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Rudi Weiss wurde nach 45 Dienstjahren verabschiedet

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Rudolf Weiss (Mitte) mit der Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Kammer. Rechts Vorsitzender Sebastian Reischl.

Traunstein. Nach 45 Dienstjahren und dem Erreichen der Altersgrenze von 63 Jahren scheidet der ehemalige Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Kammer aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus. Im Rahmen der Generalversammlung im Gasthaus Jobst in Rettenbach würdigte sein Nachfolger Sebastian Reischl die Verdienste von Rudi Weiss und ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Kommandant Albert Rieder überreichte ihm die Entlassungsurkunde und dankte ihm für seine langjährigen Verdienste um das Feuerlöschwesen in der Gemeinde.


Der Verabschiedung vorausgegangen waren die Rechenschaftsberichte des Feuerwehrvereins sowie der aktiven Mannschaft. Der stellvertretende Schriftführer Georg Osenstätter berichtete über die Veranstaltungen im abgelaufenen Jahr. Unter anderem beteiligte man sich an den Festtagen der Feuerwehren Trostberg, Hart, Lampoding und Albertaich.

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Vorsitzender Sebastian Reischl berichtete anschließend ausführlich über die Festwoche in Kammer. Am Festsonntag baute die Feuerwehr ihr Spritzenhäusel für die Kinder auf und präsentierte eine historische Feuerwehrübung mit einer etwa 90 Jahre alten motorisierten Spritze.

150-jähriges Bestehen im Jahr 2018

Anlässlich des 150. Jubiläums der Feuerwehr fanden bereits erste Gespräche statt. Zusammen mit dem Arbeiter- und Burschenverein, der in diesem Jahr seinen 115-jährigen Geburtstag feiern wird, ist im Mai 2018 eine Festwoche mit den beiden Gründungsfesten angedacht.

Heuer sind Besuche der Feuerwehrfeste in Hochberg, Matzing, Vachendorf und Oberndorf geplant. Weiter sind eine Bergwanderung, der musikalische Frühschoppen am 3. Oktober sowie der Vereinsausflug zum Feuerwehrmuseum Waldkraiburg am 2. November geplant.

Kassier Peter Freutsmiedl berichtete über die finanzielle Situation des Feuerwehrvereins und gab bekannt, dass das Vereinsjahr finanziell insgesamt ausgeglichen abgeschlossen werden konnte. Neben Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen und öffentlichen Zuwendungen sowie dem Bulldogtreffen, sind letztes Jahr viele Spenden von Bürgern eingegangen »bei denen wir in der Hochwasserhilfe tätig wurden«. Mit diesem Geld habe man einen zusätzlichen Wassersauger im Wert von mehr als 3000 Euro gekauft. Darüber hinaus beteiligte sich der Verein bei der Anschaffung neuer Feuerwehrstiefel für die aktive Mannschaft und übernahm die Kosten für den Betrieb der SMS-Alarmierung.

75 Aktive und 12 Mitglieder bei der Jugend

In den Rechenschaftsberichten des aktiven Dienstes stellten die Kommandanten sowie der Jugendwart und der Fachbereichsleiter für die Ausbildung die Arbeit der Feuerwehr vor. Der erste Kommandant Albert Rieder gab bekannt, dass die Feuerwehr Kammer derzeit über insgesamt 75 aktive Einsatzkräfte sowie 12 Mitglieder in der Jugendgruppe verfüge. Im abgelaufenen Jahr sind vier Nachwuchskräfte in den aktiven Dienst gewechselt. Zehn Aktive sind ausgeschieden. Es wurden mehr als 4400 Stunden für Übungen, Lehrgänge, Einsätze und Verwaltung aufgebracht.

