars Bubnick vom Fleischerverband Bayern informierte zu aktuellen Fragen rund um das Metzgerhandwerk. Daneben war auch das neue Mindestlohngesetz Thema. »Unser Problem ist, dass wir mit der Industrie über einen Kamm geschoren werden.« Das öffentliche Auftreten des Zolls sei bei Kontrollen bei kleinen Metzgereien unverhältnismäßig, ein bisher aus der Praxis geschildertes Auftreten könne gerade auch im ländlichen Raum Existenzen gefährden. Weiteres Thema war die Auslegung der Neuregelungen zur Erbschaftssteuer. Die Forderung des Handwerks sei, dass die bisher praktizierte Steuerbefreiung weiterhin Bestand haben müsse.

Ergänzend wurden mit dem Technischen Aufsichtsbeamten der Berufsgenossenschaft, Robert Schlosser, Fragen rund um das Unternehmermodell diskutiert, in dem die Themen Sicherheit und Gesundheit geregelt sind. Gerade für kleinere Betriebe brauche man hier spezielle Lösungen. awi