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»Rollende Zeitbombe«

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Siegsdorf – Fast alle Bremsen waren bei einem bosnischen Lastwagen kaputt, der den Beamten der Autobahnpolizei in der Nacht auf Samstag wegen seiner langsamen Fahrweise auf der Autobahn in Richtung Salzburg auffiel.


Als der Fahrer merkte, dass ihm die Polizei nachfuhr, verringerte er die Geschwindigkeit seines Anhängergespanns noch mehr. Bei der Kontrolle an der Anschlussstelle in Siegsdorf wurde schnell klar warum: Nahezu keine Bremse funktionierte ordnungsgemäß. »Eine rollende Zeitbombe«, so die Polizei in ihrem Pressebericht. Im Falle einer Gefahrensituation hätte der Fahrer niemals rechtzeitig stoppen können.

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Die Bremse an der ersten Achse des Lkws war sehr marode und wies tiefe Rillen auf. An der Hinterachse ging überhaupt keine Bremse, da dort die Bremsscheiben total verrostet und definitiv schon länger defekt waren. Im Bereich des Anhängers hörten die Polizisten ein starkes Pfeifen. Der Grund: Die Druckluftzufuhr für die Bremsanlage war dort ebenfalls defekt, was zu einer starken Reduzierung der Bremsleistung führte.

Der 61-jährige, bosnische Fahrer gab sich zunächst ahnungslos. Er sprach auch vorerst kein Deutsch und gab mit ständigem Achselzucken auch sein Desinteresse an den Beanstandungen der Beamten kund. Auch der kontaktierte Chef der Lkw-Firma wollte von den Mängeln nichts wissen. Er bat die Polizisten, ein Auge zuzudrücken und seinen Fahrer noch 20 Kilometer bis nach Österreich fahren zu lassen. In Serbien wollte er dann seinen maroden Lkw reparieren lassen. Auf diesen »Deal« ließen sich die Beamten natürlich nicht ein und beendeten die Weiterfahrt sofort. fb