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Ross und Reiter treffen sich in St. Leonhard

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Herausgeputzte Rösser und Reiter im Festtagsgewand: Der Leonhardiritt bietet immer einen prächtigen Anblick. (Foto: H. Eder)

Wonneberg – Der Leonhardiritt von St. Leonhard am Wonneberg hat Tradition. Der verstorbene Heimatforscher Leonhard Wimmer bezieht sich auf eine in einer Nachbarpfarrei gefundene Urkunde aus dem Jahr 1489: Demnach gibt es den Ritt in St. Leonhard mindestens seit dieser Zeit. Und mit einer dem Pferdemangel geschuldeten Pause zwischen 1966 und 1973 hat sich der Ritt seitdem erhalten. Die Brauchtumsveranstaltung findet am kommenden Sonntag statt.


Der Vorsitzende des Leonhardivereins, Matthias Mader, geht bei schönem Wetter von knapp 150 teilnehmenden Pferden aus. Der Festtag beginnt um 8.30 Uhr in der Wallfahrtskirche mit dem Patroziniumsgottesdienst zu Ehren des Kirchenpatrons St. Leonhard. Zelebrant ist wieder Pfarrer Helmut Bauer aus Traunstein, der dann auch mitreiten und Ross und Reiter segnen wird.

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Die Prozession setzt sich um 10 Uhr im Weiler Köpfelsberg in Bewegung. Von hier aus ziehen alle hinunter nach St. Leonhard, dann geht es um das Dorf herum den Hochweg entlang in Richtung Ruhsdorf, von dort wieder zurück zur Kirche, wo die Pferde gesegnet werden. Dann geht der Zug weiter am Schulhaus vorbei und über den kleinen Weg bis zum Feuerwehrhaus und schließlich noch zwei Mal um das Dorf herum. Bei schlechtem Wetter wird eine kleine Runde gewählt. Während des Umzugs ist die Ortsdurchfahrt von St. Leonhard gesperrt.

An den Tagen vor dem Ritt sind viele Menschen in und um St. Leonhard damit beschäftigt, die Pferde herauszuputzen und zu schmücken und die Wagen herzurichten. Acht Festwagen gehören zum Bild des Ritts, und sie alle wollen geschmückt sein: drei Wagen für die Musikkapellen Otting und Surberg-Lauter sowie für die Waginger Trachtler, dann der Leonhardi- und der Isidor-Wagen und schließlich die Wagen mit den Kirchen von St. Leonhard und Egerdach sowie der Grafenkapelle. Und eine Kutsche wird für die Honoratioren hergerichtet; darin wird unter anderem Landrat Siegfried Walch sitzen.

Schon immer haben sich die Menschen viel Mühe und Arbeit gemacht, zu diesem Anlass Pferde und Wagen schön zu schmücken. Denn der ursprüngliche Sinn des Ritts war ein religiöser, gleichzeitig auch ein sehr nahe liegender: Die Menschen baten im Gottesdienst um den Schutz des Heiligen für Stall und Haus, und der Pfarrer segnete danach beim Umritt die Pferde, um Krankheit und Schaden von ihnen fernzuhalten.

Die Verantwortlichen des Leonhardivereins haben, um für ihren Ritt in gebührender Form einzuladen, den Rosserern aus der Umgebung ihren Besuch abgestattet. So werden auf alle Fälle Pferde und Reiter aus Neukirchen, Surberg, Traunstein, Holzhausen, Tittmoning, Inzell, Ruhpolding und Stein an der Traun kommen. he