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Robinie ist Baum des Jahres

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Teisendorf: Robinie ist Baum des Jahres 2020 – Internationaler Tag des Baumes
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Die nordamerikanische Robinie ist der Baum des Jahres und längst bei uns zuhause. Die Blüten, die im Mai und Juni blühen, liefern den Nektar für süßen Honig. (Foto: Konnert)

Zu den vielen Ereignissen und weltweiten Aktionen, die in diesem besonderen Jahr von der Corona-Krise überlagert in den Hintergrund geraten, gehört auch der »Internationale Tag des Baumes«. Seine Einführung wurde 1951 von den Vereinten Nationen beschlossen. Seither wird dieser Tag immer im April weltweit mit Feierstunden, Baumpflanzungen und ähnlichen Aktionen gefeiert und soll so die Bedeutung des Waldes für den Menschen, die Gesellschaft, Natur und Wirtschaft im Bewusstsein halten.


In Deutschland wird dieser Tag seit 1952 immer am 25. April begangen. Mit einer Baumpflanzung im Bonner Hofgarten haben der damalige Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr die Tradition bei uns eingeleitet.

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Auch der Obst- und Gartenbauverein Teisendorf unterstützt diese Aktion gern mit Rat und Tat. Im vorigen Jahr zum Beispiel hat er zusammen mit Teisendorfer Grundschülern auf dem Gelände der Brauerei Wieninger Hopfenbuchen gepflanzt. In Deutschland hat es sich inzwischen eingebürgert, dass an dem Tag des Baumes auch Pflanzungen mit dem »Baum des Jahres« vorgenommen werden.

Dieser wird jährlich von dem Verein »Baum des Jahres« und der »Dr. Silvius-Wodarz-Stiftung« benannt. Nach der Flatterulme in 2019 ist es in diesem Jahr die Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudacacia). Mit der Robinie, im Volksmund oft fälschlicherweise auch Akazie genannt, verbinden die meisten Menschen wohl noch am ehesten den Begriff des Akazienhonigs. Er ist hell, klar und wohlschmeckend. Die Bienen produzieren ihn aus dem reichhaltigen Nektar mit hohem Zuckergehalt der Robinienblüten, die im Mai und Juni als weiße, süßlich riechende Blütentrauben, die Bäume schmücken. Man kann sie auch essen, zum Beispiel in Pfannkuchenteig getaucht und in heißem Öl gebacken.

Die Robinie hat durch ihre gefiederten Blätter zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit den Akazien aus den Tropen und Subtropen, ihre Heimat ist aber der Osten Nordamerikas. Von dort wurde sie um 1600 nach Europa gebracht, zuerst als Zierbaum in die Gärten der französischen Könige. Heute gehört sie weltweit zu den am meisten gepflanzten Bäumen.

Dazu beigetragen hat sicherlich nicht nur der Honig, sondern vor allem ihre dekorative Erscheinung in Park- und Gartenanlagen durch ihr beeindruckendes Blüten- und Blätterkleid, ihre Genügsamkeit hinsichtlich Boden und Klima, ihr schnelles Wachstum und ihre besonderen Holzeigenschaften. Die Robinie wächst nämlich auch auf kargen Böden, denn in Knöllchen an ihrer Wurzel leben Bakterien, die den Luftstickstoff fixieren. Deshalb kann man sie unter anderem auf Sandflächen oder Dünen zur Befestigung, entlang von Bahndämmen, Straßenböschungen oder zur Begrünung von Abraumhalden pflanzen.

Sie kommt auch mit Trockenheit und Wärme gut zurecht, was gerade im Klimawandel für sie spricht. Ihr Holz ist erstaunlich hart und dauerhaft und hat einen sehr hohen Brennwert, der sogar unsere besten heimischen Brennhölzer, wie Hainbuchen und Eichen übertrifft.

Bei uns in der Gegend wird Robinienholz zum Beispiel wegen seiner Dauerhaftigkeit vorzugsweise in der Schutzwaldsanierung eingesetzt. Auch Spielgeräte auf Spielplätzen, Zäune oder Terrassenbeläge sind oft aus Robinienholz.

Die Robinie hat aber auch eine biologische Eigenschaft, die eher als Fluch, denn als Segen angesehen werden muss. Sie ist platzergreifend, weil sie aus den Wurzeln neue Sprosse bildet, wenn der Stamm geschädigt oder abgeschlagen wird. Fachleute nennen dies Wurzelbrut. Vereinfacht heißt dies: Wo die Robinie einmal ist, bringt man sie kaum noch weg. Dennoch ist der Baum des Jahres 2020 eine Bereicherung unserer mitteleuropäischen Baumlandschaft und bei uns schon längst zuhause. kon

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