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Röckifrauen stürzten sich in die Tiefe

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Beim »Dirndlspringen« der Siegsdorfer Röckifrauen musste auch die Chefin der Rettenbacher Röckifrauen, Hildegard Jobst«, ran. Weitere Bilder von der Rettenbacher Faschingsveranstaltung sind auf unserer Internetseite unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos zu finden.

Traunstein. Sehr gute Faschingsstimmung herrschte beim Weiber- und Dirndlkranzl der Röckifrauen des GTEV »Eschenwald« Rettenbach im Landgasthaus Jobst, zu dem die Chefin der Röckifrauen, Hildegard Jobst, viele Gäste begrüßen konnte. Für die große Gaudi sorgten vor allem die lustigen Darbietungen. Dazwischen unterhielt das »Bergkristall-Echo« mit einer ausgewogenen Mischung aus Volksmusik und Schlagern die tanzfreudigen Weiber und Dirndln auf dem Tanzparkett.


Den Auftakt der Einlagen bestritten die aktiven Dirndln des Rettenbacher Trachtenvereins mit einem tiefen Einblick in die örtliche Stammtisch- und Wirtshauskultur. Die Stammtischler hatten nämlich einen Spion zum Rettenbacher Weiber- und Dirndlkranzl geschickt, um etwa zu erfahren, wer den größten »Suri« hatte. Schockierend war die Auskunft, »dass alle zu bsuffa waren, um den Fähnrich aus der Fahnenbegleitung herauszufinden«.

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Schließlich verließ eine fronleichnamsprozessionsartige Weiberschar das Wirtshaus, die beschloss, Trachtenvorstand Paul Wolkersdorfer mitten in der Nacht aufzuwecken, um ihm über das Weiber- und Dirndlkranzl zu berichten. Aber eigentlich dürften diese Geschehnisse gar nicht in der Zeitung stehen, denn am Ende stellten die Stammtischler fest: »Was am Stammtisch gredt werd, bleibt am Stammtisch, mia san doch koane Ratschweiber.«

Werbung für das Trachtenfest, mit dem der Trachtenverein in Siegsdorf heuer sein 120. Jubiläum feiert, machten die singenden und tanzenden Röckifrauen, wie sie sich selbst vorstellten. Die »ratscherten« und »hatscherten« von ihnen hätten sie daheim gelassen, sodass logischerweise nicht mehr viele übrig blieben. Die da waren, hießen praktischerweise alle Reserl, wie zum Beispiel Trachten-Reserl, Leitn-Reserl, Musi-Reserl oder Moos-Reserl. Auf ihrer Werbetour veranstalteten sie das erste »Siegsdorfer Dirndlspringen«, eine Flugschau vom Feinsten. Mit wehendem Dirndlgewand stürzten sich die Siegsdorfer Röckifrauen in verschiedenen Fluglagen todesmutig von einem Wirtshausstuhl auf eine doppellagige Kaltschaummatratze. Auch die Rettenbacher Röckifrauen-Chefin Hildegard Jobst musste ran.

Einen neuen Verein im Ort stellten die Rettenbacher Röckifrauen vor. In der vermutlich als »Hacklstecka-Verein« im Vereinsregister eingetragenen Vereinigung soll das Fräulein Klara mit Gymnastikstunden die alten »Manna« wieder fit machen. Das war zunächst gar nicht so einfach, denn jeder klagte über ein Wehwehchen, das ihn an der Ausführung der Übungen hinderte, wie beispielsweise »i hob Kniabeschwerden«, »mia geht da Schnaufara aus«, »mei Bauch geht mia im Weg um«, »i hob koa Kraft, wenn mia mei Weib wos oschafft« oder »i hob as Reißn im Aug’, wenn i a jungs Dirndl seh’«. Entsprechend zäh und ächzend gingen dann die Übungen vonstatten, bis einige fesche junge Dirndln in den Saal kamen. Da nämlich flogen die Hacklstecken im hohen Bogen davon und die »oidn Loder« rockten mit dem jungen Gemüse, was das Zeug hielt.

Wo wir gerade beim »jungen Gemüse« sind. Solches hatte auch der Präsident der Faschingsfreunde Blau-Weiß Kammer, Martin Litwinschuh, mitgebracht. Es handelte sich dabei um die Mitglieder der Kinder- und der Jugendgarde, die Garde- und Showtänze vorführten. Anschließend überließen sie das Tanzparkett dem Prinzenpaar mit Florian II. und Melanie I. Einen Gardetanz führten auch die beiden Tanzpaare vor. Schließlich zeigten die Blau-Weißen noch ihren Showteil »Sommer, Sonne, Sonnenschein«. Nachtlichtl