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Rottauer Feuerwehr braucht dringend ein neues Gerätehaus

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Die Rottauer Floriansjünger haben akute Raumnot. Viel zu schmal sind die Garagentore und die Einsatzfahrzeuge finden kaum Platz in der viel zu kleinen Garage. Die Feuerwehr teilt sich das »Haus der Dorfgemeinschaft« mit der Touristinformation. Ein Neubau an anderer Stelle kann Abhilfe schaffen. (Foto: T. Eder)

Grassau. Die Rottauer Feuerwehr platzt aus allen Nähten. In den Räumen im Haus des Gastes in Rottau ist sowohl für die Mannschaft wie auch für die Einsatzfahrzeuge kein ausreichender Platz. Feuerwehrkommandant Sepp Lackerschmied informierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung über die derzeitige Lage und bat, einen Neubau ins Auge zu fassen.


Vorweg betonte Bürgermeister Rudi Jantke, dass sich ein Neubau eines Feuerwehrgerätehauses nicht im nächsten und auch nicht im übernächsten Jahr finanziell realisieren lasse. Noch seien weitere größere Projekte in Planung, die abgeschlossen werden müssen. Um Gerüchten vorzubeugen, betonte der Rathauschef, dass der bestehende Dorfladen bleibt. Auch wenn überlegt werde, ob sich die derzeitig von der Feuerwehr genutzten Räume für ein Ladenlokal eignen würden, sei dies weit in die Zukunft gerichtet. Die ehemalige Dritte Bürgermeisterin Christa Summerer wird auch in Zukunft den Dorfladen an dem angestammten Platz betreiben.

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Garagentore sind nicht breit genug

Die Feuerwehr verfüge über 46 Aktive und sechs Mitglieder der Jugendfeuerwehr und absolvierte im vergangenen Jahr 4250 freiwillige Einsatzstunden. Im Dezember 1980 zog die Feuerwehr in das Haus der Dorfgemeinschaft ein. Damals reichte der Platz für ein Einsatzfahrzeug und 20 Einsatzkräfte.

Derzeit sind aber ein Fahrzeug größeren Ausmaßes sowie ein mittleres Fahrzeug und ein Mehrzweckanhänger in der Garage untergebracht. Um das 1993 beschaffte Fahrzeug unterzubringen, wurden 1995 der Lagerraum, wie auch die Toiletten aufgelöst und ein zusätzliches Tor installiert. Kommandant Lackerschmied beschrieb, wie mühsam das Ein- und Ausparken der Fahrzeuge ist. Auch die Garagentore weisen nicht die erforderlichen Breiten auf, sodass schon mehrfach ein Seitenspiegel zu Bruch ging.

Zudem fehle es an Lagerräumen. Alle nötigen Ausrüstungsgegenstände seien in der Halle, auf den Kleiderspinden und im Kommandantenbüro verteilt. Seit einigen Jahren sei die Feuerwehr auch für den Eisenbahnabschnitt Bernau bis zum Torfbahnhof zuständig. Dieses Material, wie auch die Gegenstände für Hochwassereinsätze finden keinen Platz.

Zu den Sanitäranlagen informierte der Kommandant, dass die Toilette im Haus der Dorfgemeinschaft mitbenützt werden kann. Wasch- oder gar Duschmöglichkeiten fehlen aber. Die Atemschutzwerkstatt sei provisorisch in den aufgelösten Toiletten untergebracht.

Weiter verwies Lackerschmied auf die unzureichende Parkplatzsituation. Bei der Mannschaftsstärke und entsprechend der Sitzplätze in den Einsatzfahrzeugen wären 18 erforderlich, aber zumindest 12 Parkplätze notwendig. Derzeit habe die Feuerwehr nur vier Parkplätze, die zudem oft von Gaststättenbenutzern oder Kegelbahnbesuchern belegt seien.

Ankleidebereich ist eigentlich unzumutbar

Unzumutbar ist auch der Ankleidebereich. Erst wenn die Fahrzeuge ausgeparkt sind, können sich die Einsatzkräfte umziehen. Viel zu klein sei auch der Schulungsraum mit nur 20 Sitzplätzen. Letztlich verwies Lackerschmied auf die Wartung der Schläuche. Trockenturm, Schlauchwaschanlage seien im Freien an der Außenmauer angebracht, sodass die Schläuche der Witterung ausgesetzt sind. Zudem erinnerte Lackerschmied an die Stellungnahme der Kreisbrandinspektion, die bei den Besichtigungen immer wieder die beengten Platzverhältnisse bemängelt.

Dritter Bürgermeister Manfred Huber erklärte, dass die Allgemeine Einwohnerschaft Rottau den Antrag auf Neubau unterstütze. Es könnte später einmal von Vorteil sein, wenn die Möglichkeit für ein Ladenlokal in den derzeitigen Räumlichkeiten der Feuerwehr bestehe. Wichtig sei nun aber, dass der Bedarf der Feuerwehr anerkannt werde. Zeitdruck bestehe nicht.

Zum Platz für einen Feuerwehrhausneubau informierte Jantke, dass ein passendes Grundstück an der Bundesstraße bei der Einmündung Gedererweg liege und der Gemeinde gehöre. Hier könnte ein Feuerwehrhaus mit Halle und drei Garagen, Büro und Atemschutz gebaut werden. Im Westen des Grundstücks sei auch noch Raum für zwölf Stellplätze. Das gegenüberliegende Grundstück sei im Eigentum der Bayrischen Immobilienverwaltung und hier solle versucht werden, so Jantke, einen Teil zu erwerben.

Hans Genghammer (FW) interessierte, ob das Grundstück ausreiche, um den Bedarf über Jahre zu decken, zumal es keine Möglichkeit der Erweiterung gebe. Laut Lackerschmied sei die Halle mit drei Garagen bereits mit Reserve geplant. Vorteil sei, so der Kommandant, dass das Feuerwehrhaus dann von der Bundesstraße angefahren werden kann und die Aktiven hinten parken und die Halle betreten und nach vorne ausfahren können. Eine Unfallgefahr bestehe dann nicht mehr.

Kostenschätzung für 2015 geplant

Zur Feuerwehr gehöre auch eine Übungsfläche, meinte Alfred Körner (SPD). Diese sei hier nicht üppig. Laut Kommandant könne die Privatstraße benützt werden. Wie Jantke hinzufügte, sei dieses Grundstück optimal. Es sei aber durchaus auch ein anderer Standort denkbar.

Das Gremium akzeptierte, dass die derzeitige räumliche Situation den Ansprüchen nicht mehr gerecht werde und eine Erweiterung an dem Platz nicht möglich ist. Als geeignete Lösung sei das gemeindeeigene Grundstück oder aber auch ein anderes Grundstück für einen bedarfsgerechten Neubau vorzusehen. Das Vorhaben solle in das Investitionsprogramm für die Jahre 2016 bis 2018 eingetragen werden. Im kommenden Jahr soll eine Kostenschätzung vorliegen und auch die Möglichkeit von Zuschüssen ausgelotet werden. tb

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