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Rotes Kreuz bekommt ein neues Gebäude

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Das in die Jahre gekommene Gebäude wird einer neuen Rot-Kreuz-Station weichen. Geplant ist ein Neubau, der direkt an das Bergwacht-Gebäude und Wasserwerk angebaut wird. (Foto: T. Eder)

Grassau. Das Rot-Kreuz-Gebäude in Grassau genügt schon seit geraumer Zeit nicht mehr den Anforderungen. Das soll sich jetzt ändern: Der Grassauer Marktgemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig entschieden, den Altbau nicht mehr zu sanieren, sondern stattdessen lieber neu zu bauen.


Es sei wichtig, so der Tenor im Gremium, dass die Rot-Kreuz-Bereitschaft in Grassau bleibe und hier die erforderlichen Bedingungen vorfinde.

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Im vergangenen November war im Gemeinderat eine Renovierung des Rot-Kreuz-Gebäudes mit einem Zwischenbau diskutiert worden. Alternativ hierzu sollte aber auch ein Neubau kalkuliert werden. Die Kosten für einen Neubau mit 1,1 Millionen Euro liegen in etwa um 40 Prozent höher als die einer Sanierung des bestehenden Gebäudes, informierte jetzt Bürgermeister Rudi Jantke. Mit einem Neubau sei es aber möglich, sowohl die Belange des hauptamtlichen Rettungsdienstes wie auch des Bereitschaftsdienstes zu befriedigen. Zudem könnten auch zwei Räume für die Kindergruppe geschaffen werden.

Finanzielle Zuschüsse nicht zu erwarten

Darüber hinaus wäre es möglich, auch das Dachgeschoß mit einer Fläche von 300 Quadratmetern einer Nutzung zuzuführen. Mit einem Neubau würde man zudem das Feuchtigkeitsproblem im Kellergeschoß des bestehenden Gebäudes lösen. Eklatant sei dieses Problem nach dem Hochwasser gewesen; die Bereitschaft behelfe sich derzeit mit einem Container zur Lagerung des Materials.

Jantke bestätigte mit Blick auf den Neubau: »Es handelt sich um eine erhebliche Summe.« Es dürfte aber allen bewusst sein, wie wichtig diese Einrichtung für Grassau und das gesamte Achental sei. Die Planung sei auf die Bedürfnisse der BRK-Station zugeschnitten.

Auf Anfrage von Christa Summerer (AE) nach möglichen Zuschüssen, erklärte der Rathauschef, dass weder vom Roten Kreuz, deren finanzielle Ausstattung hierfür nicht reiche, noch von der Regierung mit einer finanziellen Beteiligung zu rechnen sei. Allerdings sei das Rote Kreuz bereit, eine ortsübliche Miete zu zahlen. Langfristig wäre damit die Investition abzuzahlen.

Ob eine Förderung für die Räume zur Kinderbetreuung möglich sei, interessierte Olaf Gruß und Jantke versprach, das zu prüfen. Auch von Seiten der Schule bestünde Bedarf, zumal durch die höhere Anzahl der notwendigen Klassenräume einige Kursräume umgestaltet werden mussten.

Nach Architekt Hans Hornberger könnte der neue, rund 30 Meter lange und 14 Meter breite Neubau zwischen Bergwacht-Gebäude und Wasserwerk entstehen. Im Erdgeschoß würde der Bereich des Rettungsdienstes mit Garagen, Desinfektion, Umkleide- und Duschräumen entstehen und im Obergeschoß drei Ruheräume sowie ein Aufenthaltsraum, Büro und Küche. Rund 300 Quadratmeter würde der Rettungsdienst so zur Verfügung haben.

Für die Kindergruppe stünden im Erdgeschoss noch zwei Räume mit rund 83 Quadratmetern zur Verfügung, und die Bereitschaft hätte ihren Bereich im Obergeschoß auf 150 Quadratmetern. Neben zwei Umkleiden, einem Büro und zwei Aufenthaltsräumen könnte hier ein Lehrsaal mit rund 60 Quadratmetern entstehen. Für das Dachgeschoß ist noch keine Nutzung vorgesehen. Für die Höhe des Gebäudes seien die Garagen ausschlaggebend, die eine bestimmte Größe aufweisen müssten.

Geteilte Meinungen über Baukörper

Werner Haslinger (CSU) begrüßte die Planung, hatte aber etwas »Bauchweh« hinsichtlich der Situierung. Das Gebäude sollte nicht an den Altbestand von Bergwacht und Wasserwerk angebaut werden. Werde das geplante Gebäude verrückt, ginge dies auf Kosten des Spielplatzes, so Architekt Hornberger.

Auch Josef Sichler (CSU) konnte sich mit der Platzierung nicht anfreunden und fragte nach weiteren Varianten: Die Spielgeräte könnten versetzt und der Spielplatz damit erhalten bleiben. Auf ein separates Gebäude mit eigenen Außenwänden drängte Michael Strehhuber (CSU). Dies sei, so Hornberger, selbstverständlich. Herbert Gschöderer (SPD) schlug vor, auch das Areal um das Pfadfinder-Gebäude in die Planung einzubeziehen.

Zur Entwurfsplanung sollen nun weitere Alternativen erarbeitet werden. Zeitgleich soll mit dem BRK ein Mietvertrag mit möglichst langer Dauer vereinbart werden. tb