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Rohstoff- und Energiekosten bereiten Sorgen

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Steigende Kosten machen Preisanpassungen unumgänglich. Darauf wiesen Innungs-Obermeister Rudolf Riedler (Mitte) sowie Christian Tschulik (links) und Stefan Ulbricht (beide vom Fleischerverband Bayern) anlässlich der Innungs-Herbstversammlung in Palling hin. (Foto: Wittenzellner)

Einem zunehmenden Kostendruck sieht sich das regionale Metzger-Handwerk gegenüber. Darauf wies der Obermeister der Metzger-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land, Rudolf Riedler, anlässlich der Herbstversammlung der Innung hin. Kostentreiber seien die deutlich ansteigenden Energiepreise; auch Preissteigerungen für Rohstoffe wie beispielsweise Gewürze wirkten sich negativ auf die Kalkulationen der Betriebe aus. Die Erlöse für die Betriebe könnten mit der Umsatzsteigerung von drei Prozent nicht mithalten: »Alles wird für uns teurer«, betonte der Obermeister.


Eine Preisanpassung sei daher unumgänglich, war der Grundtenor der Versammlung, auch wenn man gerade im Energiebereich verstärkt auf eine verbandsinterne Zusammenarbeit setzte, um sich hier betriebsübergreifend Kostenvorteile zu sichern. Begrüßt wurden hingegen grundsätzlich die vereinbarten Tarifanhebungen und die Erhöhungen für die Auszubildenden. Riedler: »Der Abschluss ist eine Aufwertung für unseren Beruf.«

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Oberstudienrat Friedrich Adler von der Staatlichen Berufsschule I Traunstein sagte, vor dem Hintergrund rückläufiger Zahlen an Auszubildenden sei die Lage ernst. Er appellierte an die Betriebsvertreter, Auszubildende einzustellen und die Akquisition von Metzgerlehrlingen zu verstärken. In der Umsetzung der Sprengeländerung könnte sonst ein Wegfall der Ausbildungsrichtung an der Traunsteiner Berufsschule drohen, was eine Verlegung nach Altötting beziehungsweise Rosenheim mit sich bringen würde. Schule und Innung müssten hier »gemeinsam das Ruder herumreißen«. Riedler betonte den Versuch, hier auf Verbandsebene auch das Unterrichten in kleineren Klassen durchzusetzen.

Anprangern im Internet scharf kritisiert

Scharf kritisierte Riedler das Anprangern von Hygieneverstößen auf Internetportalen. Die namentliche Aufführung sei ein »an den Pranger stellen wie im Mittelalter«, sagte der Obermeister. »Uns als Metzger sind die Themen Hygiene und Sauberkeit schon immer sehr wichtig.« Stefan Ulbricht vom Bayerischen Fleischerverband ergänzte: Über drei Viertel der Verstöße stünden im Zusammenhang mit Dokumentationspflichten und nicht aufgrund von Hygienemängeln.

In der Diskussion wurde mehrfach Kritik an Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und ihre Pläne für eine Internetplattform, auf der diese gegen irreführende Kennzeichnung von Lebensmittel vorgehen will, geäußert. Auch eine ausufernde Kontrolle durch überregionale Prüfer wurde moniert, wobei Stellvertretender Obermeister Martin Langwallner hier ausdrücklich die Veterinäre der Landratsämter Traunstein und Berchtesgadener Land ausnahm. Die zum Teil als unangemessen empfundenen Nachprüfungen würden die Gefahr mit sich bringen, dass die Regionalität der Fleischwaren nicht erhalten werden könne, wenn immer mehr schlachtende Betriebe verschwinden würden.

Innungs-Vorstandsmitglied Hans Spitzauer betonte, dass das Metzgerhandwerk mehr und mehr zwischen den Discountern und den Direktvermarktern aufgerieben werde. Er sehe das Metzgerhandwerk wie zwischen zwei Mühlsteinen zerrieben. Fleischerverbands-Vertreter Tschulik betonte, dass das Metzger-Handwerk in der Frage von Förderungen weder beim Landwirtschaftsministerium noch beim Wirtschaftsministerium Chancen habe. »Dabei sind wir eine regionale Wertschöpfungskette.« awi

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