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Ritter, Gaukler und Feuerspucker eroberten Oberwössen

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Ein mittelalterlicher Zug setzte sich von der Oberwössner Dorfmitte in Bewegung – das Ziel war die Rettenburg.
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Fleißig ritten Prinzessinnen und Ritter auf dem Steckenpferd. Mit einer Lanze in der Hand sollten sie den geflochtenen Ring treffen.
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Die Kinder kamen voll auf ihre Kosten – sie konnten etwa mit einem echten Katapult auf eine kleine Burg schießen. (Fotos: Flug)

Unterwössen. Ein voller Erfolg war das Rettenburger Ritterfest. Mit einer unglaublichen Liebe für das Detail schufen die Oberwössner ein Fest mit ganz besonderem Charme, dem sich die unzähligen Gäste nicht entziehen konnten.


Mit einem Kanonenschuss setzte sich ein mittelalterlicher Zug aus der Oberwössner Dorfmitte in Bewegung zur großen hölzernen Rettenburg an der Oberwössner Schleichsäge. Schöne Damen in mittelalterlichen Gewändern, vornehme Ritter hoch zu Ross, Knechte, Kinder, Holzarbeiter und Gaukler gingen durch die Straßen. Auch Seeräuber mit ihren gefangenen Chinesen waren dabei – als erste Übung für das Seeräuberfest in Unterwössen im nächsten Jahr. Fanfaren und Trommelwirbel des Fanfarenzuges der Traunsteiner Veitsgroma Zunft kündeten das Kommen an.

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Die Burg mit hölzernen Mauern aus Schwarten gezimmert streckte sich mehrere Meter hoch in den Himmel. Zwischen zwei mächtigen Burgtürmen lag das große Haupttor festlich geschmückt mit den Wappen der Rettenburger. Als sich der Zug in das Burginnere begab, öffnete sich den Gästen ein weiter Burghof mit Hütten und Ständen. Neben den Toren befanden sich zwei Läden und eine Weinstube mit gemütlichen Tischreihen. Im Ritterladen gab es Schwerter, Lanzen und Ritterschmuck zu kaufen. Es gab eine Art Gastronomiemeile.

Auf dem weiten Gelände gab es viele Stände mit Spielen für Kinder – alles historisch gestaltet. Dort gab es auch den Schmied und die Töpferin, die ein breites Warenangebot zu bieten hatten. Die Oberwössner Feuerwehr sorgte mit einer Wassersprühwand für Abkühlung. Den ganzen Nachmittag über gab es Vorführungen und Musik. Fahnenschwinger zeigten ihre Kunst. Eine Gauklerin jonglierte mit Keulen und Tellern.

Zudem gab es jede Menge Kinderspiele. Mit einem echten Katapult konnten die Kinder auf eine kleine Burg schießen. Fleißig ritten Prinzessinnen und Ritter auf dem Steckenpferd. Mit einer Lanze in der Hand sollten sie den geflochtenen Ring treffen. Die Kinder konnten aber auch malen oder bekamen Tätowierungen aufgemalt. Sie filzten auch kleine Kunstwerke. Den schlechtesten Platz, den man sich aussuchen konnte, war der im gleißenden Sonnenlicht stehende Pranger – er war allerdings ein beliebtes Fotomotiv. Etwas abseits las in einem kleinen Ritterzelt die Erzählerin spannende Märchen vor.

Als dann die Sonne unterging, wurde es zauberhaft. Überall loderten die Feuer. Fackeln und Kerzenlicht auf jedem Tisch schafften gemütliche Atmosphäre. Gerade auf die Kinder übte die Musik von Malus Ludus aus Bergen einen magischen Zauber aus. Sie standen wie gebannt vor der Bühne und bewunderten die Musikanten mit ihren mittelalterlichen Instrumenten.

Hinter dem Fest stand eine logistische Meisterleistung. Fast jeder Oberwössner hatte seine feste Aufgabe. Gewinner dieses Spektakels sind vor allem die Kinder des Achentals. Der Erlös geht nämlich zugunsten des Oberwössner Kinderfaschings. In fünf Jahren übrigens öffnet die Rettenburg wieder ihre Tore. lukk

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