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»Riesige Chance« für Oswald Pehel

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Noch bis Ende Januar 2015 ist Oswald Pehel Chef der Tourist-Info in Waging. Dann wechselt er als Geschäftsführer zum neuen Verein Tourismus Oberbayern München (TOM). (Foto: Eder)

Als »eine riesige Chance, wie sie im Leben kein zweites Mal mehr kommen wird« sieht Oswald Pehel seine neue Aufgabe. Der 44-jährige Grabenstätter, der früher als Geschäftsführer die Geschicke von Chiemgau Tourismus lenkte und seit drei Jahren die Tourist-Info in Waging leitet, wird am 1. Februar den Posten als Geschäftsführer des neu gegründeten Vereins Tourismus Oberbayern München (TOM) antreten, der Nachfolgeorganisation des vor zwei Jahren in Insolvenz gegangenen Tourismusverbandes München-Oberbayern (wir berichteten).


»Man muss offenbleiben für neue Wege«, sagt Pehel im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Dabei ist dieser Weg für ihn gar nicht so neu: Er war nämlich während seiner Zeit bei Chiemgau Tourismus bereits im Vorstand und im Werbeausschuss des Tourismusverbands München-Oberbayern tätig gewesen. Und er erinnert sich noch gut an seine Gefühle bei der Auflösungsveranstaltung: »Ich war selbst mit dabei und sehr bewegt, dass ein so sinnvoller, insgesamt gut arbeitender Verband von der Bildfläche verschwinden musste.«

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Pehel will dort weitermachen, wo seinerzeit aufgehört werden musste. Dabei kann er sich auf die bereits erarbeiteten Inhalte des Präsidiums, des Fachbeirates und der Agentur K2K stützen. Und dabei reizt ihn natürlich die Aufgabe, den neuen Verein, den Tourismus Oberbayern München, weitgehend neu aufbauen zu können. Denn bisher gibt es noch kein eigenes Büro, auch keine Mitarbeiter.

Seine erste ganz große Aufgabe wird es sein, den Mitgliederbestand des neuen Vereins aufzustocken. 63 Mitglieder sind es aktuell, die meisten Landkreise und Tourismusregionen in Oberbayern, aber noch zu wenige Städte und Gemeinden. »Ich werde«, so kündigt der 44-Jährige an, »viel hinausfahren und um Vertrauen werben, die Tourismuspartner fragen, was sie bewegt und die Leistungen des TOM konsequent vorstellen.« Kommunikation und Transparenz sollen Schwerpunkte seiner Arbeit sein. Darüber hinaus wolle er schnellstmöglich Leistungen und Angebote aufbauen.

Vieles aus dem Vorgängerverband ließe sich auch wieder aktivieren, denn, so Pehel, der Tourismusverband sei »nicht an seiner Arbeit gescheitert, sondern an der falschen Verwendung der Mittel«. Der Verband hatte Insolvenz anmelden müssen, weil die Finanzpraxis des Verbands jahrelang die Förderbestimmungen der EU verletzt hatte. Deshalb stellte das Bayerische Wirtschaftsministerium die Auszahlung von Fördergeldern ein. Eine kurzfristige Finanzspritze der Mitglieder von 250 000 Euro hatte das Ende nur hinauszögern können.

Oswald Pehel geht durchaus auch mit einem weinenden Auge von Waging weg. »Die Waginger«, so sagt er, »sind sehr offen und herzlich mit mir umgegangen. Waging ist mir eine zweite Heimat geworden, und das wird auch so bleiben. Viele Kontakte werden sicher auch weiterhin bestehen bleiben.« Schließlich bleibe er auch in Zukunft ein Chiemgauer. Er werde am Chiemsee wohnen bleiben und täglich – in der Regel mit dem Zug – nach München pendeln. he