Zweiter Kommandant Andreas Haitzer berichtete über die Einsätze im vergangenen Jahr. Mit 104 Einsätzen und 1586 Einsatzstunden sei von den Aktiven ein noch nie da gewesenes Einsatzpensum abgearbeitet worden. In einem Abriss stellte er das Einsatzjahr vor. Anfang Mai erreichten 13 Notrufe die Feuerwehr Kammer, nachdem ein heftiger Starkregenschauer über dem Gemeindegebiet niedergegangen war. Zur Bewältigung der fast zeitgleich eintreffenden Hilfegesuche wurden die Feuerwehren aus Traunstein, Traunwalchen und Otting zusätzlich angefordert.

50 Einsätze beim Juni-Hochwasser

Beim Hochwasser Anfang Juni wurde man an fünf Tagen zu 50 Einsätzen gerufen. Dabei richtete man einen Schichtdienst ein, um rund um die Uhr einsatzfähig zu bleiben. Die Hitzewelle im Juli forderte die Feuerwehr insbesondere beim Hilferuf des Sportvereins, das Rasenspielfeld drohte vollständig auszutrocknen, sodass die Feuerwehrler zum Wässern der Rasenfläche anrücken mussten.

Über die Jugendarbeit berichtete Jugendwart Tobias Heigermoser. Zwölf Jugendliche sind in der Ausbildung. Sie leisteten 728 Übungsstunden und nahmen unter anderem am Kreisjugendfeuerwehrtag in Traunreut teil. Im Juli waren über das Wochenende die Jugendlichen der befreundeten Feuerwehr Kößlarn zu Besuch. Den Abschluss des Jahres bildete die Übernahme des Friedenslichtes aus Bethlehem auf dem Stadtplatz in Tittmoning.

Über 134 Übungseinheiten konnte Hubert Hobmaier als Fachbereichsleiter »Übung« berichten. In den vier Gruppen der aktiven Mannschaft wurden 48 Übungsabende abgehalten. Darüber hinaus legten 16 Teilnehmer das Leistungsabzeichen »Brandbekämpfung« ab. Hubert Hobmaier berichtete zudem über den zusätzlichen Übungsbetrieb der Fachgruppen »Atemschutz«, »Führung«, »Maschinisten« und »Absturzsicherung«. Derzeit verfügt die Feuerwehr insgesamt über 27 Atemschutzgeräteträger, 12 Gruppenführer, 17 Maschinisten und vier Einsatzkräfte mit der Zusatzausbildung »Ehrungen und Beförderungen«.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke dankte den Einsatzkräften insbesondere für den Einsatz beim Juni-Hochwasser. Derzeit werde ein Hochwasserschutzplan für den Ortsteil Kaltenbach erarbeitet. Zudem soll die Ausrüstung der Feuerwehren an den einzelnen Standorten mit Einsatzmitteln zur Beseitigung von Wasserschäden, insbesondere Pumpen, deutlich aufgestockt werden, so der Oberbürgermeister.

Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein lobte die Jugendarbeit sowie die intensive Zusammenarbeit innerhalb der Stadtjugendfeuerwehren sowie das regelmäßige Ablegen der Leistungsprüfungen als Basis der Einsatztätigkeit.

Fluthelferauszeichnung für 44 Einsatzkräfe

44 Einsatzkräften wurde die Fluthelferauszeichnung des Freistaates Bayern verliehen. Herbert Mauerkirchner und Bernhard Rieder wurden für ihre 25-jährige aktive Dienstzeit mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet. Johann Wimmer (Kammer) und Georg Kriegenhofer wurden für ihre 40-jährige aktive Dienstzeit mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Gold ausgezeichnet. Martin Lackerschmid und Alexander Ober wurden für ihre 20-jährige Dienstzeit ausgezeichnet; Robert Maier und Peter Freutsmiedl für ihre 30 Jahre.

Zum Feuerwehrmann befördert wurden Kilian Söldner, Michael Wilka, Thomas Mitterer und Lukas Ober, zum Oberfeuerwehrmann: Michael Maier, zum Hauptfeuerwehrmann: Markus Huber, Alexander Ober und Martin Lackerschmid, zum Löschmeister: Tobias Heigermoser.

Außerdem wurden Urkunden für Lehrgänge und Fortbildungen verliehen.